almis personal blog

Sprachlos

Bin ein bisschen sprachlos gerade.

Einiges, was ich sagen will, kann oder sollte ich nicht mehr sagen. Für anderes habe ich wiederum keine Worte.

Am Sonntag beispielsweise war ich gelinde gesagt erstaunt darüber, dass – während man auf Social Media schon stundenlang ein brennendes denkmalgeschütztes Rathaus sieht – viele Qualitätsmedien versuchen, diese Geschehnisse in Frankreich irgendwie noch als legitime Art des Protestes zu framen. Gleichzeitig wurden aber andere Demonstrationen in der jüngeren Vergangenheit, die ungefähr den Agressionsvibe von Kindergeburtstagen hatten, als Gefahr für die Demokratie bezeichnet.

Abseits davon habe ich früher dieser Tage etwas zu feiern gehabt. Jetzt schon das fünfte Jahr nicht mehr. Und diese Zahl fünf hat mich kurz irgendwie schockiert. Weil es schon so lange her ist. Und da hält man ja so Rückschau und denkt, wow irgendwie hat sich gar nichts verändert an Gefühlen, und andererseits aber auch “alles” an oder in mir selbst. Und hier muss ich es für mich “einordnen”, beides kann irgendwie gleichermaßen nebeneinanderstehen, auch wenn man es nicht für möglich hält.

Gerade liebe ich den Herbst, mir ist aber gleichzeitig schon wieder dauernd kalt, ich friere nachts trotz vier Schichten und zwei Decken im Bett. Auch so eine Ambivalenz.

Diese Woche werden noch Koffer gepackt (nicht für mich) und ich habe ich gerade enorm viel Arbeit, die ich großteils erledigen will, bevor für mich die Viennale beginnt. Ich habe immerhin fünf Karten (danke Uncut!). Und eben diese Viennale und die Aussicht auf ein paar schöne Tage quasi Herbstferien, ist das, was mich jetzt gerade glücklich macht. Und ab November werde ich dann wohl auch wieder dazukommen, an meinem Text weiterzuschreiben, das geht mir auch etwas ab. Und auch das macht mich gerade sehr froh, dass er diese Jahr (fast!) fertig wird, harhar.

In diesem Sinne habe ich jetzt meine Sprache doch irgendwie wiedergefunden.

Nichts passiert

Heute gibt es nicht viel zu berichten und doch war es ein sehr erfreulicher, ganz normaler Tag.

Das Kind hatte früh eine online Vorlesung und ich tippte im Nebenzimmer an meinem PC, das war sehr gemütlich und das kann man auch ganz ohne Pandemie haben. Es gibt natürlich auch (viele) Vorlesungen in Präsenz, aber wenn etwas um acht beginnt, ist es so nicht unpraktisch. Und wir arbeiten quasi im Einklang.

Später war er unterwegs und brachte mir ein Croissant vom Billa mit. Ich: *schmelz* Das Croissant gibt es natürlich jetzt nicht mehr, harhar.

Ansonsten nur so:

Natürlich hab ich mir nicht nur das Nonstop Kinoprogramm angesehen harhar.

Ach ja und weil auf meiner Pinnwand schon diese Nöstlinger-Film-Karte hängt, seit gestern kann man auch mein Review zum Film Sowieso und Überhaupt lesen, wie immer auf Uncut.

Ansonsten heute “Nichts passiert. Auch schön” Ein Zitat, das man fälschlicherweise (?) Mozart zurechnet. Es passt jedenfalls.

Flohmarkt

Heute wurde ich gefragt, ob ich etwas für einen am Wochenende stattfindenden Flohmarkt verkaufen möchte.

Und zuerst dachte ich, ich weiß nicht was, ich habe ja nichts. Aber dann ist es bei mir tatsächlich so, dass ich, wenn ich einmal überlege und anfange, Dinge auszumisten, praktisch gar nicht mehr aufhören kann. Viele Menschen haben ja anscheinend, wie ich immer wieder hören, große Probleme, Sachen zu sortieren und dann etwas wegzugeben und bei mir ist das Gegenteil der Fall. Ich liebe es, Dinge zu mustern und zu entsorgen oder zu verschenken, zu spenden. Unter anderem auch, weil ich schlecht bin, im Ordnung halten. Es funktioniert halt besser, wenn weniger da ist.

In meinem Langtext erlebt die Protagonistin eine Trennung und da heißt es, ich zitiere: “Ich war nun in der Phase, in der ich eigentlich alles aus dem Fenster werfen wollte. Pölster, Stofftiere, sogar manche Möbelstücke. Ebenso und vor allem meine Notizbücher, alle meine Fotos, Vasen mit getrockneten Blumen, Geschirr sowieso, das möglichst laut knallen sollen, wenn es dramatisch auf dem Asphalt zerbricht.”

Es könnte sein, dass da ein bisschen etwas autobiografisches eingeflochten wurde. Harhar. Weil ich habe so das Bild, ich will alle meine Sachen in meinem Haus unterbringen, und trotzdem noch viel Platz übrig haben und da bin ich auf einem guten Weg. Natürlich gibt es Dinge, die ich niemals weggeben würde. Ich bin so froh, dass ich damals beim Notar meine beiden Teddybären zurückbekommen habe, quasi als Erbe meines Papas. Und ich habe Bücher und Plakate, meine Pinnwand, tatsächlich auch diverses “Klimsbims”, das ich liebe. Ich habe eine Fotokette, unter anderem mit einem Menschen aus (m)einem früheren Leben. Sowas würden sich manche wahrscheinlich nicht aufhängen. Aber ich möchte das so, mir bedeutet das viel.

Aber sonst habe ich die wichtigen Dinge im Gedächtnis und das reicht dann auch.

Das Wochenende

Ein paar Impressionen vom Wochenende.

Sag mir, dass du im Bellaria Kino warst, ohne zu sagen, dass du im Bellaria Kino warst:

Der unverwechselbare Vorraum des Bellaria Kinos

Ich habe mir Primetime angesehen. Nach Digger schon wieder ein ziemlich stranger Film, aber auf eine ganz andere Art. Es geht um die tatsächliche US-Show How to catch a Predator aus den 2000-er Jahren, Robert Pattinson spielt den Moderator der Sendung, Chris Hansen, der Menschen, die sich aus sexuellen Gründen mit Minderjährigen verabreden wollen, eine Falle und sie vor laufender Kamera zur Rede stellt. Nun könnte man ja denken, puh, das klingt sehr nach Doku-Drama, aber Regisseur Lance Oppenheim macht (Gott sei Dank) etwas ganz anderes daraus. Bald mehr.

Als ich nachhause gekommen bin, wartete sie schon auf mich:

Beste Tischnachbarin

Sie war wieder einmal ein Wochenende auf Besuch in Wien.

Außerdem waren wir noch beim Italiener beim Garten. Er hat zwei Köche. Wenn der eine da ist, ist die Lasagne gut und wenn der andere da ist, ist sie fa-bel-haft. Gestern war der andere da.

Beste Lasagne im Al Capriccio

Während des Essens habe ich mit meiner Mutter eine Diskussion geführt, in Zuge derer sie meinte, dass ich für immer für alle Menschen eine Entschuldigung finde. Und ich habe dann gesagt, ich finde keine Entschuldigung, ich suche halt eine Erklärung dafür, warum sie sich so verhalten wie sie sich verhalten. Nachher habe ich dann überlegt, ob ich wirklich einfach zu “nachgiebig” bin und stattdesssen einfach über Menschen schimpfen sollte. Aber ich glaube nicht, harhar.

Heute gabs Mittagessen von der Jugend zubereitet und eine Watch-Party mit gutem Ausgang.

Verstappen Sieg in Singapur

Wer nicht Formel 1 verfolgt – es sind während des Rennens manchmal auch die Dialoge zwischen Fahrer und Renningenieur aus dem Teamfunk zu hören und mitzulesen. Meist auch direkt nach dem Rennende, wenn der siegreiche Fahrer dann mit seinem Team spricht. Heute war das Radio von Verstappen allerdings kaputt, man hörte also immer nur, was der Ingenieur sagte, Verstappen verstand man aber so gut wie gar nicht. Und am Ende so:

Iconic! Harhar.

Frühstück Mae Aurel (neu!)

Heute kurz vor neun am Stephansplatz:

Es war wieder einmal Frühstücken angesagt. L. und ich haben uns für das neue Mae Aurel entschieden. Das alte ist beim Salzgries, da waren wir vor vier Jahren schon einmal. Ich habe trotz google maps nur mit Müh und Not hingefunden, bzw. musste verwirrt draußen herumirrend abgeholt werden, es ist so peinlich, harhar. Jetzt gibt es offenbar neue Lokale in Schönbrunn und am Westbahnhof, in der SCS und eines quasi hinterm Dom, wo wir heute waren. Es sah irgendwie nach Soft Launch aus, weil im ersten Stock wurde noch gearbeitet. Aber wenns fertig ist, ist es groß und toll.

Das Personal ist aber jetzt schon sehr freundlich und gut essen kann man auch bereits. L. hat das Stoß im Himmel Frühstück ausgesucht – gegrillte Avocado, rote Beete Creme, Früchte, Mango-Kokos Chiapudding mit Granola und ich hatte das Mademoiselle Croissant mit Schinken, Tomaten, Creme fraiche und Rucola, es war wirklich köstlich. Hier werden wir noch öfter hingehen. Unbezahlte Werbung.

Fast wie gemalt

Das schöne ist, wenn man sich gut unterhält, weiß man am Ende gar nicht mehr, worüber man im Detail geredet hat. Aber es war sehr lustig.

Danach waren wir noch etwas bummeln und dann gings zurück zu meinen 30 Interviews. Und später am Tag verschluckte der Himmel die letzten Sommerreste und ich zog mir meine warme Weste an und dachte, eine neue Jahreszeit, immer noch mit alten Gefühlen. Und das ist in Ordnung.

Slow Sunday

Heute beim Frühstück schon sehr gelacht, über diesen ORF-Text aus der Rubrik: Wunderschöne Alltagsprosa:

Oder ist das eine Nachricht in einfacher Sprache?

Ansonsten einen ruhigen Sonntag gehabt.

Ein Tag, an dem die einen mit kurzen Hosen gehen, die anderen schon in leichter Daunenjacke.

Ein Tag, an dem der Pool gerade noch nicht eingewintert ist, die Heizung im Bad aber gerade schon läuft.

Ein Tag, an dem ich endlich in der prallen Sonne liegen kann (mit langer Hose) und es ist nicht mehr heiß, sondern gerade angenehm.

Ein Tag, an dem ich alle Tageszeitungen und Klatschzeitschriften der vergangenen Wochen lese, die ich noch nicht kannte. Ich weiß jetzt Bescheid über Meghan und Harry zurück in UK und Sarah Connors Beziehungsdefinitionen.

Ein Tag, an dem ich den Projektvertrag unterschreibe und mich auf die neue Arbeit freue.

Ein Tag, an dem ich generell über manche Dinge erleichtert bin.

Ein Tag, der auch Tag des Denkmals ist, das war schön früher. Heute löst es viele Erinnerungen aus, sie sind noch zu nahe. Vielleicht gehe ich irgendwann einmal wieder und sehe mir etwas an.

Ein guter Tag, gutes Wochenende.

Denkwürdig

Beste Mittagspause heute mit L. im Vapiano (unbezahlte Werbung) :

Tagespasta Marry me Chicken, wir haben schon darüber gesprochen

Langsam hört sich das gemächliche vor-sich-hin Arbeiten des Sommers auf, die neuen Projekte trudeln ein und zwar natürlich gleich mehrere auf einmal und sehr dringend. Deshalb umso wichtiger dazwischen eine kleine Pause zu machen und sich – wie immer – super zu unterhalten und auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen.

Mhmm wie gut

Zwischendurch schrieben uns manche unserer Kinder, was es denn übrigens später zu essen gäbe, harhar.

Apropos: Heute vor etlichen Jahren lag ich schon den sechsten Tag im Krankenhaus Bozen, wollte eigentlich nach Wien transferiert werden, und hatte an diesem Nachmittag Schmerzen. Ich wollte aber allen, inklusive des medizinischen Personals, weismachen, dass das keine Wehen wären, weil “die stelle ich mir anders vor”, nämlich viel schlimmer, das hier war ja nur unangenehm. Leider brachten sie dann so einen Wehenschreiber, um meine Aussage zu überprüfen und überraschenderweise hatte ich mich geirrt. Ich mein eh kompletter Realitätsverlust, immerhin befand ich mich ja wegen drohender Frühgeburt im Spital und ich hatte schon die ersten Wehen “verpasst”, die mich ja an diesen Ort gebracht hatten. Morgen vor 19 Jahren wurde das Kind geboren. Seit einiger Zeit ist das “nur” noch ein Geburtstag, an dem man froh und glücklich ist und kein traumatisches Rückerinnern mehr.

Es ist also schon etwas dran an diesem Satz: Die Zeit heilt allen Wunden.

Damals

Oft wünsche ich mir, dass ich diesen Tag damals nochmal erleben kann.

Hätte ich etwas anders machen sollen, als noch alles möglich war. Mich anders verhalten, andere Sätze sagen. Damit ich an diesem Tag heute nichts vermissen müsste.

Aber dann denke ich, es war schon alles richtig so. Dieser Tag war wunderschön. Und viele Tage danach auch. Und das zählt.