Heute habe ich M. geschrieben, ich mag den 1. Jänner nicht besonders. Und in manchen Jahren noch weniger als in anderen.
Im Moment fühle ich mich wie Austin Powers, der versucht, mit diesem kleinen Transportfahrzeug in einem engen Gang zu reversieren, immer ein bisschen vorwärtsfähren und lenken, und dann wieder rückwärts wieder lenken und das macht er ein dutzend mal und es ändert überhaupt nichts. So fühlt sich mein Leben manchmal an, harhar.
Es stimmt nicht ganz. Ab und zu habe ich das Gefühl, ich habe nicht nur unzählige Fragen, sondern auch so manche Antwort oder, wenn ich gerade keine habe, ist es mir im Grunde egal. Aber dann kommt wieder der Backlash und ich wache auf und denke: Habe ich eigentlich überhaupt irgendwas verstanden? Vielleicht muss es so sein, wenn man schreibt oder man schreibt, weil es so ist. Insofern freut euch auf 365 (oder so) neue Blogeinträge, in denen ich darüber berichte, was ich alles nicht weiß, harhar.
Eingang zum Andre Heller Park – Willkommen zum Auszittern, wie Heller selbst es nennt
M. antwortete mir dann, sie konzentriert sich am 1. nicht so auf die Vergangenheit, sondern auf die Zukunft, wo alles noch vor einem liegt und deshalb alles möglich ist und manchmal ist es so einfach, ein Perspektivenwechsel und alles fühlt sich ein bisschen leichter an. Danke!
Wie David Lynch sagte: I am wearing my sunglasses today, cause I am looking at the future and the future looks bright.
Heute wars kalt, windig und es hat ein bisschen geschneit. Das Kind war auswärts und ich wollte noch einmal für dieses Jahr ins Kino, wie überraschend harhar. Diesmal Sorry Baby.
Auf meinem Weg bin beim Silvesterpfad vorbeigekommen:
Was soll man da sagen? Ganz schön viel Polizeipräsenz. Da bin ich dann aber eh schon ins de France abgebogen:
Ah schon besser. Warm, gemütlich und noch menschenleer.
Nach dem meines Erachtens nicht sehr guten Film – bevor ich etwas dazu schreibe, werde ich wohl ein paar Selbstzensur-Durchgänge durchlaufen lassen müssen harhar – habe ich mir die Votivkirche mit ihrer neuen Installation angesehen:
Mag ich sehr!
Anschließend bin ich heim, habe Lachs und Ei und Schokolade gegessen und die Fledermaus geschaut. Michael Niavarani als Frosch, da gab es aber einige Anleihen aus seinem Programm, wie ich jetzt ja weiß. Trotzdem brauch ich Trump nicht auch noch bei der Fledermaus.
An jemand denken (und schreiben) und so das Jahr beschließen wie eh jeden Abend.
Ich habe übrigens Vapiano Gutscheine bekommen, mhmm.
Und außerdem habe ich ein Kompliment gekriegt, das mich sehr gefreut hat. Ich habe den “Kindern” Formel 1 3D Plakate von ihrer jeweiligen Lieblingsrennstrecke anfertigen lassen (auf Etsy, unbezahlte Werbung wie immer). Dazu habe ich im Sommer beim Grillen die beiden mal nach eben dieser Strecke gefragt. Natürlich völlig unverbindlich, mitten im Hochsommer, vor einem Rennen. Da kann man ja nicht dran denken, dass ich wegen Geschenken zu Weihnachten frage, harhar.
Jedenfalls waren diese wirklich sehr schön und sorgfältig gearbeiteten Plakate mit tollem Rahmen eingefasst ein voller Erfolg und ich habe gehört: Ich glaube, das ist eines der schönes Geschenke, das ich je bekommen habe.
Nachdem “man” sich nicht auf ein Essen einigen konnte, gab es heuer erstmals Raclette und Fondue. Dadurch dauert das ganze Prozedere dann recht lange, mit diversen Fleischsorten, Pilzen, Nudeln, Kartoffel, Speck und natürlich Käse. War aber wirklich gut.
Nach der Bescherung haben wir Hitster Bingo gespielt und ich muss jetzt echt mal massiv (unbezahlte) Werbung dafür machen, nicht nur, weil ich es gekauft habe, harhar. Aber es ist wirklich extrem lustig. Es geht um Musik und es gibt verschiedene Fragekategorien in unterschiedlichen Farben.
Das Spiel wird mit einer App verbunden und es werden Musikstücke angespielt (30 Sekunden). Je nach Frage geht es um den Name des Interpreteten, den Titel, das genaue (!) Erscheinungsjahr des Songs, ob hier eine Gruppe oder ein Solokünstler performt, das Jahrzehnt, in dem der Song erschienen ist oder zum Beispiel auch “nur” vor oder nach dem Jahr 2000 – das klingt manchmal leichter als es ist. Ich glaube, bei einem Song bin ich 40 Jahre daneben gelegen harhar. Wer als erstes seine Bingokarte voll hat, hat gewonnen.
Hier unten trägt man die jeweilige Antwort ein, das kann man dann direkt wieder löschen, für die nächste Runde
Ich hatte zum Beispiel bei What’s up von 4 Non Blondes das Erscheinungsjahr (1993) genau richtig.
Ich so: Das Jahr weiß ich, weil da hatte ich meine Nachprüfung, die ich nicht geschafft habe.
Das Kind so: Wie stolz du bist.
Harhar. Und so ging es drei Stunden. Ich kanns echt nur sehr empfehlen und die Musik macht auch richtig gute Laune. Plus es gefiel den Menschen unter 25 genauso gut wie denen über 45.
Ach ja und am Ende brachte das Kind alle anderen mit seinem Auto nachhause – er hatte als Einziger keinen Alkohol getrunken.
Letzter Tag vorm heiligen Abend und ich hatte nicht mal so einen Stress. Ich war einkaufen und habe ein bisschen aufgeräumt, noch ein paar Geschenke eingepackt. Danach habe ich gearbeitet – zu tun hätte ich weiterhin genug, aber ein bisschen Weihnachtspause muss jetzt dann auch sein.
Im Jänner beginnt ein neues Projekt an der WU Wien, das freut mich sehr, und ich werde vermutlich auch ein Vorstellungsgespräch anderswo haben, aber mal sehen. Jedenfalls ist Arbeit bis einmal April in Sicht, als Selbstständige ist man ja immer froh, wenn man ein paar Monate “ausgebucht” ist.
Außerdem habe ich 4, 3, 2, 1 von Paul Auster begonnen. Es ist toll. Es ist verwirrend. Ich glaube, das Buch war einfacher zu schreiben als zu lesen, harhar. Dazu werde ich anderes Mal noch mehr sagen.
Und weil ich allein war, das Kind ist heute andersfamilär feiern, habe ich mir das Gratisabo von Wow auf Prime “gegönnt” (unbezahlte Werbung). Sofern ich es rechtzeitig kündige ist es tatsächlich kostenlos und mir Sinners angesehen. Einer der, laut allgemeinem Konsens’, Filme des Jahres, um die ich aber aus Gründen (nämlich Angst harhar) einen Bogen gemacht habe. Nachdem ich ihn jetzt gesehen habe, muss ich sagen: mit Recht, harhar. Aber sonst: Elevated Horror at its best.
Und Frage: Wie viele Schokoschirmchen möchtest du? Antwort: Ja.
Einen Patchworkfamilienausflug mit zwei erwachsenen “Kindern”, das heißt mit Schularbeiten und Prüfungsterminen, dazu Geschäftsreisen und diverse Weihnachtsfeiern der anderen – das zu planen, das ist gar nicht einmal so leicht. Ich bin die Einzige, die gefühlt eh immer Zeit hat, harhar. Jedenfalls gab es dann genau einen Termin und der war heute. Gerade noch geschafft.
Die Anreise erfolgte an Maria am Gestade vorbei, zum Christkindlmarkt am Hof.
Meine Probleme mit Christkindlmärkten sind: Mir ist immer kalt. Dem habe ich dieses Jahr mit dem Tragen einer Leggings, einem Top, einem dünnen Pulli, einem dicken Kapuzenpulli, einer Fleecejacke und der normalen Jacke plus Legwarmers halbwegs entgegen gewirkt. Tatsächlich wars heute wirklich erträglich. Und zweitens: Ich vertrage so gut wie keinen Alkohol. Tja, da kann man nix machen, harhar. Ich habe heuer aber den Glühwein woanders als letztes Jahr getrunken, der diesmal war nicht so stark.
Weiter gehts zum Graben…
…und Stephansdom:
Außerdem: ein bisschen Currywurst gekostet, ein bisschen Käsespätzle gegessen und (erstmals diesen Advent!) einen riesen Schokoschaumbecher, mein Highlight, mhmm so gut, vor allem, weil es wohl der einzige dieses Jahr sein wird. Vor zwei Jahren musste ich wegen meines Bandscheibenvorfalls quasi therapeutisch Gehen und habe von der Wohnung bis zum Christkindlmarkt Flodo 45 Minuten gebraucht (normal eher so 18 Minuten), da habe ich mich jedesmal mit einem Schaumbecher belohnt harhar.
Wicheln und Elche und außerdem gesehen. Pamela Rendi-Wagner und Paulus Manker
Zurück ging es dann wieder über den tiefen Graben, mit der hohen Brücke:
Immer denke ich an jemanden, als wäre er hier. Can’t help it. Sehr fein war’s.
Der Thriller spielt im Brasilien des Jahres 1977, als dort eine Militärdikatur herrschte, gesprochen wird demzufolge Portugiesisch und der Film handelt von Marcelo (Wagner Moura), der – nun ja, wie formuliere ich das ohne zu spoilern – gewisse Dinge erlebt. Dinge, die Jahre später von zwei Transkribientinnen (yeah, I am feeling seen!) an einer Uni aufgearbeitet werden, Ort der Handlung ist Recife, der Heimatstadt des Regisseurs.
Und ab hier gibt es Spoiler, weil man sonst nichts schreiben kann
Ich finde, das ist ein ganz gutes Beispiel für ein ikonisches Filmplakat, du spürst alles, was der Film vermitteln will
Einer der besten Filme des Jahres, wie das Filmplakat sagt? Nun ja, auf jedenfall einer der wagemutigsten, die ich da kurz vor Jahresende noch gesehen habe. Und ich sage es gleich, ich liebe an diesem Film neben dem super Hauptdarsteller, den ich bisher nur aus Civil War kannte (wo er sich recht unauffällig verhalten hat) und dem wirklich tollen Vibe der 1970er (Musik, Bilder, Mode) Jahre, vor allem die formalen Finessen die uns dieser Film zu bieten hat. Er ist eventuell eine Spur zu lang aber sein Regisseur tut absolut nichts, was wir von ihm erwarten und das finde ich tendenziell immer super, vor allem, wenn es dabei nicht prätentiös ist.
Zunächst einmal geht es gar nicht um einen Geheimagenten. Es geht aber um Korruption und um die, die die Regeln machen können, weil sie in den dementsprechend Positionen sitzen, und diese Regeln haben überhaupt nichts mit Gerechtigkeit und Menschlichkeit zu tun. Es geht um Bespitzelung und Auftragsmord. Es geht überhaupt viel um den Tod, der hier oft so nebenbei passiert, das alles andere wichtiger scheint – vor allem der Karneval, der wiederum auch wieder über 90 Todesopfer fordert. Es geht darum eine Geschichte von ihren Rändern her zu erzählen, was ein langsames Erkennen bei den Zusehern auslöst. Der dramaturgische Höhepunkt findet quasi abseits der Kamera statt, wir erfahren von ihm über einen Umweg. Und es geht teilweise absurd bis grotesk zu, dementsprechende Elemente (ich sage nur abgetrenntes Bein, ich sage nur VW Käfer, ich sage nur zweiköpfige Katze) fügen sich erstaunlich gut in die Haupthandlung ein.
Und so fühlt man an einem kalten Dezembertag die schwüle brasilianische Hitze, die einem durch Männer mit permanent bis zum Bauchnabel offenen Hemden und Frauen ohne BH vermittelt wird, und man denkt sich, wie schön nicht alles sein könnte, wären manche Menschen nicht solche Monster, aber dann gibt es noch die anderen, die selbstlos füreinander da sind.
Und so denken wir vielleicht über die Welt als Ganzes nach und kommen wahrscheinlich zu keinem Schluss, fühlen uns aber trotzdem bereichert.
Ein letztes Frühstück in diesem Jahr und vor den Ferien haben L. und ich heute im Verde, nahe der Ubahn Station Herrengasse (Erinnerungen…) eingenommen. Das Verde habe ich zufällig auf Insta entdeckt und ich war nicht die Einzige, denn ab zehn, halb elf war das Cafe/Restaurant bummvoll, weshalb man auch reservieren sollte, am besten telefonisch (Pro Tipp von mir und unbezahlte Werbung.)
Auch im Verde weihnachtet es schon “dezent”
Wir haben uns diesmal für “Avocado” entschieden – Nomen est Omen – bzw. ich habe wieder mal, nach längerer Zeit Egg Benedict gegessen. Es war ur viel und wirklich sehr gut. Im Frühling und Sommer kann man übrigens sehr nett draußen sitzen, das haben wir schon geplant harhar.
Köstlich!
Gut wars, dass wir uns nochmal getroffen haben, denn nachdem unser beider Leben erst eine Woche zuvor eher bisschen chaotisch erschien, sind jeweils gute Sachen in den letzten Tagen bei uns beiden passiert, sodass wir das Jahr doch noch versöhnlich ausklingen lassen können.
Im Schein der Lampe ist gut reden
Danach noch etwas bummeln und shoppen und das Wochenende kann beginnen.