almis personal blog

Wochenende, gemischt

Am Freitag Abend habe ich Late Fame gesehen, die von mir schon mit Neugier erwartete Adapation der Schnitzler Novelle mit William Dafoe, im stimmungsvollen Gartenbaukino.

Davor habe ich im Stadtpark Abend gegessen und ein bisschen gechillt.

Zwei Wochen kann man Late Fame jetzt (nur in englischer Originalfassung) im Gartenbaukino sehen

Dafoe hat ein charmantes Reel für das Kino eingesprochen. Sehr schön, wenn ein amerikanischer Schauspieler “Arthur Schnitzler” sagt. Jedenfalls bin ich recht begeistert von diesem kleinen, stillen Film, der sehr nahe an seiner literarischen Vorlage ist, obwohl er statt in Wien um die Jahrhundertwende gut 130 Jahre später in New York spielt. Mehr bald.

Ansonsten habe ich zweimal den Moment verpasst, in den Pool zu gehen.

Gewittersturm im Garten

Außerdem darf ich mich derzeit wieder mit der Welt der Psychologie/Philosophie beschäftigen #ausgründen und das freut mich sehr. Habe extra meine eigenen Maturafragen aus dem Jahr *hust* ausgegraben. Ich hab damals die Philosophiefrage gewählt, weil bei mir alle guten Psychologiefragen schon weg waren, das Schicksal,wenn dein Nachname mit “S” beginnt harhar. Heutzutage läuft die mündliche Matura ganz anders ab, ich sage nur vier Prüfungen an vier verschiedenen Tagen und das im schwarzen Anzug.

Aufgeregt habe ich mich dieses Wochenende auch, nämlich über Influencerinnen, die ohne medizinische Expertise mit Ende 30 für Hormonersatztherapien “werben”. Prinzipiell ist es ja jedem selbst überlassen, was er sich so reinzieht. Jede Frau hat eine andere Konstitution und ich bin immer sehr für Selbstbestimmung. Ich finde nur den Trend dazu, die Wechseljahre zu einer Art Krankheitszustand hochzujazzen, den man behandeln muss, ein bisschen gefährlich, weil Erwartungshaltung und so. Ich persönlich kann sagen, die Wechseljahre können auch komplett unspektakulär ablaufen, dass man fast gar nichts davon mitkriegt.

Soweit mein Wort zum Wochenende.

Ein Traum

Ich hatte wieder einen Traum.

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat einmal gesagt, es ist nicht gut, wenn Autoren über ihre Träume schreiben, es sind in der Regel die schlechtesten Kapitel in ihren Romanen (he ist not wrong). Aber das hier ist ja kein Buch und ich fasse mich auch kurz.

Ich war mit einer Freundin im Park, wir saßen auf einer Bank und da sah ich ihn mit einer Gruppe. Jemand aus der Gruppe rief seinen Namen, dann mehrere, sehr fröhliche Stimmen. Er drehte sich zu ihnen um, ich war zu weit weg, um seinen Gesichtsausdruck zu sehen, aber ich denke, er sah zufrieden aus, in so einer bescheidenen, zurückhaltenden Art. Und ich dachte mir, ich könnte auch seinen Namen rufen, er würde mir sicher zuwinken, mich grüßen. Aber ich kann nie wieder seine Hand nehmen und mit ihm gehen, in dieses Zimmer, das nur uns gehört hat, an einen Ort, in dem wir uns alles sagen konnten.

Beim Aufwachen habe ich mich ambivalent gefühlt und dann habe ich gedacht, es ist immer möglich, Situationen auf die eine oder andere Weise zu sehen. Und ich habe mich dafür entschieden, nicht traurig darüber zu sein, dass es vorbei ist, sondern glücklich, dass es diese Zeit und diesen Raum gab.

Frühstück Treu am Platzl

Heute wurde das lange Wochenende noch bis Mittag verlängert. L. und ich waren wieder einmal Frühstücken und da das Wetter so gut angesagt war, haben wir ein Lokal mit einem schönen Garten recherchiert und haben uns für das Treu am Platzl in der Piaristengasse, direkt vor der der Piaristenkirche entschieden. Wie immer unbezahle Werbung. Reservieren ist sinnvoll.

Ich meine, wie hübsch ist das bitte, bei so einem blauen Himmel:

Herausforderung war dann eher, dem Schatten zu folgen, der mit Fortschreiten des Vormittags mehr und mehr verschwand (trotz Schirmen). Irgendwie vergisst man ja Jahr für Jahr die Herausforderungen, die auch der Sommer mit sich bringt. Advanced Level dann Wespen beim Essen und so, das dauert aber noch. Ach ja und was noch wichtig ist: Cash only! Es gibt aber einen Bankomaten in der unmittelbaren Nähe.

Das haben wir übrigens gegessen und es sieht nicht nur hübsch aus, es war auch sehr gut, sehr weiches Brot, mein Zahnprovisorium bedankt sich.

Einmal Avocadolala, einmal Poached Egg Royal – zwei Zungenbrecher fast – mit Safranhollandaise

So eine kleine, schlichte Tischdeko finde ich immer ur süß, kann ich mir als Inspiration für den Garten merken:

Thema war unter anderem einmal mehr die Matura. ‘Wir” nähern uns langsam den mündlichen Prüfungen und jetzt findet die Schule nur noch sporadisch in Form von Vorbereitungsstunden zu sonderbaren Zeiten statt und das ist nach zwölf Jahren ur ungewohnt, zumindest für Mamas, ich glaube, die jungen Erwachsenen haben da keine Umstellungsprobleme, harhar.

Danach sind wir noch in die Stadt gebummelt, unter anderem durch den Rosengarten im Volksgarten

Sehr schön wars, wie immer.

Girls, Fazit

Mein Fazit nach Girls – ja dann ist Schluss, ich weiß ich bin gerade etwas obsessed – und der Lektüre von Famesick: Ich hätte gern eine neue Lena Dunham Serie.

Aber keine wie Too Much, die Miniserie vom vorigen Jahr. Ich habe da länger gegrübelt, warum mich die so gar nicht erreicht hat. Ich glaube, es lag einerseits an der Hauptdarstellerin Megan Stalter, die ich überhaupt nicht mochte. Dunham selbst war so liebenswert, zwar auch total schräg, hatte aber so etwas nahbar-sympathisches. Too Much fehlte auch die gewisse Ambivalenz, die Girls hatte, auch eine Vielschichtigkeit. Natürlich ist Hannah Horvath Demokratin, aber es gibt zum Beispiel eine Szene, in der sie mit Jessa über Politik spricht, da sie gerade einen Republikaner datet, und Jessa sagt: „What’s wrong with a Republican? It’s just the same as a Democrat. They’re all dirtbags. It was Bill Clinton who repealed the Glass-Steagall Act” Ich glaube, Lena Dunham hat mit den Clintons noch ein Hühnchen zu rupfen, harhar.

Das Problem ist vielleicht auch, dass Dunham mit fast 40 Jahren keine Serien über Ende 20-Jährige machen “sollte”. Ich bin der Überzeugung, dass wenn man aus einer Altersgruppe draußen ist, darüber nicht mehr wirklich authentisch schreiben kann, besonders wenn die Zielgruppe genau diese Altersgruppe sein soll. Mir wäre lieber, sie macht eine Serie über 40 Jährige, die zum Beispiel, wie sie selbst, kein Kind bekommen können – ein großes Thema in Famesick – oder etwas über die Herausforderungen mit ihrer Krankheit. Etwas, was mehr sie jetzt ist und nicht sie vor zehn Jahren.

Zum Schluss noch mal ein Spoiler, für die, meines Erachtens, eigenartigste Szene der ganzen Serie, aus Staffel 5. Hannah entdeckt auf dem Handy ihres damaligen Freundes Fran Nacktfotos von dessen Ex-Freundinnen. Zur Rede gestellt, gibt Fran an, er hat die Fotos “nur”, um sich dabei ähm, selbst zu befriedigen. Also das ist ja doch irgendwie schon eine ziemliche Red Flag, harhar. Man hat die Szene noch gar nicht richtig verdaut, wird sie von der nächsten noch getoppt, in der Hannah sich nackt von Ray (nicht etwa von einer der Freundinnen) fotografieren lässt, weil er halt einfach die besten Fotos macht, um Fran quasi selbst eine “Vorlage” zu liefern. Da sitzt man schon vorm TV und denkt sich: Was bin ich sehend? Aber ich mag sowas ja. Harhar.

Entlassen möchte ich euch jetzt mit der Frage, die Ray gerne jedem stellt, den er neu kennenlernt: Möchtest du lieber in einem hässlichen Haus mit Blick auf ein schönes Haus leben oder in einem schönen Haus mit Blick auf ein hässliches?

Spannende Frage, oder?

Die Party & das Leben

Gestern war ich auf einer 100. Geburtstagsfeier – na ja gut, zweimal 50 Jahre.

Diese tolle Aussicht gab es auf der Dachterasse:

Blick auf den Wiener Westbahnhof

Außerdem gab es ein großes Buffett, zahlreiche Getränke und ein Wiedersehen mit lieben Menschen, die man sonst selten sieht. Auch ein Wiedersehen mit Menschen, die man schon 20 Jahre + nicht gesehen hat. Da gibt es dann Menschen, die so fragen, als würden sie gerne die eigenen Schwachstellen treffen, dort hinzielen, wo es weh tut, aber sie liegen so weit weg wie nur irgendwie möglich entfernt, weil sie einen nicht mehr kennen und Gott sei Dank keine Ahnung haben, was einen wirklich verletzen würde.

Das hat mich direkt an Girls erinnert, ich bin gerade mit der Serie fertiggeworden. Die ersten fünf Staffeln sind echt gut, interessant, witzig, natürlich auch edgy. Die sechste und letzte Staffel aber, so mein Gefühl, ist großartig, weil sie tatsächlich so ist, wie das Leben ist. Nämlich nicht so wie in vielen anderen Serien, die auf eine Sensation hinarbeiten, eine große Erkenntnis oder auch eine komplette Niederlage, eine Zerstörung, nein. Weil das Leben selten so ist, Dinge passieren viel schleichender und subtiler.

Da (in Girls und dem Leben) verlieren sich Kontakte zu Menschen und man weiß genau warum, da verlieren sich aber auch Kontakte und man weiß überhaupt nicht warum. Manches davon tut sehr weh und manches tut gar nicht weh. Da merkt Hannah, dass sie das, was sie glaubte unbedingt zu wollen, und was sie dann letztendlich auch bekommt, gar nicht mehr möchte. Auch diese Erkenntnis ist sehr schmerzhaft. Okay, das kenne ich nicht, harhar. Dazu und zur letzten Staffel werde ich bald mehr schreiben.

Danke meinem Sohn für dieses tolle Foto mit seiner Spezial-Handykamera

Jedenfalls wars ein sehr schönes Fest, in einer besonderen Location, ein Abend an dem man über das Leben nachdenkt und sich aber auch amüsiert. Danke für die Einladung.

Freitag

Heute war ich bei L. zum Frühstück eingeladen und es war wie im Hotel. Nein, es war besser. Und das trotz laufender Maturawoche auch bei ihr, danke.

Ich mein, unfassbar, die Auswahl! Zugedeckt waren noch diverse Früchte, Feigen etcetera, was wir später mit griechischem Joghurt, Chia und Mandelmus vermischt haben

Ich hab erstmal ewig gebraucht, bis ich das Haus gefunden habe. Mittlerweile verirre ich mich also schon in Gegenden, wo ich früher, als die Kinder klein waren, oft war. Zu meiner schwachen Verteidigung kann ich sagen, es wird da gerade einiges dazugebaut. Früher sind der Sohn und ich nach dem Kindergarten, der gleich daneben war, öfters mit L und Co. dort im Hof und Park gewesen, das war eine schöne, ganz andere Zeit.

Das letzte Mal habe ich L. vor fast vier Jahren besucht, daran habe ich mich heute erinnert. Damals ging es mir nicht gut, und ich war dankbar für die Einladung. Heute habe ich mir gedacht, es ist schon interessant, wie sehr man sich mit der Zeit selbst wieder “herausziehen” kann, mit tatsächlich Literatur und Film und eigener Kreativität. Obwohl sich die Gefühle für jemand nicht verändert haben. Aber die Perspektive ist eine andere.

Jedenfalls haben wir sehr gut gegessen und dann sind wir noch am Balkon gesessen, solange wir es ausgehalten haben (=die Sonne nicht zu sehr heruntergeknallt hat). Es war wirklich sehr nett.

Das war mein Mitbringsel: die “Frühstückskarte”, die ich vor einiger Zeit beim Book Crawl gefunden habe:

Die passt zu uns.

Yellow

Heute in der Früh aus einem dieser so schönen Träume aufgewacht, die sich so echt und innig anfühlen und von denen man schon im Schlaf weiß, dass sie leider nicht real sind. Wie viele Wendeltreppen bin ich schon hinaufgelaufen…

Den ganzen Tag im Freien verbracht und das Motto war irgendwie gelb.

Now playing: Yellow by Coldplay

Ich hatte ein semi-gelbes Shirt an, ich habe das gelbe Buch von Lena Dunham gelesen (es ist so gut!) und auf Empfehlung des Kindes das neue gelbe Red Bull (Sudachi-Lime) getrunken. Es schmeckt tatsächlich nach Sommer in den 1980er Jahren, und das ist was gutes.

Habe mich noch etwas erholt, denn die nächste Woche wird bekanntlich ein bisschen aufregend, aber bei “uns” geht die Matura erst Dienstag los. Und deswegen wird morgen was Gutes gekocht und nochmal in Ruhe alles wiederholt.

Und heute träume ich hoffentlich wieder.

Erster Mai

Ein 1. Mai zwischen…

… die Blumenpracht genießen und im Liegestuhl chillen

Meinen Roman überarbeiten – writing is re-writing, wie schon mein Englischprofessor immer sagte. Vieles passt schon, manches ist noch nicht ganz am Punkt.

Wiederholung der Textsorten für die Deutschmatura am Dienstag (hui!) mit dem Kind. Freu mich, wenn er meine diesbezügliche Expertise (harhar) in Anspruch nehmen möchte.

Famesick lesen, die Memoiren von Lena Dunham – habe ich gestern bekommen und ich war sofort am Haken. Ich meine alleine wegen dieses einen Satzes, in dem Dunham beschreibt, wie sie das erste Mal das Studio von HBO besucht. HBO, der Sender, der dann später ihre eigene Serie Girls produzieren wird: “Looking around the double-height lobby, with posters of shows that formed me The Sopranos, Sex and the City and Six Feet Under, whose finale I could still weep about on command.” Same! Das beste Serienfinale, das ich kenne, die letzten fünf Minuten sind einfach so unbeschreiblich schön (traurig/tröstlich gleichzeitig).

Viel an jemand denken, natürlich auch bisschen aufgewühlt.

Ein guter Tag