almis personal blog

schloß schönbrunn is falling down

heute gelesen: die meistbesuchte touristenattraktion wiens, das schloß schönbrunn, kämpft mit einem enormen besucherschwund. nachdem ich 1998 dort als schauraumaufsicht gearbeitet habe, fühle ich mich natürlich berufen, dazu stellung zu nehmen. harhar. 

das management des schloßes gibt der wien-werbung die schuld, die schönbrunn, ihres erachtens nach, etwas stiefmütterlich behandelt. die user, die sich im forum unterhalten, sehen andere gründe: die preise, massenabfertigung, die lage des schloßes selbst, eher an der sightseeing-peripherie gelegen.

inwieweit die wien-werbung hier versagt, kann ich nicht sagen. tatsache ist wohl, dass schönbrunn wie auch der stephansdom oder das riesenrad im prater gewisse fixgrößen in wien sind, die für touristen grundsätzlich von interesse sind und wohl auch von beinahe jedem touristen "von außen" gesehen werden. ob man in eine gondel steigt, auf den dom hinaufgeht oder eben die schauräume besichtigt, ist natürlich eine andere frage. im jahr 1998 gabs eine extra sisi-ausstellung im schloß, die sicher zusätzliches interesse am hineingehen erzeugt hat.

was die preise betrifft, so sind die sicherlich nicht sonderlich günstig (die kleine tour durch die räume kostet 9,50, die große 12,90 euro), aber vergleichbare sehenswürdigkeiten im ausland sind ja auch keine schnäppchen (versailles 16-25 euro) oder buckigham palast (16,50 euro). mit der massenabfertigung ist es auch so eine sache: wir haben schon damals drauf geachtet, dass es in den räumen nicht zu voll wird, auch aus gründen des denkmalschutzes gibt es da gewisse auflagen. da gabs schon mal als überbrückung der wartezeit einen gutschein für einen kaffee auf der gloriette. besonders glücklich macht sowas touristen nicht. denn weder bei 30 grad im schatten, noch bei kälte oder regen will man gerne den rund 20 minütigen fußmarsch bergauf und anschließend wieder bergab in kauf nehmen, um dann pünktlich neuerlich im schloß anzukommen. und der einwand der lage von schönbrunn – na ja, schönbrunn war schon immer in hietzing und das tat ja bisher dem besucherzustrom auch keinen abbruch; mit der U4 ist man vom karlsplatz eigentlich relativ schnell dort.

das aufmerksam-machen auf den "besucherschwund" ist jedenfalls schon mal ein gutes mittel, um sich ins gespräch zu bringen. ich muss ehrlich zugeben, dass mich mein ehemaliger arbeitsort jedes mal aufs neue fasziniert hat. auch wenn die tage, an denen nichts los war und man quasi alleine durch die räume lief, manchmal auch einen etwas erdrückenden eindruck hinterließen. aber he, wann hat man schönbrunn schon mal für sich alleine? wenn man den managern glauben darf: jetzt. also: nix wie hin.

8 comments

  1. stimmt, das können wir machen.

    ich kann dir und den lesern hier schon vorab verraten, dass das rosazimmer nicht wegen der farbgebung so heißt, sondern wegen des architekten.

    wissen, das die welt braucht! 😉

  2. hehehe – ach da gabs schon action, da wurde einer der haarsterne von sissi gestohlen (ich hoffe, es war nicht gerade unter meiner aufsicht) – 2008 tauchte er wieder auf.

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