almis personal blog

Spätsommer, drei

Im Moment schlafe ich erstaunlich gut. So gut, dass heute der Paketpostler beim Billa zu mir meinte, ob ich nicht da war, er hat dreimal angeläutet, harhar. Ja das ist bitter, weil ich nehme auch Pakete für andere Menschen an. Naja, ab nächster Woche muss ich eh wieder vor sieben wach sein.

Dann habe ich mich auf den Weg zu einem Arbeitstag im Garten gemacht. Man merkt, dass der Sommer bald aus ist, ich schiebe keine so ruhige Kugel mehr und habe wieder meine üblichen drei Projekte gleichzeitig.

Am Abend hab ich mich mit dem Kind beim Vapiano getroffen – und mit J. meinem “Pflegekind” von früher, er hat im Haus gewohnt und war wirklich oft bei uns. Das war schön, ihn wieder mal zu sehen, er ist auch schon 17 (!). Wir haben gut gegessen. Seit heute gibt es eine neue Aktion bei Vapiano (unbezahlte Werbung): Jeden Tag eine bestimmte Pasta um 9.90 Euro. Heute war es Pasta Bolognese, die ich mir gleich bestellt habe.

Kunstfoto – das Kind hatte noch nichts gegessen, deshalb zwei Pizze

Heute gibt es noch ein weiteres Highlight: Die 300. Folge des FM4 Filmpodcasts, der zu meinen Lieblingspodcasts gehört und da werden die Moderatoren Fragen der Zuhörer und Zuhörerinnen beantworten. Ich habe so lange über eine mögliche, natürlich ur geniale Frage nachgedacht, dass ich letztendlich keine eingeschickt habe, öhm. Bin aber schon sehr gespannt.

Und dann den Tag loslassen, an jemand denken und hoffentlich wieder so gut schlafen.

Spätsommer, zwei

Nicht nur Taika Waititi hatte Geburtstag, sondern auch M. Zu diesem Anlass waren wir heute in der Pizzeria im Wildgarten essen und es war schon wieder soo gut (unbezahlte Werbung)

Blick vom Mittagessen auf den wildromantischen Wildgarten

Wir haben (auch wieder) stundenlang über alles geredet und im Wasser waren wir auch noch. Ach herrlich.

Außerdem bin ich jetzt, wehmütig im mehrfachem Sinne, mit Stefan Zweig fertig geworden. Ich denke, ich werde das Buch bald wieder zur Hand nehmen, und Dinge nochmal lesen. Jetzt habe ich aber mit Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara begonnen. Ein Roman von fast tausend Seiten. Und wenn ich mich vor einigen Tagen noch großspurig gegenüber dem Lektorat von Verheiratete Frauen geäußert habe, so habe ich bei diesem Buch nach ungefähr 15 Seiten beschlossen: Ich muss mir eine Übersicht schreiben, weil sonst checke ich nie, wer wer ist. Harhar.

Das Buch hat vier männliche Protagonisten mit vier (tragischen) Backstories, alle sind gleich alt und befreundet und so brauche ich einfach Notizen. Da steht dann: Weiß, schwarz, schwarz, mixed. Architekt, Künstler, Schauspieler/Kellner, Jurist. Und da steht dann auch: Eltern tot, Vater tot, Eltern? Eltern reich. Harhar. Man muss echt gut aufpassen beim Lesen, aber was ich jetzt schon sagen kann, es ist wirklich unheimlich gut geschrieben.

Ich glaub, das wird noch sehr, sehr arg werden und ich bin so mittel darauf vorbereitet und ich nehme euch alle mit harhar.

Bei dieser Stelle über Kunst habe ich mich irgendwie soo wiedergefunden:

Hier dagegen machte man Kunst, weil es das Einzige war, was man konnte, das Einzige, womit man sich zwischen gedanklichen Kurzausflügen zu Dingen, an die alle dachten, wirklich beschäftigte. (…) Irgendwo in deinem Inneren ist immer deine Leinwand, ihre Formen und Möglichkeiten (…) Während der Arbeit an jedem Bild und jedem Projekt kam eine Zeit (…) in der dir das Leben jenes Bildes echter erschien als dein eigenes alltägliches Leben (…)

Ein wenig Leben, S. 43

Und so gehen sie vorbei, die letzten Sommertage und ein bisschen mag ich mich noch an sie klammern. Die Abschiede werden nicht leichter, nicht mal die banalen.

Spätsommer

Mein Papa hat früher um diese Zeit, als ich nach sieben Wochen Kärnten wieder nachhause gekommen bin, immer gefragt, ob hier nicht alles ganz fremd für mich wäre, nach so langer Abwesenheit.

Heute bin ich durch die Stadt gegangen, an einem Sonntag im Spätsommer, und habe mir gedacht, vielleicht ist um diese Zeit ohnehin immer alles irgendwie fremd, auch wenn ich gar nicht weg aus Wien war. Weil wieder etwas zuende geht und wenn es auch nur die Jahreszeit ist. Dann habe ich mir überlegt, wie oft sich das Leben verändert, und wie fremd es einem immer wieder einmal auch wird. Und ob das gut oder schlecht ist. Wahrscheinlich ist es gut, auch wenn es schwierig ist.

Ich mag diese Zeit im Jahr, ich mag das Licht, und wie es riecht, ich mag die Luft. Es haben auch nicht nur Dinge geendet, es haben auch wunderbare Dinge begonnen, genau zu dieser Zeit. Es ist so schön daran zu denken und manchmal auch ein bisschen traurig.

Die Ambivalenz des Spätsommers.

Feiertag

Blick in die Welt am 15. August

Den Frühstückskaffee im Freien trinken, ein bisschen schreiben, Grillen, unterm neuen Sonnenschirm im Wasser sein, Eis essen, ein bisschen Stefan Zweig lesen, den Gesprächen zuhören, später alleine in die Welt schauen, an jemanden denken

Vielleicht mag in diese Zeit im Jahr am liebsten, die letzten, vergänglichen Sommertage. Und Abende.

Vorm Feiertag

Eigentlich wollte ich heute schon früher in den Garten, aber das Kind fand es gerade so gemütlich zum Plaudern.

Also wurde es halb vier und bei 34 Grad in einer vollbesetzten U6 von Floridsdorf bis Niederhofstraße zu fahren ist auch ein besonderes Erlebnis. Ich musste daran denken, als ich mit dem damals kleinen Kind – er war so ungefähr fünf Jahre alt – in der U6 fuhr und zu ihm sagte, dass auf dieser U-Bahn Linie viele komische Leute fahren. Er meinte dann zu mir: “Aber vielleicht halten die Leute uns auch für komisch.” Ich musste lachen und ihm recht geben und habe mir damit abgewöhnt, irgendwelche stereotypen Platitüden zu verbreiten, zumindest versuche ich das. Tatsächlich war die Fahrt in der U6 heute aber eine Freakshow eine Ansammlung von sehr vielen verschiedenen Menschen mit sehr vielen verschiedenen Bedürfnissen.

Jetzt bin ich also da und kümmere mich um den Garten, die Oma ist weggefahren und am Wochenende ist Grillen und Pool und so weiter angesagt.

Außerdem habe ich mir schon wieder zwei Bücher gekauft, was ich anlässlich der gestern eingetrudelten Stromnachzahlung nicht tun sollte (harhar, war aber eh nicht ganz so schlimm wie befürchtet). Einerseits Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara. Ich hab dem Buchhändler am Spitz einfach gleich den Screenshot des Namens gezeigt. Dieses Buch wird auf TikTok von irgendwelchen 20-Jährigen gefeiert, aber daher kenne ich es nicht, ich kenn es von einem zumindest etwas älteren Literatur-Influencer auf Insta, dem ich seit längerem folge. Diesmal hab ich außerdem das ganze erste Kapitel probegelesen und bin nun guter Dinge. Wäre auch nicht schlecht, wenn es mir gefällt, es hat fast tausend Seiten.

Andererseits, und irrer Kontrast, Die Welt von gestern von Stefan Zweig. Ich bin durchs Literaturmuseum vorige Woche wieder auf das Buch aufmerksam geworden, ich habe es tatsächlich noch nie gelesen. Und außerdem und vor allem lese ich es jetzt wegen jemand, der immer wieder davon erzählt hat. Ich brauch das irgendwie gerade, dasselbe zu lesen, was er mal gelesen hat.

Verheiratete Frauen

Jetzt zu meinen Lektüreerfahrungen, das Buch Verheiratete Frauen von Cristina Campos betreffend.

Es geht, wen überrascht es, um drei verheiratete Frauen in den 40-igern, mit ihren Beziehungsproblemen und Affären und den Affären ihrer Partner, etcetera. Das Cover ist irrsinnig schön und beweist: ist das Cover gut und hat ein Buch einen interessanten Titel, dann falle ich selbstverständlich drauf rein, harhar. Ich habe schon auch ein paar Passagen gelesen, die ich gelungen fand, aber das waren halt auch nur Momentaufnahmen.

Leider hält der Roman nämlich inhaltlich nicht das, was er verspricht oder was ich mir erwartet habe. Ich nenne es Behauptungsprosa. Das bedeutet, es werden nicht Charaktere und Ereignisse beschrieben und der Leser oder die Leserin kann dann daraus seine oder ihre Schlüsse ziehen, sondern es werden Dinge behauptet, und ich kann es dann glauben oder nicht. Ich persönlich mag das nicht so gern, weil es irgendwie auch wenig Spielraum für Interpretationen lässt. Außerdem wimmelt es in dem Roman von schon zu oft gelesenen Metaphern und Vergleichen, vor allem bei den Softporn-Stellen *hust* Den Kitsch habe ich eh schon erwähnt. Hui, heute bin ich fies. Auf der Pro-Seite: Es ist immerhin so spannend, dass man wissen will, wie es weitergeht, so a la Reich und Schön.

Einen großen Fehler habe ich in dem Roman auch entdeckt. Nämlich am Anfang hat die Hauptfigur Gabi ein zweijähriges Kind und ihre Freundin Silvia hat ein Baby. Und viele, viele Seiten und viele Zeitensprünge und Perspektivenwechsel später, wird die Zeit erzählt, als Gabis Kind ein Baby war und das Kind von Silvia war da plötzlich schon im Kindergarten (??!) Nicht, dass es wirklich etwas mit der Handlung zu tun hätte, aber solche Dinge ärgern mich. Vor allem, weil ich – im Gegensatz zum Lektorat – nicht mit einer Timeline da sitze und das Buch akribisch auf solche Details hin durchforste und es mir trotzdem auffällt. Es gibt auch zwei, dreimal Sätze, wo die Namen der Freundinnen offensichtlich vertauscht wurden. Und hier und da ein paar Dinge, die ich zumindest wenig plausibel finde.

Aber es ist auch irgendwie egal, die Leute lieben das Buch offenbar und preisen es auf Amazon und anscheinend wollen viele (Frauen) genau so etwas lesen. Ich selbst schreibe halt überhaupt nicht so, oje, ich schreibe quasi am Markt vorbei, aber ich komm gut damit klar, harhar.

Stimmungsbild

Nach der ganzen Literatur etwas zünftigeres. Gestern habe ich nämlich ein leichtes Sommermittagessen genossen

Bin normalerweise kein großer Schweinsbratenfan, aber der ist wunderbar im “Genusstreff” (unbezahlte Werbung)

Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, ich hatte eine Jeansjacke an, es war nicht wirklich extrem warm. Danach gab es Topfencreme mit Früchten, das war der Jahreszeit trotzdem angemessener und es war so gut, dass ich es nicht gegen ein Mousse au Chocolat getauscht hätte und ich würde fast alles gegen Mousse au Chocolat tauschen.

Am Abend schickte mir das Kind, wie immer, lauter Formel 1 und Autoreels und ich kommentierte alles, während meine Mama einen Stock darunter mit ihm eine richtige Unterhaltung führte. Sie dann zu mir: Er freut sich schon sehr auf daheim. Ich so: Hast du ihm das in den Mund gelegt? Und sie: Ich hab geschrieben, daheim ist es doch am schönsten und er hat “Ja” geschrieben. Ich so: Also hatte ich recht, harhar.

Mein friedlicher Morgenblick

Heute war dann der erste wirklich warme Morgen seit ja fast Wochen und so ein schönes Licht, es ist dieses schon-August Licht. Das Wasser im Pool ist interessanterweise auch nach dem vielen Regen und kühlen Nächten ziemlich angenehm. Meine Arbeitsdeadline ist geschafft, die neuen Nachbarn grillen und machen fröhliche Geräusche. Bald ist das Kind wieder da. Und da sind, wie immer, diese Gedanken an jemand.

Ich fühle mich gerade ganz zufrieden.

Ein Tag im Museum

…und zwar im Literaturmuseum. Das gemütliche Wohnzimmer, zum Chillen zwischendurch…

Stefan Zweig hat einen Punkt:

Johann Strauß auch:

Ich wusste nicht, dass Strauß damit den Börsencrash im Mai 1873 meinte, bei dem die Väter von Schnitzler, Freud und Hoffmansthall einen beträchlichten Teil ihres Vermögens verloren haben – ob ihnen diese Zeile aus der Fledermaus ein Trost war?

Auch prominent vertreten, Thomas Bernhard:

Bei den Todesarten ist natürlich auch Ingeborg Bachmann nicht weit – und der berühmte Abschlussatz von Malina: Es war Mord.

Ingeborg Bachmann im Gespräch mit Paul Celan

Und dann war da noch, zum Nachdenken:

Und:

Kafka ging sehr gerne ins Kino, das war mir auch nicht so bewusst.

Und zum Abschluss:

Reger Andrang im Museum harhar, na es waren schon noch ein paar Leute außer mir dort. Aber man steigt sich nicht auf die Füße

Superschön wars, über drei Stunden war ich dort, ohne die aktuelle Ausstellung (die kenne ich schon). Es hätte aber noch viel länger sein können. Btw habe ich heute erfahren, man kann mit dem Ticket das Museum auch verlassen und wieder kommen. Na wenn ich das gewusst hätte, hätte ich wohl in der Früh angefangen.

Große Empfehlung!

August

In meinem “Poetik-Feed” auf Social Media habe ich zum Anfang des Monats gelesen: “I expect too much of August and August expects too much of me.” Finde ich irrsinnig schön formuliert, geht mir aber gar nicht so, ich erwarte mir gerade gar nichts, na ja, einen Schatten unterm Baum und vielleicht doch noch ein paar Mal ins Wasser gehen, lesen und schreiben und ein paar lustige Tage mit dem Kind verbringen, wenn er wieder da ist. Was der August von mir will, ist mir ziemlich egal, harhar.

Meine Telefoniererei hat übrigens ein höchst erfolgreiches Ende genommen, nachdem ich mit Menschen von Wien, Innsbruck bis nach Bozen (extreme Flashbacks an meine Zeit dort!) gesprochen habe. Ich bin schon ein bisschen stolz auf mich, dass es mir gelungen ist, Menschen zu helfen. Anscheinend liegt mir das Telefonieren doch nicht so schlecht, ich bin vor Freude ein bisschen durchs Haus getanzt. Ich habe aber trotzdem keinen, ich wiederhole keinen Wiederholungsbedarf, harhar.

Hietzing am Platz und Sonne!

Zur Feier dessen bin ich nach Hietzing gefahren, bin spazieren gegangen und habe fast eine Stunde in der Buchhandlung Kral (unbezahlte Werbung) verbracht und ganz viele Bücher angelesen. Letztendlich habe ich mich, naja, nicht für das falsche, aber doch wieder für einen Roman entschieden, nämlich Verheiratete Frauen, der mich bisher nur so halb überzeugt. Die Themen – Frauen um die 40 Jahre und ihre Beziehung(skrisen), auch Affinität zum Medium Film – interessieren mich zwar total, aber ich halte so eine verkitschte Sprache gar nicht aus, wie sie leider auch die Autorin Cristina Campos verwendet. Ich bin da eher bei Ernest Hemingway, der forderte: “Write hard and clear about what hurts”. Das kann und soll poetisch sein, aber eben kein Kitsch.

Ach ja, bei meinem Text geht es gut voran, ich weiß jetzt auch endlich wie er enden wird und das erfüllt mich auch mit einer gewissen Zufriedenheit, harhar.

Ansonsten schaue ich mir die Urlaubsfotos von anderen an und freue mich mit. Ich vermisse da nichts. Das, was ich vermisse, ist eine Melodie in meinem Alltag (siehe gestriger Eintrag) – das finde ich ein so schönes Bild und tut mir gerade gut.