almis personal blog

Matura, vier

Heute Nacht habe ich geträumt, dass mir gleich fünf Zähne ausgefallen sind, die ich lässig, wenn schon auch latent besorgt, in meine Hosentasche gesteckt habe. Beim Aufwachen habe ich dann gegoogelt und da heißt es, solche Träume zeigen Probleme beim Loslassen auf. Ja Potzblitz, damit hatte ich ja in meinem Leben noch gar nie zu tun. Probleme mit dem Loslassen, pah, was ist das überhaupt. Harhar.

Wo ich aber sicher keine Schwierigkeiten habe, ist die Schule loszulassen, und zwar ja quasi zum zweiten Mal. Beim ersten Mal, also als ich 19 war, gabs Mädchen, die geweint haben, weil die Schulzeit jetzt vorbei ist und ich habe es wirklich gar nicht verstanden. Vielleicht, weil ich eh schon ein Jahr länger als geplant dort verbracht habe. Nun heute war das Kind dran, letzte Prüfung und ich finde es wieder nicht traurig.

Die Matura ist geschafft und zwar mit gutem Erfolg. Bis gestern hatten wir das gar nicht am Schirm, dass sich das notentechnisch ausgeht. Und obwohl mir Noten prinzipiell wurscht sind, war ich happy. Vor allem aber bin ich dankbar, dass es in den ganzen zwölf Jahren kein wie immer geartetes Drama gab. Ich weiß, nicht zuletzt aus eigener Erfahrung, wie anstrengend und belastend Schule nämlich auch sein kann.

Am Wochenende gehen wir dann essen und möglicherweise auch in den Pool und am Montag gibt es noch eine offizielle Feier mit Brimborium in der Schule. Und auch darauf freue ich mich.

Danach kann man übrigens gleich für die Aufnahmeprüfung an der Wunschuni im Wunschfach lernen, die dann mitunter bereits Ende Juni (!) stattfindet. Weil so wie bei uns früher, dass du erstmal bis Ende September nichts weiter zu tun hast, das geht heute nur noch in wenigen, sagen wir mal nicht extrem überlaufenen Fächern wie Germanistik. Harhar.

Aber jetzt erstmal kurz einfach genießen.

Freitag

Heute war ein gemütlicher Tag.

In der Früh habe ich neue Arbeit bekommen, die mich jetzt gut einen Monat beschäftigen wird, was immer gut ist, wenn man selbstständig ist.

Auflösung folgt

Zu Mittag war ich “Bücher schauen”, um mir einen Roman für mein Wochenende im Garten zu kaufen. Nicht, dass ich nicht noch genug “auf Lager” habe, aber ich habe gestern ein Video von der Wiener Buchhändlerin Petra Hartlieb gesehen, wo sie ein Buch empfiehlt, das mich vom Plot und dann auch beim Reinlesen angesprochen hat. Es ist da oben auf dem Foto und ihr könnt raten, welches es ist.

Danach gings mit L. zu Vapiano (unbezahlte Werbung).

Eines von unseren Kindern hat die Matura bereits hinter sich und meines ist es (leider!) nicht, harhar. Aber bei ihnen lief es super und das ist toll. Wir haben uns unter anderem auch noch über Sommerpläne unterhalten, wobei ich derzeit gar nicht das Gefühl habe, das bald Sommer ist, mag wohl auch am Wetter liegen.

Pasta Pesto Rosso und Pasta Polpette

Tagespasta ist übrigens nicht mehr Polpette am Freitag, sondern Pesto Rosso, aber weil ich das nicht mitgekriegt habe, hat uns der Koch heute zweimal die Pesto Rosso verrechnet, was ich ur lieb fand.

Am Abend habe ich auf Prime entdeckt, dass heimlich still und leise If I Had Legs I’d Kick You veröffentlicht wurde. Ein Film, dessen Hauptdarstellerin Rose Byrne heuer für den Hauptrollenoscar nominiert war, aber in unseren Breiten gab es überhaupt keinen Kinostart und der Film wurde irgendwie komplett totgeschwiegen, bis eben heute.

Jedenfalls habe ich ihn mir dann gleich anschauen müssen und er ist…strange, beunruhigend und verstörend, bisschen Borderline Horrorfilm. Und er hat das seltsamste Casting seit langem, denn neben Byrne spielen Conan O’Brien (als Psychiater), Christian Slater und der Mann von Rihanna, der mit dem Sonderzeichen im Namen. Also zwei Menschen, von denen ich gar nicht wusste, dass sie schauspielen und einer, der irgendwie ein bisschen in der Versenkung verschwunden ist.

Hoffe, ich träume jetzt nicht schlecht, so wie vorige Nacht (Giftschlangen im Garten).

Juni-Sonntag

Heute erste Grillerei des Jahres.

Vorher:

Man beachte den wunderschönen Tischläufer im griechischen Stil (von H&M Home, unbezahlte Werbung), mir gefällt er einfach so gut

Mittendrinnen: Sehr gut gegessen.

Nachher:

Ich um 15.01 nachdem das Formel 1 Rennen in Monaco um 15.00 Uhr gestartet wurde und Max Verstappen am Start stehengeblieben ist.

Es war dann nicht mehr so extrem verlockend für mich persönlich, zumal der Moderator meinte, er will ja keine Zuseher vergraulen, aber das letzte geglückte Überholmanöver, um die Führung beim Monaco Grand Prix in Monaco zu übernehmen, fand im Jahr 1985 (sic!!!) statt. Ich meine, da war ich neun Jahre alt, neun Jahre! Harhar. Nachdem ich zwei Stunden gelesen, in die Gegend geschaut und geschlafen habe, war das Rennen wegen diverser Unterbrechungen immer noch nicht aus.

Später dann noch Maturazeugs wiederholen bzw. abprüfen – “wir” haben aber noch über eine Woche Zeit, insofern derweil keine große Aufregung.

Außerdem meinen ersten Urlaub seit 2019 gebucht. Erstaunlicherweise freue ich mich richtig darauf, obwohl mir das Wegfahren jetzt auch nicht wirklich gefehlt hat.

An jemand denken, der fehlt. Schöne Gedanken.

Gute Nacht.

Wochenende, gemischt

Am Freitag Abend habe ich Late Fame gesehen, die von mir schon mit Neugier erwartete Adapation der Schnitzler Novelle mit William Dafoe, im stimmungsvollen Gartenbaukino.

Davor habe ich im Stadtpark Abend gegessen und ein bisschen gechillt.

Zwei Wochen kann man Late Fame jetzt (nur in englischer Originalfassung) im Gartenbaukino sehen

Dafoe hat ein charmantes Reel für das Kino eingesprochen. Sehr schön, wenn ein amerikanischer Schauspieler “Arthur Schnitzler” sagt. Jedenfalls bin ich recht begeistert von diesem kleinen, stillen Film, der sehr nahe an seiner literarischen Vorlage ist, obwohl er statt in Wien um die Jahrhundertwende gut 130 Jahre später in New York spielt. Mehr bald.

Ansonsten habe ich zweimal den Moment verpasst, in den Pool zu gehen.

Gewittersturm im Garten

Außerdem darf ich mich derzeit wieder mit der Welt der Psychologie/Philosophie beschäftigen #ausgründen und das freut mich sehr. Habe extra meine eigenen Maturafragen aus dem Jahr *hust* ausgegraben. Ich hab damals die Philosophiefrage gewählt, weil bei mir alle guten Psychologiefragen schon weg waren, das Schicksal,wenn dein Nachname mit “S” beginnt harhar. Heutzutage läuft die mündliche Matura ganz anders ab, ich sage nur vier Prüfungen an vier verschiedenen Tagen und das im schwarzen Anzug.

Aufgeregt habe ich mich dieses Wochenende auch, nämlich über Influencerinnen, die ohne medizinische Expertise mit Ende 30 für Hormonersatztherapien “werben”. Prinzipiell ist es ja jedem selbst überlassen, was er sich so reinzieht. Jede Frau hat eine andere Konstitution und ich bin immer sehr für Selbstbestimmung. Ich finde nur den Trend dazu, die Wechseljahre zu einer Art Krankheitszustand hochzujazzen, den man behandeln muss, ein bisschen gefährlich, weil Erwartungshaltung und so. Ich persönlich kann sagen, die Wechseljahre können auch komplett unspektakulär ablaufen, dass man fast gar nichts davon mitkriegt.

Soweit mein Wort zum Wochenende.

Ein Traum

Ich hatte wieder einen Traum.

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat einmal gesagt, es ist nicht gut, wenn Autoren über ihre Träume schreiben, es sind in der Regel die schlechtesten Kapitel in ihren Romanen (he ist not wrong). Aber das hier ist ja kein Buch und ich fasse mich auch kurz.

Ich war mit einer Freundin im Park, wir saßen auf einer Bank und da sah ich ihn mit einer Gruppe. Jemand aus der Gruppe rief seinen Namen, dann mehrere, sehr fröhliche Stimmen. Er drehte sich zu ihnen um, ich war zu weit weg, um seinen Gesichtsausdruck zu sehen, aber ich denke, er sah zufrieden aus, in so einer bescheidenen, zurückhaltenden Art. Und ich dachte mir, ich könnte auch seinen Namen rufen, er würde mir sicher zuwinken, mich grüßen. Aber ich kann nie wieder seine Hand nehmen und mit ihm gehen, in dieses Zimmer, das nur uns gehört hat, an einen Ort, in dem wir uns alles sagen konnten.

Beim Aufwachen habe ich mich ambivalent gefühlt und dann habe ich gedacht, es ist immer möglich, Situationen auf die eine oder andere Weise zu sehen. Und ich habe mich dafür entschieden, nicht traurig darüber zu sein, dass es vorbei ist, sondern glücklich, dass es diese Zeit und diesen Raum gab.

Frühstück Treu am Platzl

Heute wurde das lange Wochenende noch bis Mittag verlängert. L. und ich waren wieder einmal Frühstücken und da das Wetter so gut angesagt war, haben wir ein Lokal mit einem schönen Garten recherchiert und haben uns für das Treu am Platzl in der Piaristengasse, direkt vor der der Piaristenkirche entschieden. Wie immer unbezahle Werbung. Reservieren ist sinnvoll.

Ich meine, wie hübsch ist das bitte, bei so einem blauen Himmel:

Herausforderung war dann eher, dem Schatten zu folgen, der mit Fortschreiten des Vormittags mehr und mehr verschwand (trotz Schirmen). Irgendwie vergisst man ja Jahr für Jahr die Herausforderungen, die auch der Sommer mit sich bringt. Advanced Level dann Wespen beim Essen und so, das dauert aber noch. Ach ja und was noch wichtig ist: Cash only! Es gibt aber einen Bankomaten in der unmittelbaren Nähe.

Das haben wir übrigens gegessen und es sieht nicht nur hübsch aus, es war auch sehr gut, sehr weiches Brot, mein Zahnprovisorium bedankt sich.

Einmal Avocadolala, einmal Poached Egg Royal – zwei Zungenbrecher fast – mit Safranhollandaise

So eine kleine, schlichte Tischdeko finde ich immer ur süß, kann ich mir als Inspiration für den Garten merken:

Thema war unter anderem einmal mehr die Matura. ‘Wir” nähern uns langsam den mündlichen Prüfungen und jetzt findet die Schule nur noch sporadisch in Form von Vorbereitungsstunden zu sonderbaren Zeiten statt und das ist nach zwölf Jahren ur ungewohnt, zumindest für Mamas, ich glaube, die jungen Erwachsenen haben da keine Umstellungsprobleme, harhar.

Danach sind wir noch in die Stadt gebummelt, unter anderem durch den Rosengarten im Volksgarten

Sehr schön wars, wie immer.

Girls, Fazit

Mein Fazit nach Girls – ja dann ist Schluss, ich weiß ich bin gerade etwas obsessed – und der Lektüre von Famesick: Ich hätte gern eine neue Lena Dunham Serie.

Aber keine wie Too Much, die Miniserie vom vorigen Jahr. Ich habe da länger gegrübelt, warum mich die so gar nicht erreicht hat. Ich glaube, es lag einerseits an der Hauptdarstellerin Megan Stalter, die ich überhaupt nicht mochte. Dunham selbst war so liebenswert, zwar auch total schräg, hatte aber so etwas nahbar-sympathisches. Too Much fehlte auch die gewisse Ambivalenz, die Girls hatte, auch eine Vielschichtigkeit. Natürlich ist Hannah Horvath Demokratin, aber es gibt zum Beispiel eine Szene, in der sie mit Jessa über Politik spricht, da sie gerade einen Republikaner datet, und Jessa sagt: „What’s wrong with a Republican? It’s just the same as a Democrat. They’re all dirtbags. It was Bill Clinton who repealed the Glass-Steagall Act” Ich glaube, Lena Dunham hat mit den Clintons noch ein Hühnchen zu rupfen, harhar.

Das Problem ist vielleicht auch, dass Dunham mit fast 40 Jahren keine Serien über Ende 20-Jährige machen “sollte”. Ich bin der Überzeugung, dass wenn man aus einer Altersgruppe draußen ist, darüber nicht mehr wirklich authentisch schreiben kann, besonders wenn die Zielgruppe genau diese Altersgruppe sein soll. Mir wäre lieber, sie macht eine Serie über 40 Jährige, die zum Beispiel, wie sie selbst, kein Kind bekommen können – ein großes Thema in Famesick – oder etwas über die Herausforderungen mit ihrer Krankheit. Etwas, was mehr sie jetzt ist und nicht sie vor zehn Jahren.

Zum Schluss noch mal ein Spoiler, für die, meines Erachtens, eigenartigste Szene der ganzen Serie, aus Staffel 5. Hannah entdeckt auf dem Handy ihres damaligen Freundes Fran Nacktfotos von dessen Ex-Freundinnen. Zur Rede gestellt, gibt Fran an, er hat die Fotos “nur”, um sich dabei ähm, selbst zu befriedigen. Also das ist ja doch irgendwie schon eine ziemliche Red Flag, harhar. Man hat die Szene noch gar nicht richtig verdaut, wird sie von der nächsten noch getoppt, in der Hannah sich nackt von Ray (nicht etwa von einer der Freundinnen) fotografieren lässt, weil er halt einfach die besten Fotos macht, um Fran quasi selbst eine “Vorlage” zu liefern. Da sitzt man schon vorm TV und denkt sich: Was bin ich sehend? Aber ich mag sowas ja. Harhar.

Entlassen möchte ich euch jetzt mit der Frage, die Ray gerne jedem stellt, den er neu kennenlernt: Möchtest du lieber in einem hässlichen Haus mit Blick auf ein schönes Haus leben oder in einem schönen Haus mit Blick auf ein hässliches?

Spannende Frage, oder?

Die Party & das Leben

Gestern war ich auf einer 100. Geburtstagsfeier – na ja gut, zweimal 50 Jahre.

Diese tolle Aussicht gab es auf der Dachterasse:

Blick auf den Wiener Westbahnhof

Außerdem gab es ein großes Buffett, zahlreiche Getränke und ein Wiedersehen mit lieben Menschen, die man sonst selten sieht. Auch ein Wiedersehen mit Menschen, die man schon 20 Jahre + nicht gesehen hat. Da gibt es dann Menschen, die so fragen, als würden sie gerne die eigenen Schwachstellen treffen, dort hinzielen, wo es weh tut, aber sie liegen so weit weg wie nur irgendwie möglich entfernt, weil sie einen nicht mehr kennen und Gott sei Dank keine Ahnung haben, was einen wirklich verletzen würde.

Das hat mich direkt an Girls erinnert, ich bin gerade mit der Serie fertiggeworden. Die ersten fünf Staffeln sind echt gut, interessant, witzig, natürlich auch edgy. Die sechste und letzte Staffel aber, so mein Gefühl, ist großartig, weil sie tatsächlich so ist, wie das Leben ist. Nämlich nicht so wie in vielen anderen Serien, die auf eine Sensation hinarbeiten, eine große Erkenntnis oder auch eine komplette Niederlage, eine Zerstörung, nein. Weil das Leben selten so ist, Dinge passieren viel schleichender und subtiler.

Da (in Girls und dem Leben) verlieren sich Kontakte zu Menschen und man weiß genau warum, da verlieren sich aber auch Kontakte und man weiß überhaupt nicht warum. Manches davon tut sehr weh und manches tut gar nicht weh. Da merkt Hannah, dass sie das, was sie glaubte unbedingt zu wollen, und was sie dann letztendlich auch bekommt, gar nicht mehr möchte. Auch diese Erkenntnis ist sehr schmerzhaft. Okay, das kenne ich nicht, harhar. Dazu und zur letzten Staffel werde ich bald mehr schreiben.

Danke meinem Sohn für dieses tolle Foto mit seiner Spezial-Handykamera

Jedenfalls wars ein sehr schönes Fest, in einer besonderen Location, ein Abend an dem man über das Leben nachdenkt und sich aber auch amüsiert. Danke für die Einladung.