Auch mit 50 Jahren hat man ab und zu noch Aha-Momente über sich selber. Heute zum Beispiel.
Ich tue mir immer schon eher schwer, nein zu sagen. Stattdessen gehe ich dann über meine Grenzen, schmeiße meine Pläne um, stresse mich irgendwohin. Ich dachte lange, das hat damit zu tun, dass ich andere Menschen nicht enttäuschen will. Das ist es schon auch, aber nicht nur. Tatsächlich habe ich heute festgestellt, dass ich irgendwo auch immer im Hinterkopf habe, vielleicht werde ich gar nicht mehr gefragt, wenn ich einmal irgendwas absage, was sich einfach zeitlich oder sonst wie gerade nicht ausgeht. Vielleicht werde ich dann ab jetzt vergessen. Also so eine Art Angst vor einer auto-induzierten Selbst-Marginalisierung. Schön gesagt gell, harhar.
Dann dachte ich mir, boah, was ist denn das schon wieder für ein (Kindheits)thema in mir. Und dann ist mir Chandler (der leider verstorbene Matthew Perry) aus Friends eingefallen, die eine Szene in der ihm irgendwas passiert, ich weiß nicht mehr was, jedenfalls sitzt er dann so da und denkt (man hört nur seine Stimme): “Seriousely what’s wrong with me? Uhh…don’t open that door”
Und deshalb lieben wir alle Chandler am meisten, zumindest ich tue das, weil er ein so ein zutiefst unperfekter Charakter ist, mit so vielen Themen, die er immer mit Humor und Selbstironie pariert, aber nie versteckt. Der immer auch offen zugibt, dass er sich so fühlt, wie er sich fühlt, aber nie als Opfer seiner Umstände. Ein echt authentischer Charakter, das will ich auch sein, sagen was ist.
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