almis personal blog

reisen im skriptorium

paul auster hat einen neuen roman geschrieben, reisen im skriptorium. jubel!

ich stelle mir das so vor: paul auster und seine frau siri hustvedt (bitte was ich liebte lesen, wenn man irgendwie in einer psychisch stabilen verfassung ist; es ist starker tobak, aber wunderschön!) sitzen in ihrer geräumigen und geschmackvoll eingerichteten wohnung in brooklyn, jeweils in ihren büros, und schreiben große literatur. dazwischen füllen sie den geschirrspüler, hängen die wäsche auf, treffen sich zu einem kleinen imbiss in der küche. sophie kommt vorbei. sie unterhalten sich. am abend gehen sie aus. cooles leben, sicherlich.

würde auster in seinem neuen werk das telefonbuch nacherzählen, ich würde es kaufen ohne zu zögern. denn obwohl austers plots gekonnt etwa mit der identitätsproblematik spielen – in der new york trilogie tritt ein privatdetektiv namens "paul auster" in erscheinung – seine handlungen sich immer wieder drehen und wenden, also viel spannung erzeugen, und sein hauptakteur der zufall ist: was ich an auster so liebe, ist seine art zu schreiben und zu erzählen. man fühlt sich zwischen seinen zeilen so geborgen und geschützt, auch wenn die handlung mitunter fruchterregend ist. aber man weiß, der autor wird einem nicht von der seite weichen, wird einem immer an der hand nehmen.

als auster-einstieg würde ich nicht unbedingt die new york trilogie empfehlen, mit der auster berühmt wurde. sie ist für austers verhältnisse eher schwierig zu lesen und relativ komplizierte kost. ich empfehle immer gerne das buch der illusionen, weil es mein lieblingswerk von auster ist, aber generell kann man da nach belieben und persönlichem geschmack vorgehen. wobei die späteren werke m.e. leichter zu rezipieren sind. aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich nun besser in seine gedankenwelt eingelesen bin.

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