almis personal blog

Donnerstag

Seit gestern ist das Kind ein Student. Wir haben uns ja früher noch um sieben Uhr mit hunderten anderen Menschen in irgendwelchen Gängen gedrängelt und sind fast ohnmächtig geworden. Heute gibt es timeslots.

Wie auch immer, heute Vormittag hab ich was fertig gearbeitet und mich dann in die Wiener Verkehrshölle begeben, genauer gesagt habe ich auf der Mariahilferstraße ein Buch abgeholt und bin beim schönen Museumsqartier vorbei gekommen.

Dann die ganze Mariahilferstrasse hinauf, zum Westbahnhof und dann weiter in den Garten. Dort gab’s im Lokal ein leichtes Sommergericht.

Ich bereue nichts.

Danach ein neues Buch angefangen und abgesehen davon, dass es mit einem riesigen Fehler beginnt – die Protagonistin spricht davon, dass Carola mit Främling 1983 den ESC gewonnen hat; das ist falsch. Carola wurde Dritte. Gewonnen hat sie 1991 in Rom mit Fangad av en stormwind. Mir unbegreiflich, wie das einfach keinem Lektor aufgefallen ist harhar. Also abgesehen davon ist es richtig toll.

Und dann hatte ich ja eine Karte für die Odyssee reserviert; aber stattdessen:

Ich bereue nichts.

Wertvoller Hinweis

Heute wurde mir beim Frühstück auf Facebook ein Video der Wir sind Helden Sängerin Judith Holofernes angezeigt, das ich mir beim Kaffee trinken angeschaut habe. Und ich habe mir gedacht, ich finde es gleichermaßen eigenartig, wenn Menschen immer so tun als hätten sie permanent das allerbeste Leben, aber auch gleichzeitig das Gegenteil: wenn so überreagiert wird und Dinge beklagt werden, die – let’s face it – so dramatisch auch nicht sind.

Holofernes hat ein Video aufgenommen, in dem sie beklagt, wie schwer ihr Reisen fällt. Also die Planung, alles berücksichtigen, auf jeden Teilnehmer Rücksicht nehmen, einfach an alles zu denken etcetera. Und ich verstehe das an sich eh recht gut, obwohl ich diesen Sommer auch wegfahre und mich sehr darauf freue. Aber große Reisen, wo man vielleicht auch noch in ein Flugzeug steigen muss (harhar) und sehr viel koordinieren, das finde ich auch eher anstrengend. Ich habe Menschen in meiner timeline, die gefühlt von Anfang Juli bis Ende August unterwegs sind und ich mag es zwar, deren Fotos anzusehen, aber für mich wäre es Horror pur. Oder wie Fran Lebowitz sagt: “I find real life challenging enough.”

Wenn Holofernes übers Reisen spricht, nehme ich extremen Stress und Überforderung wahr. Da denke ich mir dann wieder: Bitte reg dich ab. Du musst nicht den Nahost-Konflikt lösen. Du musst nur auf Urlaub fahren. Oder eben auch nicht, wenn du keinen Bock hast. Das soll jetzt nicht ur überheblich klingen, a la: Anderswo leben Menschen im Krieg, und du regst dich über so einen Schmarrn auf, nein (da hätten wir vergleichsweise alle keine Probleme). Aber meiner Erfahrung tut es schon gut, sein aktuelles Elend ab und zu mal einem gewissen Realitycheck zu unterziehen. Und vor allem zu schauen: Was rede ich mir vielleicht ein tun zu müssen, was mir im Grunde aber überhaupt nicht (mehr) entspricht? Und warum tue ich das dann überhaupt (noch)? Oder aber: Es stresst mich zwar voll, aber ich liebe es so sehr, dass es das wert ist. Quasi ein Perspektivenwechsel.

Das war mein wertvoller Hinweis an Judith Holofernes, um den sie mich gar nicht gebeten hat. Harhar.

Mein langes Wochenende, zwei

Bezüglich des Buches, das man schreiben muss, wenn man es selbst braucht, aber nicht findet: so ging es mir bei der Frühgeburt auch. Da gab es ebenfalls nichts. Keine Erfahrungen, an die man anknüpfen hätte können. Zweiter Punkt: man kann sich die Dinge schon auch von der Seele schreiben, das ist nicht nur so daher gesagt.

Den Tag heute hat aber mit folgender, eher profanen Feststellung meiner Mutter begonnen: “Der Alfons Haider ist richtig fesch als Frau.” Ich: “Ich brauch zuerst einen Kaffee” Harhar. Es war ein Foto in der Sonntagszeitung und ja. Sie hat recht.

Dann weist mich die Filmapp letterboxd darauf hin, dass ich eintragen kann, in welchen verschiedenen Formaten ich The Odyssee sehe. Also ernsthaft, wie oft glaubt letterboxd, dass ich mir dieses 172 Minuten lange griechischen Epos anschauen werde?? Harhar.

Danach war ich spazieren, hab das ganzes erste Kapitel meines Textes umgeschrieben (bin schlecht bei Anfängen), habe ein neues Fliegengitter in meinem Zimmer angebracht (auch da bin ich schlecht.) Bin neugierig, ob das jemand anschauen kann, ohne zu lachen anzufangen. Glaube eher nicht.

Dann wieder geschrieben und geputzt und jetzt so:

Neuer Tisch, neuer Läufer, neue Pilzlampen harhar

Fühle mich ganz gut. Schreiben immer ein Glücklichmacher für mich.

Mittwoch

Das Kind hat die Aufnahmeprüfung geschafft und ist an seiner Wunschuni aufgenommen, hurra.

Ich war ja skeptisch. Nicht aus generellem Pessimismus – oder sagen wir nicht nur deswegen. Aber eine Aufnahmeprüfung, die ungefähr eine Woche nach dem letzten Maturatag stattfindet, ernsthaft? Also ob da irgendwer Zeit (oder auch Lust) hätte, sich vorzubereiten, zwischen den ganzen Abschlussfeiern und auch der Erschöpfung. Also welches Elternteil sagt dann: Ja schön und gut, aber du solltest jetzt mal was lernen. Also ich nicht, ich habe das eher als Versuch gesehen, man schaut es sich halt mal an. Nun hat es tatsächlich geklappt und ab Herbst wird studiert, echt arg. Ich freu mich sehr.

Zur Feier des Tages war ich im Vapiano mittagessen, allein weil er ist ja nicht da:

Spagetthi Carbonara, das ist heute die verbilligte Tagespasta, dazu Minzgetränk mhmm

Danach noch bei Thalia, um Bücherinhaltsangaben zu lesen, weil ich hab ja einen Gutschein (für ein anderes Buchgeschäft) und ich “muss” mir jetzt neue Bücher für den Sommer aussuchen.

Und unter anderem habe ich da die Odyssee, bekanntermaßen von Homer gefunden. Ein Reclamheft, das ich ich jetzt eigentlich schon lesen sollte, nachdem der dazugehörige Christopher Nolan Film nächste Woche Premiere hat. Aber ich konnte mich noch nicht dazu durchringen, auch heute wurde ich wieder nicht umgestimmt. Hier der Klappentext:

Sorry, da wird doch schon alles gespoilert bitte harhar.

Manche Floridsdorfer verstehen unter einer Odysee übrigens was anderes:

Aus der Zeitung “heute”

Finde mich da durchaus wieder, bin heute 14.000 Schritte gegangen, weil alles so umständlich ist. Naja, wenn das jetzt die nächsten 16 Monate so sein wird, bin ich am Ende zumindest richtig fit.

Ach ja und das Buch klingt gut:

Auf solche Titel falle ich grundsätzlich rein

Zusammengefasst war das ein sehr erfreulicher Tag.

Frühstück Goldener Papagei

An die (bzw. eher den) unvergesslichen Menschen – gut, dass er das sind, finde ich übrigens – habe ich natürlich auch besonders wieder am Freitag gedacht.

Mein erster Schulschluss ohne Schulkind im Haus. Trotzdem spüre ich diese besondere Stimmung, eben auch aus anderen Gründen. Zur Feier dieses Tages und dem Ende des Soziallebens meiner Begleitung für zwei Monate (Zitat, harhar) waren wir im Goldenen Papagei frühstücken. Dieses Lokal liegt auf der Praterstraße und es ist direkt gegenüber von Arthur Schnitzlers Geburtshaus, was ich da zum erstenmal bemerkte und so schließen sich wirklich alle Kreise.

Denn die Praterstraße ist einer der Schauplätze meines Langtextes und ein wirklich rein fiktionales Element in meiner “Autofiction”, weil ich die Straße so liebe, sie gleichzeitig aber überhaupt nicht verstehe, wie im Grunde genommen den ganzen zweiten Bezirk. Aber ich mag ja Dinge, die ich nicht so gut verstehe.

Jedenfalls war das Lokal als ich ankam eher nur eine Menge leerer Hipstertische und Sessel im Schatten, zwei Stunden später war es bummvoll und gemütlich. Die Kellerin hat sich gefreut, als wir zahlen wollten. Wir wurden dazu aber nicht gedrängt. Das Essen war wirklich sehr gut. Ich habe schon wieder Ei gegessen, wer könnte es ahnen, nämlich genauer gesagt Spiegelei im Burger Ban mit Speck und Salat. L. hatte Shasuka, was ich schon lange mal probieren wollte.

Alles an diesem Frühstück ist Hipster, ich mein, schaut euch die Orangensaftflaschen an

Durfte ich auch. Bin aber draufgekommen, dass ich ein Gewürz beim Shashuka nicht so mag. Na gut, weiß ich das jetzt auch.

So ein netter Ort:

Freue mich schon jetzt auf eine kurzzeitige Unterbrechung der Stilllegung des Soziallebens im Sommer, liebe L.

90ziger Reminiszenz

Weil ich heute keine Zeit zum Schreiben hatte – viel Arbeit und dann musste ich noch schnell Fussball schauen #ausgründen, knüpfe ich einfach an die 1990er Jahre Reminszenz von gestern an und poste das Foto, das ich schon vor Wochen warum auch immer posten wollte, ich habe es vergessen. Ich glaub, irgendein Social Media Trend.

Jedenfalls mag ich das Foto von mir sehr, es ist fast 30 Jahre alt und wurde am Strand Agios Nikolaos (so heißen praktisch eh alle Strände dort) auf Zakynthos aufgenommen. Oder wars doch der Banana Beach?

Es war ein paar Tage vor dem Tod von Prinzessin Diana, was ich durch einen Anruf bei meiner Oma via Telefonzelle (!) erfahren habe und weshalb ich am Tag darauf 15 Minuten ging, um eine Zeitung zu kaufen. Das war sehr andere Zeiten.

Manches ändert sich aber nie, so ist mir natürlich auch am Strand tendenziell kalt – Badeanzug, Bluse und Handtuch.

An Zakynthos in den 90zigern erinnere ich mich ausgesprochen gerne. Da hatte ich kurz das Gefühl, ich habe mein Leben unter Kontrolle, harhar.

Arbeitsbeziehung

Langsam tauche ich aus der “Akkordarbeit” und der Beschäftigung mit Early Childhood Music Education wieder auf. “Wir” haben einen Zwischenbericht und es ist schön, wieder für diese Auftraggeberin zu arbeiten, weil sie immer auch meine Einschätzungen und Beobachtungen hören will, obwohl ich ja keine Musikwissenschafterin bin, aber um Fachwissen dazu geht es eh nicht, und die mir heute geschrieben hat: “Es macht Spaß, weil ich mich nicht so einsam gefühlt habe, wissend, dass Du thematisch da jetzt auch drin bist”

Ich habe zu fast allen meinen Auftraggebern eine langjährige, oft sehr persönliche Arbeitsbeziehung. Diese Professorin hat mich damals aus 120 Bewerbern ausgewählt – warum weiß ich nicht harhar, aber es hat sich herausgestellt, dass wir wunderbar zusammenpassen. Vielleicht hat sie das ja gespürt? Es gab zahlreiche Treffen auf der Uni, in Parks (hallo Corona), aber auch Mittagessen und Kaffee trinken waren wir schon öfters, und es ist immer sowohl lustig und wertschätzend, als auch sehr interessant. Ich glaube, uns würde es beiden taugen, wenn ich ihre permanente Assistentin wäre, aber dafür hat die Uni natürlich kein Geld, wie das ja bei aller im weitesten Sinn (geistes)wissenschaftlicher Forschung so ist. Es soll tolle, qualitativ hochwertige Arbeit geleistet werden, aber am liebsten komplett unbezahlt – hier Rant einfügen, mir ist es gerade zu heiß dafür.

Das letzte Mal gesehen haben wir uns vor circa drei Jahren und als wir jetzt privat geplaudert haben, habe ich zu ihr gesagt: “Bei mir ist alles beim alten” und sie dann: “Das glaube ich nicht.” Und damit hat sie natürlich recht. Vor drei Jahren war ich noch ziemlich ja…. zerstört würde ich sagen. Wir haben auch darüber geredet und sie hat supersensible und kluge Dinge gesagt. Ich mag das ja, wenn Menschen beim Reden so einen Raum aufmachen, wie es in Oslo Stories: Sehnsucht hieß, halte dich an Menschen, die die Welt größer machen. Und ich bin jetzt tatsächlich ein (bisschen) ein anderer Mensch, weil sich das Leben irgendwie an die Erinnerungen und die Gefühle, die ich einfach bei mir behalten möchte, rundherum baut. So weniger kryptisch wird es heute nicht mehr, harhar.

Jedenfalls ist es gerade eine schöne Arbeit und das Projekt geht auch noch (weniger stressig) weiter.

TDDL 26

Heute hab ich nichts anderes getan, als im Wasser zu sein oder mit komplett nassem Badeanzug am Laptop zu arbeiten. So lange bis der Badeanzug wieder trocken war und ich erneut den Pool ansteuerte. So ließ es sich aushalten

Allerdings bin ich dadurch bisher nicht dazu gekommen, die Tage der deutschsprachigen Literatur wirklich zu verfolgen. Ich werde einiges nachschauen müssen.

Ich habe nur einen Text ganz (plus Jurysiskussion) gehört. Der war aber tatsächlich gut. Und zwar Kirschen, Herz mit Verband von Magdalena Schrefel. Sie beschreibt darin eine Krebsdiagnose bzw. den sprachlichen Umgang damit. Wie übersetzt man die eigene Fassungslosigkeit in Worte? Für sich selbst, vor allem aber auch für andere. Als ich dem Vortrag zugehört habe, habe ich mir gedacht, Schrefel hat in gewisser Weise eine ähnliche Herangehensweise an vernichtende Themen wie ich selbst – wobei ich so eine Krankheit nicht mit meinen Problemen vergleichen will.

Ganz am Ende gibt es einen interessanten Satz, dem ich spontan zugestimmt habe, dann aber festgestellt, dass es so einfach doch nicht ist;

Es gibt bis heute kein bildgebendes Verfahren, bei dem der Mensch als Ganzes sichtbar werden kann, außer das Geschichtenerzählen

Je älter ich werde, desto weniger glaube ich daran, Menschen wirklich kennen zu können. Vielleicht zu einem gewissen Zeitpunkt, in gewissen Zusammenhängen, aber im Grunde bestehen wir alle aus Ambivalenzen und Widersprüchen. Verschiedene Menschen lernen uns womöglich unterschiedlich kennen und würden verschiedene Dinge über uns erzählen.

Der Satz ist trotzdem gut, weil er anregt, genau darüber nachzudenken.

Heiße Tage

Puh, heißeste Tage gerade und gestern Abend sehr unerwartet ein dringendes Projekt bekommen, wo man erstmal eine halbe Stunde am Telefon drüber sprechen muss. Mal wieder eine Forschungsarbeit in englischer Sprache großteils, wo ich auch wissenschaftlich mitarbeiten kann bzw darf, ein ganz spannendes Thema. Das freut mich wirklich sehr.

Davor war ich mit M. noch auf relaxt Mittagessen, denn ich wusste da ja noch nichts davon. Und danach haben wir uns einen Hugo gegönnt, der sehr gut (und relativ günstig) war. Beim Asiaten nämlich. Außerdem habe ich jede Menge ur liebe Geschenke bekommen – der Lesesommer ist unter anderem gesichert.

Ur lieb <3

Habe ich gestern irgendwie eh gebraucht. Manchmal fühlt man sich nicht so super und Fragen, die einen schon Jahre beschäftigen, ohne Antworten ploppen plötzlich wieder auf. Gestern war ich schon so weit, die KI dazu zu befragen und ganz ehrlich, wenn man zu solchen Themen mal die KI befragt, dann kann man sich auch gleich zwangseinweisen lassen. Aber das Beste ist, die Antworten waren ur gut. The rise of the machines doch nicht nur schlecht harhar.

Lasset das Arbeits- und parallel Poolwochenende beginnen. Heute um 21 Uhr war ich jedenfalls endlich im Wasser.