almis personal blog

crazy heart

jeff bridges alias bad blake singt: "funny how fallin’ feels like flyin’
– for a little while". und für diese momente lebt bad.

vorsicht kleinere spoiler möglich! 

früher – vor langer zeit – ist bad tatsächlich geflogen. er machte karriere als countrysänger; er hatte viele frauen, mit vieren davon war er verheiratet; er hatte eine familie, einen sohn, den er zuletzt gesehen hat, als dieser vier jahre alt war. davon erzählt crazy heart nicht. er berichtet weder davon, wie bad derjenige wurde, der er vor dreißig jahren war, noch wie er wurde was er jetzt ist. crazy heart ist das porträt eines endfünfzigers dessen beste jahre lange zurückliegen und der nun alleine, visionslos und alkoholkrank durch kleine bars tingelt – ohne zu analysieren oder zu urteilen.

bads karthasis beginnt durch die bekanntschaft und in weiterer folge liebe zur journalistin jean (maggie gyllenhaal) und durch deren vierjährigen sohn buddy. jean sagt: "ich könnte ohne buddy nicht leben" und bad entgegnet: "glaub mir: du kannst." doch tatsächlich stellt er fest, wie sehr er es bereut, seine familie verlassen zu haben und den kontakt zu seinem eigenen kind abgebrochen zu haben. bad will bei buddy versäumtes nachholen und auch seinen verlorenen sohn wiedersehen. doch dieser reagiert abweisend auf einen telefonanruf. bad bereut den anruf daraufhin und sein freund wayne entgegnet: "hold on, you were wrong 25 years ago and you’ve been wrong since but you
called him now you’re not wrong. you’re right and he’s wrong..no, it’s
never too late, it’s never too late."

jeff bridges hat für diese rolle zurecht den oscar als best male actor bekommen, sie wirkt wie für ihn geschaffen. irgendwo habe ich gelesen, dass bridges nie spielt, sondern einfach ist. als bad blake vielleicht mehr denn je. auch die nebenrollen sind mit der indie-ikone maggie gyllenhaal (oscar nominierung) und mit robert duvall (der in tender mercies 1983 einen ähnlichen protagonisten spielte, dafür ebenfalls den oscar erhalten und crazy heart auch produziert hat) stark besetzt. colin farell wirkt auf den ersten blick zwar wie ein kompletter fehlgriff: er spielt bridges’ zögling, einen jungen aufstrebenden countrystar – doch füllt er die rolle erstaunlich gut aus und ist auch bei stimme.

bad singt: "this is no place for the weary heart – pick up your crazy heart and give it one more try." crazy heart ist – trotz ähnlichem plot – kein walk the line für arme geworden. es ist ein kleiner, feiner, unsentimentaler film, der sich themen widmet, die man so nicht vermutet hätte. crazy heart ist ein film, den ich vor einigen jahren noch ganz anders rezipiert hätte. vor der geburt meines sohnes, hätte ich jeans entschluß vielleicht nicht verstanden. jetzt würde ich ganz genauso handeln. neugierig geworden? dann ansehen.

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