franz west
wien bewegt sich derzeit medial zwischen pandababy (es hat schon den kopf gehoben!) und kannibalismusverdacht a la dem kannibalen von rotenburg (vorsicht, artikel nur lesen, wenn man über einen guten magen verfügt). es sei zwar sehr grausig, was da im 15.bezirk in wien offenbar passiert ist, wird immer wieder betont, aber trotzdem werden auch im tv keine verfügbaren details zur tat ausgelassen.
da ist die eröffnung einer neuen säule auf der mariahilferstraße mal etwas ganz anderes. der ausführende künstler heißt franz west, man muss ihn nicht unbedingt kennen, selbst wenn man wiener ist, aber man konnte ihn im juli 2005 in vancouver entdecken, wenn man zufällig die dortige artgallery besucht hat.
überraschende songs: live to tell
heute aus der rubrik überraschende songs, die man dem interpreten nicht unbedingt zugetraut hätte: madonna – live to tell.
meilenweit entfernt von glamour und show, von kabala und schlankheitswahn, botox und welttourneen. schlicht und gerade deshalb bewegend.
ach ja, madonna war doch tatsächlich mal mit sean penn verheiratet. irgendwie hat sich das aus dem public knowledge entfernt. man weiß es zwar, irgendwo im hinterkopf, aber man kann es sich nicht mehr so richtig vorstellen, wie sie als paar funktionieren konnten. wobei, damals schienen sie perfekt zu harmonieren. zwei junge leute aus den achtzigern, er noch kein oscar-flüchtling und polit-aktivist, sie noch kein weltstar, sondern das mädchen, das im papa don’t preach video ein italians do it better t-shirt trägt.
der song stammt übrigens aus dem mir nicht bekannten film at close range mit u.a. dem coolen christopher walken. damals noch richtig jung!
man könnte durchaus überlegen live to tell zu covern. aber bitte nicht unterlegt mit einem doofen disco-stampf beat.
das apartment
und nun endlich das apartment gesehen. billy wilder, jack lemmon und shirley maclaine at their best again.
erneut greift billy wilder ein ganz schön heißes eisen an. baxters (lemmon) apartment wird nämlich zum liebesnest für viele seiner (verheirateten) vorgesetzten. praktisch zu jeder zeit stellt er seine eigenen vier wände für "schäferstündchen" zur verfügung; wenn es draußen stürmt und schneit, sitzt er, nur vom mond beschienen, alleine auf einer parkbank und wartet, dass die zeit vergeht. ganz durchsichtig ist sein charakter nicht. warum er es tut, es wird nicht vollkommen klar. es mag vordergründig zur förderung seiner karriere sein. aber ein wirklicher karrierist ist baxter nicht. es ist etwas masochistisches in seinem tun, etwas von "anderen gefallen wollen", ohne schleimerei. und: baxter wirkt – trotz seines moralisch nicht ganz einwandfreien handelns – niemals schmierig oder fragwürdig. er ist ein perfekter gentleman, der sich seinen teil wohl nur denkt. mit dem erscheinen von fran kubelik (maclaine) verschieben sich allerdings seine prioritäten.
wieder gibt es eine menge an herrlichen sagern, etwa als fran baxter ihren handspiegel borgt und er bemerkt: "it’s broken", darauf sie: "yes, i know. i like it that way. makes me look the way i feel." oder als einer der apartmentbenutzern von seiner geliebten gefragt wird: "you bring other girls up here?" und antwortet: "certainly not! i am a happily married man." kein erhobener zeigefinger, kein lehrstück. aber zuweilen doch bitterböse. maclaine und lemmon spielen vollkommen andere charaktere als später in irma la douce. lemmon ist weniger linkisch und befliessen, maclaine mehr das scheue mädchen als der vamp. überaus wandlungsfähig, beide.
das brachte einen haufen an (oscar)nominierungen bzw. auszeichnungen ein. und man erkennt, was kevin spacey in diesem film von lemmon gelernt hat.
ich seh sie noch, ich seh sie noch
schlagzeile zum tag
habemus panda im standard. sollte es aber nicht vielleicht habemus pandam heißen? grübel. lateinunterricht ist lange her.
einfacher wäre kurz und prägnant: wir sind panda.
die post bringt allen was
diese woche ist jede menge bestelltes zeugs bei mir "eingeflattert":
- wilder mit dreamteam lemmon/maclaine dvd das apartment
- buch das bin doch ich von thomas glavinic (bisher hab ich mich noch nicht über glavinic drüber getraut, bei wie man leben soll klang zwar inhaltlich vielversprechend, aber die ständige man-erzählfromform im roman hätte ich nicht durchgedrückt)
- "mama"-kapuzenweste und tunika vom (neueröffneten) h&m online shop
grissemann und stermann zum kampusch interview
gestern bei willkommen österreich, der neuen bizarren show von grissemann und stermann, ging es unter anderem auch um das von christoph feurstein geführte interview mit natascha kampusch, die sich vor genau einem jahr von ihrem entführer befreien konnte.
unkorrekt wie immer, reflektierten die beiden die ewig gleiche fragestellung von feurstein: "wie ging es ihnen damals, wie geht es ihnen jetzt, wie wird es ihnen später gehen?", während kampusch eine alte, blumige sprache verwendete: "ich frug meinen gebieter, ob er mich aus meinem verlies entlassen könne", etc. o-ton der beiden: da fragt man sich schon, wer da acht jahre im keller gelebt hat.
grissemann: das ist so als würde hansi orsolics walther von der vogelweide interviewen.
*brüll*
ein pandababy!
breaking news aus dem tiergarten schönbrunn: nachdem es vor einigen wochen hieß, es hätte nicht geklappt (was nicht verwunderlich wäre, ob der massen an schaulustigen und fernsehkameras beim "akt"), kam heute früh ein pandabärbaby in wien zur welt.
ein run auf schönbrunn ist daher in den nächsten wochen zu erwarten.
milben, frösche und hubschrauber
gestern abend in der zib2 – armin wolf referiert über die hausstaubmilbe und wie stark sie nicht ist (kann das ich-weiß-nicht-wieviel fache seines eigenen gewichtes "stemmen"). dann das wetter. und anschließend: "apropos haustiere, falls sie einen frosch vermissen…der befindet sich in meinem hals." touche!
heute früh – zur abwechslung wieder mal strömender regen – durch hubschrauberlärm geweckt worden. eine armada von propellermaschinen kreist über favoriten als würden gleich irgendwelche besatzungstruppen landen. aus lauter planlosigkeit und verwirrung finde ich den "werde-hell" knopf des weckers erst nachdem ich alle möglichen anderen knöpfe gedrückt habe. und verkünde dann stolz, es wäre nun 6:40 uhr und ich würde aufstehen. in wahrheit war es erst 6:15 uhr, denn ich hatte den wecker derartig bearbeitet, dass er einfach die eingegebene weckzeit angezeigt hatte.
wenigstens erwies sich, nach einem blick in den teletext, die befürchtung, dass wien sich im kriegszustand befindet, als unbegründet. weshalb die hubschrauber noch eine weitere gute halbe stunde gekreist sind, habe ich allerdings nicht herausgefunden.