Heute war ich bei L. zum Frühstück eingeladen und es war wie im Hotel. Nein, es war besser. Und das trotz laufender Maturawoche auch bei ihr, danke.
Ich mein, unfassbar, die Auswahl! Zugedeckt waren noch diverse Früchte, Feigen etcetera, was wir später mit griechischem Joghurt, Chia und Mandelmus vermischt haben
Ich hab erstmal ewig gebraucht, bis ich das Haus gefunden habe. Mittlerweile verirre ich mich also schon in Gegenden, wo ich früher, als die Kinder klein waren, oft war. Zu meiner schwachen Verteidigung kann ich sagen, es wird da gerade einiges dazugebaut. Früher sind der Sohn und ich nach dem Kindergarten, der gleich daneben war, öfters mit L und Co. dort im Hof und Park gewesen, das war eine schöne, ganz andere Zeit.
Das letzte Mal habe ich L. vor fast vier Jahren besucht, daran habe ich mich heute erinnert. Damals ging es mir nicht gut, und ich war dankbar für die Einladung. Heute habe ich mir gedacht, es ist schon interessant, wie sehr man sich mit der Zeit selbst wieder “herausziehen” kann, mit tatsächlich Literatur und Film und eigener Kreativität. Obwohl sich die Gefühle für jemand nicht verändert haben. Aber die Perspektive ist eine andere.
Jedenfalls haben wir sehr gut gegessen und dann sind wir noch am Balkon gesessen, solange wir es ausgehalten haben (=die Sonne nicht zu sehr heruntergeknallt hat). Es war wirklich sehr nett.
Das war mein Mitbringsel: die “Frühstückskarte”, die ich vor einiger Zeit beim Book Crawl gefunden habe:
Heute in der Früh aus einem dieser so schönen Träume aufgewacht, die sich so echt und innig anfühlen und von denen man schon im Schlaf weiß, dass sie leider nicht real sind. Wie viele Wendeltreppen bin ich schon hinaufgelaufen…
Den ganzen Tag im Freien verbracht und das Motto war irgendwie gelb.
Now playing: Yellow by Coldplay
Ich hatte ein semi-gelbes Shirt an, ich habe das gelbe Buch von Lena Dunham gelesen (es ist so gut!) und auf Empfehlung des Kindes das neue gelbe Red Bull (Sudachi-Lime) getrunken. Es schmeckt tatsächlich nach Sommer in den 1980er Jahren, und das ist was gutes.
Habe mich noch etwas erholt, denn die nächste Woche wird bekanntlich ein bisschen aufregend, aber bei “uns” geht die Matura erst Dienstag los. Und deswegen wird morgen was Gutes gekocht und nochmal in Ruhe alles wiederholt.
… die Blumenpracht genießen und im Liegestuhl chillen
Meinen Roman überarbeiten – writing is re-writing, wie schon mein Englischprofessor immer sagte. Vieles passt schon, manches ist noch nicht ganz am Punkt.
Wiederholung der Textsorten für die Deutschmatura am Dienstag (hui!) mit dem Kind. Freu mich, wenn er meine diesbezügliche Expertise (harhar) in Anspruch nehmen möchte.
Famesick lesen, die Memoiren von Lena Dunham – habe ich gestern bekommen und ich war sofort am Haken. Ich meine alleine wegen dieses einen Satzes, in dem Dunham beschreibt, wie sie das erste Mal das Studio von HBO besucht. HBO, der Sender, der dann später ihre eigene Serie Girls produzieren wird: “Looking around the double-height lobby, with posters of shows that formed me The Sopranos, Sex and the City and Six Feet Under, whose finale I could still weep about on command.” Same! Das beste Serienfinale, das ich kenne, die letzten fünf Minuten sind einfach so unbeschreiblich schön (traurig/tröstlich gleichzeitig).
Viel an jemand denken, natürlich auch bisschen aufgewühlt.
Für alle, die es nicht erraten haben: Ich war gestern am Semmering, auf eine Feier zu einem 55. Geburtstag.
Tradtionelle Semmering-Architektur
Das Geburtstagskind arbeitet dort im Semmering 2026+ Projekt mit, das die Gegend revitalisieren soll/will und deshalb gab es nicht eine Feier im herkömmlichen Sinn, sondern zuerst mal einen dreistündigen Kulturspaziergang, von der Passhöhe bis zum Golfplatz. Ich hab mir zuerst ehrlicherweise gedacht, au weia, das mag ich ja nicht soo gern, wenn man irgendwo landet, wo man dann am Ende nur mit einem Shuttle zurück zum Auto bzw. Bahnhof gebracht werden kann, das ist so ein typisches Horrorfilm Szenario harhar, aber es war wirklich sehr kurzweilig und nett und lustig.
Das bekannte Hotel Panhans
Dazu kam, dass ich einige Personen, die ebenfalls eingeladen habe, schon ungefähr zehn Jahre nicht mehr gesehen habe. Und ich habe das Gefühl, sie haben ein paar meiner “Versionen” gar nicht mitbekommen bzw. ich auch ihre nicht. Und manchmal tut mir das leid, dass sie manches nie kennengelernt haben, aber an diesem Nachmittag wars “egal”, ich war einfach ich und sie waren sie und das reicht. Dazu kam, dass bei letzten Treffen gefühlt lauter Volksschüler herumsprangen und jetzt die “Kinder” alle so gut wie erwachsen sind und an einem Samstagnachmittag ganz andere, eigene Pläne haben.
Das Sporthotel
Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber ich habe kaum Fotos gemacht, weil ich so mit Plaudern beschäftigt war, harhar. Gottseidank kriegen wir dann irgendwann noch offzielle Fotos, wo wir vor allem beim Essen waren, sicher sehr vorteilhaft, harhar. Ich habe lange mit I. geplaudert, und mich mit C. lebhaft über den Songcontest unterhalten, wir kennen schon alle Songs und hören dieselben Podcasts, er war damals auch in der Stadthalle 2015 dabei; wie ich kotzen auch ihn die ganzen Demos und politischen Debatten etcetera an, aber wir haben beschlossen, wir lassen uns in unserer ESC Whatsapp Gruppe den Spaß nicht madig machen und schauen einfach wie immer “gemeinsam”.
Das Südbahnhotel, wo Paulus Manker “Alma” aufführt und wo man auch super eine Neuadaption von “The Shining” drehen könnte
Bei der Führung wurde uns vor allem, wie man sieht, die Geschichte der alten Hotels in der Region näherbrachte, die alle renoviert wurden/werden, aber noch geschlossen sind, aber im Zuge des Semmering neu denken Projektes einen zweiten Frühling erleben sollen. Mich interessiert das ja sehr, das Wort “denkmalgeschützt” hat für mich einen sehr schönen, auch ein bisschen schmerzlichen Beigeschmack und das wird vermutlich eh immer so bleiben. Es gibt Dinge, die man erlebt, die einen nie wieder ganz verlassen werden (und das ist auch gut so, denn das zeigt, wie viel sie bedeuten haben und immer noch bedeuten).
Endstation Golfplatz
Am Schluss landeten wir auf dem Golfplatz, wo wir irgendwelche alkoholischen Hipstergetränke bekamen und ein Foodtruck für das leibliche Wohl sorgte. Das Essen – kleine Portionen von verschiedenen Gerichten wir Lachwraps, Flammkuchen, Pulled Pork Burger, Asia Nudeln, Backhendel – war wirklich sehr, sehr gut. Und ich bin natürlich eine emanzipierte Singlefrau, die eh immer irgendwie alles alleine macht, aber ich fand es schön, dass mir diesmal das Essen gebracht wurde, und ich einfach auf der Wiesen sitzen bleiben konnte, harhar.
Pulled Pork Burger
Danach wurde es kühl und müde war ich auch schon sehr. Indoor wurden aber noch Geschenke ausgepackt und sich am Holzofen gewärmt, bevor sich die Gesellschaft dann langsam auflöste und ich irgendwann in mein Bett im Garten plumpste.
Entweder man weiß bescheid, man googelt oder wartet einfach bis morgen, bis ich mehr davon erzähle, harhar.
Jetzt bin ich nämlich nach stundenlang gehen und stehen und reden und essen und trinken – es war ein Geburtstagsfest – komplett fix und fertig und schaff es nur noch, ins Bett zu gehen. Aber sehr fein wars.
Mein Wochenende war wie eh befürchtet harhar recht arbeitsintensiv, es ist sich aber alles ausgegangen und ein bisschen unterm Baum liegen (und in der prallen Sonne schlafen, nur noch jetzt möglich) ging schon auch
Blick aus dem Garten-Arbeitszimmer am Sonntagmorgen:
Ich brauche immer irgendwas, was mich beim Arbeiten fröhlich macht und inspiriert, also Mannerschnitten (originale Metallschachtel zum Aufbewahren), mymochi, getrocknete Blumen aus dem Garten, ein Silvesterglücksbringer, Notizzettel, Post it’s…
Jetzt am Abend noch ein bisschen ESC Merci Cherie Podcast gehört. Übrigens, Teaser, nächste Woche werde ich in diesem zu hören sein, natürlich nur circa 50 Sekunden, harhar. Ich habe meine Kernkompetenz verlassen und einmal meine Wertung gesprochen – und Marco Schreuder hat mir tatsächlich, “danke Bussi” zurückgeschrieben, wir sind schon die ur Kumpels, harhar.
Und jetzt bei leichtem Regen an jemand denken und mit dem Gedanken einschlafen.
Auch mit 50 Jahren hat man ab und zu noch Aha-Momente über sich selber. Heute zum Beispiel.
Ich tue mir immer schon eher schwer, nein zu sagen. Stattdessen gehe ich dann über meine Grenzen, schmeiße meine Pläne um, stresse mich irgendwohin. Ich dachte lange, das hat damit zu tun, dass ich andere Menschen nicht enttäuschen will. Das ist es schon auch, aber nicht nur. Tatsächlich habe ich heute festgestellt, dass ich irgendwo auch immer im Hinterkopf habe, vielleicht werde ich gar nicht mehr gefragt, wenn ich einmal irgendwas absage, was sich einfach zeitlich oder sonst wie gerade nicht ausgeht. Vielleicht werde ich dann ab jetzt vergessen. Also so eine Art Angst vor einer auto-induzierten Selbst-Marginalisierung. Schön gesagt gell, harhar.
Dann dachte ich mir, boah, was ist denn das schon wieder für ein (Kindheits)thema in mir. Und dann ist mir Chandler (der leider verstorbene Matthew Perry) aus Friends eingefallen, die eine Szene in der ihm irgendwas passiert, ich weiß nicht mehr was, jedenfalls sitzt er dann so da und denkt (man hört nur seine Stimme): “Seriousely what’s wrong with me? Uhh…don’t open that door”
Und deshalb lieben wir alle Chandler am meisten, zumindest ich tue das, weil er ein so ein zutiefst unperfekter Charakter ist, mit so vielen Themen, die er immer mit Humor und Selbstironie pariert, aber nie versteckt. Der immer auch offen zugibt, dass er sich so fühlt, wie er sich fühlt, aber nie als Opfer seiner Umstände. Ein echt authentischer Charakter, das will ich auch sein, sagen was ist.
Nadine hat mich wieder einmal zu einem Blogeintrag inspiriert. Sie schreibt nämlich in ihrem aktuellen Beitrag, dass sie quasi gerade auf Jammer-Diät.
Im Alltag geht es mir nicht so. Ich stehe auf und freue mich auf meinen heißen Kaffee, auf den Toast mit zentimeterdicker Marmeladeschicht, mein tägliches Wordle, Spaß haben mit meinem Kind, ich denke mir, was habe ich heute für eine interessante Arbeit, was kann ich am Abend lesen, kann ich ins Kino gehen, treffe ich jemand zum Essen und Quatschen, es gibt immer irgendwas, worauf ich mich freue.
Dennoch habe ich das Gefühl, mit dem Leben an sich eine Art Kampf zu führen. Es gibt ja diesen Spruch, das Leben beendet die Dinge für dich, die nicht deine sind, aber was ist denn dann meines? Harhar. Die Schule habe ich nur mit Mühe geschafft, auf der Uni war ich zwar gut, bei den Abschlussarbeiten hatte ich aber wieder ganz andere Vorstellungen als meine Professorinnen. Das Studium selber war natürlich auch mit Abschluss eher brotlos, selbstständig zu sein, ist immer auch von Unsicherheiten geprägt. Meine Großeltern, bei denen ich aufgewachsen bin, sind schon lange nicht mehr da, mein Vater ist bereits vor seinem Tod verschwunden, ohne mir einen Grund zu nennen. Meine Schwangerschaft war gut, bis sie zum Desaster wurde, bei der Geburt wurde mir gesagt, vielleicht überlebt das Kind diese gar nicht. Den Schock über diese Aussage spüre ich heute noch manchmal. Und schließlich jetzt: in der Zeit, in der andere heiraten und sich wieder scheiden lassen, bin ich immer noch mit Abschied beschäftigt.
Meine Mama sagt, was vorbei ist, ist vorbei, Vergangenheit, da muss man loslassen. Loslassen kann ich entweder sofort oder gar nicht. Ich habe auch immer noch ein Foto in meinem Haus hängen, und da bleibt es auch. Dann denke ich wieder, wenn ich anders wäre, würde ich sicher nicht schreiben. Ich würde überhaupt ein ganz anderes Leben führen. Und ohne das Schreiben will ich mir mein Leben gar nicht vorstellen, weil es allem einen Sinn gibt. Die Suche nach Worten, das Festhalten, das für mich Aufbewahren, Erinnern. Ich werde immer beschäftigt sein, solange ich schreibe.
Und dann denke ich mir, es ist schon alles richtig so. Und deshalb gibt es auch diesen Blog.
Gestern wars am Nachmittag richtig schön sonnig im Garten, die “Kids” waren auf Besuch – wir sind auf den Liegestühlen gelegen und haben in den Himmel geschaut.
Am Abend habe ich dann begonnen, Alle meine Mütter zu lesen und habe mich aber so geärgert, dass ich gleich wieder damit aufgehört habe. Ich habe festgestellt, für mich ist es eine Red Flag, wenn in einem Buch Frauen* steht – und nicht nur einmal, sondern jedes einzelne Mal. Jetzt wurde endlich erreicht, dass Frauen als halbwegs eigenständig und selbstbestimmt wahrgenommen werden, und nun haben wir plötzlich einen depperten Stern ein Sonderzeichen hinter “uns” stehen? Why? Und hebt das nicht das ganze Gendern wieder auf, wenn jetzt Frauen erneut nicht alleine für sich stehen können? Liebe Autorin, schreib doch von mir aus am Anfang des Buches hin, was du persönlich unter Frauen verstehst und dann ist aber auch gut.
Ich werde dem Buch wahrscheinlich noch eine Chance geben, wenn ich mich abgeregt habe. Aber gestern hab ich dann doch erstmal mit Die Wahrheit über Ann angefangen, im Prinzip eine ähnliche Thematik, und das gefällt mir bisher sehr.
Heute gabs ein Geburtstagsessen in einem Steak-und-mehr Lokal:
Im Saloon
Das Gericht nennt sich Jolly Jumper, man könnte also denken, es wäre vielleicht Känguru, tatsächlich sind es aber Spinatnockerl mit Feta, mhmm. Bin zwar keine Vegetarierin, aber mir schmeckt das einfach so gut dort. Dazu eine fancy Limetten-Limonade.
Danach noch Kaffee und plaudern und ein bisschen vorarbeiten. Viel an jemanden denken. Und dann ist das Wochenende auch schon wieder vorbei.