almis personal blog

Slow Sunday

Heute beim Frühstück schon sehr gelacht, über diesen ORF-Text aus der Rubrik: Wunderschöne Alltagsprosa:

Oder ist das eine Nachricht in einfacher Sprache?

Ansonsten einen ruhigen Sonntag gehabt.

Ein Tag, an dem die einen mit kurzen Hosen gehen, die anderen schon in leichter Daunenjacke.

Ein Tag, an dem der Pool gerade noch nicht eingewintert ist, die Heizung im Bad aber gerade schon läuft.

Ein Tag, an dem ich endlich in der prallen Sonne liegen kann (mit langer Hose) und es ist nicht mehr heiß, sondern gerade angenehm.

Ein Tag, an dem ich alle Tageszeitungen und Klatschzeitschriften der vergangenen Wochen lese, die ich noch nicht kannte. Ich weiß jetzt Bescheid über Meghan und Harry zurück in UK und Sarah Connors Beziehungsdefinitionen.

Ein Tag, an dem ich den Projektvertrag unterschreibe und mich auf die neue Arbeit freue.

Ein Tag, an dem ich generell über manche Dinge erleichtert bin.

Ein Tag, der auch Tag des Denkmals ist, das war schön früher. Heute löst es viele Erinnerungen aus, sie sind noch zu nahe. Vielleicht gehe ich irgendwann einmal wieder und sehe mir etwas an.

Ein guter Tag, gutes Wochenende.

Denkwürdig

Beste Mittagspause heute mit L. im Vapiano (unbezahlte Werbung) :

Tagespasta Marry me Chicken, wir haben schon darüber gesprochen

Langsam hört sich das gemächliche vor-sich-hin Arbeiten des Sommers auf, die neuen Projekte trudeln ein und zwar natürlich gleich mehrere auf einmal und sehr dringend. Deshalb umso wichtiger dazwischen eine kleine Pause zu machen und sich – wie immer – super zu unterhalten und auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen.

Mhmm wie gut

Zwischendurch schrieben uns manche unserer Kinder, was es denn übrigens später zu essen gäbe, harhar.

Apropos: Heute vor etlichen Jahren lag ich schon den sechsten Tag im Krankenhaus Bozen, wollte eigentlich nach Wien transferiert werden, und hatte an diesem Nachmittag Schmerzen. Ich wollte aber allen, inklusive des medizinischen Personals, weismachen, dass das keine Wehen wären, weil “die stelle ich mir anders vor”, nämlich viel schlimmer, das hier war ja nur unangenehm. Leider brachten sie dann so einen Wehenschreiber, um meine Aussage zu überprüfen und überraschenderweise hatte ich mich geirrt. Ich mein eh kompletter Realitätsverlust, immerhin befand ich mich ja wegen drohender Frühgeburt im Spital und ich hatte schon die ersten Wehen “verpasst”, die mich ja an diesen Ort gebracht hatten. Morgen vor 19 Jahren wurde das Kind geboren. Seit einiger Zeit ist das “nur” noch ein Geburtstag, an dem man froh und glücklich ist und kein traumatisches Rückerinnern mehr.

Es ist also schon etwas dran an diesem Satz: Die Zeit heilt allen Wunden.

Damals

Oft wünsche ich mir, dass ich diesen Tag damals nochmal erleben kann.

Hätte ich etwas anders machen sollen, als noch alles möglich war. Mich anders verhalten, andere Sätze sagen. Damit ich an diesem Tag heute nichts vermissen müsste.

Aber dann denke ich, es war schon alles richtig so. Dieser Tag war wunderschön. Und viele Tage danach auch. Und das zählt.

Rabbit Hole

Letztens bin ich mal wieder das Rabbit Hole tragische Liebeslieder hinabgestiegen.

Direkter Anlass war, ich schreibe in meinem Langtext über den Song Smile like you mean it von den Killers. Dieser Song ist aus dem Jahr 2004 und Brandon Flowers hat ihn im Alter von 22 Jahren verfasst. Er verbreitet diese typische Killers Melancholie, die ich komischerweise liebe, dieses satte Las Vegas Gefühl, die kuriose Depression, kaum dass man erwachsen geworden ist, wenn man erkennt, dass man selbst auch einmal würde sterben müssen. Aber vor allem singt Flowers hier vom Abschied von der ersten Liebe: “And someone will drive her around, down the same streets that I did.” Und dann die Wiederholung des vermeintlich immer gleichen mit anderen, neuen Menschen, die vielleicht besser zu einem passen, vielleicht aber auch nicht.

Von dort kam ich zu Sinead O Connor mit Nothing Compares 2 U: “It’s been seven hours and fifteen days. Since you took your love away”, stellt sie fest. Und, dass der Arzt, den sie aus Kummer aufsuchte ihr rät: “Girl you better try to have fun no matter what you do.” Eh kein so schlechter Tipp. Doch Sinead oder genaugenommen Prince schlussfolgerte über diesen Arzt: “He’s a fool.”

Danach sah ich ein Video von Roxette, wo Marie Fredriksson im weniger bekannten, aber sehr schönen Song Anyone singt: “Everything more or less appears so meaningless. Blue and cold. Walking alone through the afternoon traffic. I miss you so.” Und in dem Video geht Frederiksson ins Meer, aber nicht aus den guten Gründen und heutzutage würden solche Videos wahrscheinlich gar nicht mehr produziert, und wenn, dann nicht mehr veröffentlicht werden, nicht mal mit Triggerwarnung, weil: kritischer Content.

Ich ging weiter zu Always von Bon Jovi, auch eine sehr arge Liebesgeschichte, nur ist das Video so dermaßen gaga, dass man ganz davon abgelenkt ist. Ich mein, wirklich alles, was die Protagonisten hier tun, ergibt keinen Sinn, ich habe darüber schon mal echt gut geschrieben, finde ich (hahar). Aber die Zeilen “This Romeo ist bleeding, but you can’t see his blood” sind super und auch “I ll be there till the stars don’t shine, till the heavens burst, an the words won’t rhyme” – ja hat Bon Jovi da einen leicht ironischen Unterton, bei allem Liebeskummer?

Und schlussendlich Dido, mit White Flag, die die, finde ich, sehr weisen Worte spricht: “I know you think that I shouldn’t still love you or tell you that. But if I didn’t say it, well I’d still have felt it. Where’s the sense in that?” So ist es, Dido. Dafür habe ich ja meinen Blog, harhar.

Die Woche

Wie immer im September endet einiges und anderes beginnt (wieder).

Es war vermutlich einer der letzten Outdoor-Arbeitswochen, also sowohl am Laptop als auch im Garten selbst. Noch einmal Rasen gemäht – ich schwöre, nächstes Jahr kaufe ich einen neuen, weil der jetzige fällt fast auseinander, und ich packe es auch nicht mehr lange, 20 Meter Kabel hinter mir herzuziehen harhar. Der Pool wurde ebenfalls nochmals gereinigt, weshalb ich drinnen war, noch 27 Grad, richtig angenehm und trotz wirklich ausgedehnter Hitzewellen immer noch glasklares Wasser.

Außerdem war ich im Kino und habe mir The Dog Stars angesehen.

Bild/Text Schere, mein Film wird hier gar nicht angezeigt

Die ganze Welt so: Naja. Ich so: Hey ich mag das. Ein Film von Ridley Scott, der in post-pandemischen, post-apokalyptischen Zeiten spielt, klingt zwar grauenhaft, ist es aber meines Erachtens (!) überhaupt nicht, im Gegenteil. Pia Reiser meinte im fm4 Filmpodcast, dass er sogar witzige Momente hat. Man darf nicht vergessen, es gibt in der Welt dieses Filmes fast keine Menschen mehr, es gibt natürlich keine Kinos, keine Unterhaltungsmedien, auch keine Erwerbsarbeit, und trotzdem, so Reiser, liegt da das 1000 Seiten (und über 300 Fußnoten) Buch Infinite Jest von David Foster Wallace quasi unberührt auf dem Tisch. Also selbst wenn man auf der Welt gar nichts mehr zu tun hat außer sich ab und an vor marodierenden Banden zu verteidigen, kommt man nicht drauf, zur Zerstreuung dieses Buch zu lesen, harhar. Mehr zum Film dann bald.

Und heute endlich wieder mit L. frühstücken – so schnell, aber auch langsam sind zwei Monate vergangen.

Zweimal Egg Benedict und Cappuccino im Joseph

Eigentlich wollten wir ja durch die Stadt bummeln und uns ein Frühstückscafe suchen, aber es hat so geschüttet, dass wir dann doch quasi bei Wien Mitte geblieben sind. Das Egg Benedict war ausgezeichnet. Wir haben über unsere Sommer, unsere Kinder und uns selber geredet und es war so nett und lustig wie immer.

In Zukunft wieder öfter!

Zum Schulbeginn (ohne mich)

An einem ersten Schultag denke ich immer nur an den ersten Schultag meines Kindes, nie an meinen eigenen. Obwohl mir erst unlängst das Foto von mir aus dem Jahr 1982 in die Hände fiel, ich im Dirndl im Schulgarten und das Wetter war sehr schön. Bei meinem Kind war das Wetter ungewöhnlich furchtbar, aber der Tag war dennoch etwas besonderes, in vielerlei Hinsicht.

Heute war ein idealer erster Schultag, sonnig und warm, mit dieser gewissen kühlen Luft des Septembers, die ich so beruhigend finde und so liebe. Ich war unterwegs und habe viele Kinder mit Schultüten gesehen und erstmals seit vielen Jahren war ich kein Teil mehr davon. Auch die Freundinnen, die Schulanfänger haben, werden immer weniger. Jetzt gibt es wenn, dann eher erste Schultage im Gymnasium oder auf einer weiterführenden Schule.

Der erste Schultag ist ganz besonders und dann kommen ganz viele Tage, die überhaupt nicht besonders sind. Graue Tage, ungeliebter Wecker, Eselsohren in Büchern, immer wieder Hausübungen, immer wieder irgendwas üben, am Abend zur richtigen Zeit ins Bett gehen müssen. Und doch, im Rückblick, werden diese Tage, diese Zeit wieder besonders. Ich habe es geliebt, eine Stunde am Abend vorzulesen. Und ich werde nie vergessen, wie das Kind, vielleicht acht Jahre alt, und ich bei wirklich ärgstem Unwetter zur Schule gegangen sind, es hat wieder geschüttet und gestürmt, er am Roller und ich dachte die ganze Zeit, was für ein Scheiß, ich bin patschnass, mir ist kalt, es ist stockdunkel und er: Hörst du die Vögel? Ur schön. Harhar. Nicht das einzige Mal, in dem er mich dazu brachte, völlig die Perspektive zu wechseln.

An die ersten Schultage werde ich auch weiterhin denken, ich werde an jemand denken und jedes Jahr hoffen, dass es ihm gut geht. Und so wird es bleiben.

Die Woche bisher

Die Woche läuft gut soweit. Am Montag nach einem 10 Stunden Arbeitstag – der mit der Mail: “Du bist ein Wahnsinn, danke” belohnt wurde – habe ich Wer wird Millionär gesehen, wieder da, nach der Sommerpause. Ich schaue die Sendung tatsächlich schon seit 25 Jahren. Es war auch das erste mal in diesem Sommer, dass ich den Fernseher aufgedreht habe.

Und ich habe gleich etwas gelernt:

Wer wird Millionär vom 31.August 2026

Weil ich wusste zwar, dass es die Programmiersprache Python gibt, das Kind hatte das sogar als Themenbereich bei der Informatikmatura, aber ich hatte absolut keine Ahnung, dass der Name von Monty Python kommt. Ich habe immer an die Schlange gedacht. Und dieses Wissen gebe ich hiermit hier weiter.

Am Dienstag gab es ein Geburtstagstreffen mit M in Wien Mitte. Wir waren supergut asiatisch essen, leider habe ich kein Foto gemacht, weil wir so ins Gespräch vertieft waren und danach waren wir noch an der frischen Luft und haben uns einen Mango bzw. Orangen Spritz gegönnt. Ein total schöner Nachmittag.

Lässiges Chillen in Wien Mitte

Heute habe ich es dann ins Kino geschafft – wie ich Teenage Sex and Death at Camp Miasma fand, ein andermal, nur das: der Film ist ungefähr so verkopft wie sein Titel. Davor war ich aber noch in der Severingasse auf Lokalaugenschein. Und jetzt wird sich jeder denken, wie, was? Nun ja, diese Gasse spielt in meinem Roman eine Rolle und ich wollte sie mal wieder begehen.

Die mystische Severingasse am 2. September 2026

Ich habe dort einmal die Vorlesung Medizinische Psycholgie besucht haben, das Institut war damals in dem Backsteinhaus links. Ich habe sie als Wahlfach wegen meiner Dissertation ausgewählt, eigentlich war es eine Lehrveranstaltung für Medizinstudenten im zweiten Studienabschnitt. Ich habe mir gedacht, hm, wie werde ich als Geisteswissenschaftlerin da mithalten können. Und es ist tatsächlich eines der Dinge, auf die ich wirklich stolz bin, dass ich den Test mit der Note “Sehr gut” bestanden habe (ich hab auch ur viel gelernt, weil ich mich nicht blamieren wollte, harhar)

Die Gasse mag ich aus dem Grund, weil ich, als ich sie erstmal sah dachte, wow, die ist wie aus einer anderen Welt. Oder zumindest aus einem anderen Ort als Wien. Und ich frage mich bis heute, wieso ich das so empfinde. Sowas finde ich immer total spannend. Ich könnte über Straßenzüge, Gegenden und Häuser ewig nachdenken. Auch wenn ich (noch) keine Worte dafür habe.