almis personal blog

wieder mal fruehchen…

in wien sind letzte woche fünflinge auf die welt gekommen, resultat einer hormonbehandlung. sie haben bis zur 29. woche durchgehalten, was unter den umständen wirklich lange ist. 

arnold pollak, chef der neonatologie im akh, sagt im kurier-interview auf die frage "überleben um jeden preis – was denken sie dazu?":

"da gibt es viele, die sagen, das kostet viel geld, hören wir auf damit. aber sogar von den ganz kleinen aus der 23. woche überleben heute über 60 prozent, aus der 26. woche sind es fast 90 prozent. immer mehr davon geht es gut. wir reden ja mit den eltern. die häufigste einstellung ist es, alles zu tun, um das baby durchzukriegen. auch bei möglichen beeinträchtigungen."

in bozen war adrian der jüngste, als wir im donauspital waren, haben wir ein baby kennengelernt, dass in woche 23+4 zur welt gekommen ist. sie hatte im gegensatz zu ihm keine lungen-, sondern darmprobleme. ich frage mich manchmal, was aus ihr geworden ist, aber ihre prognose damals war gut. obwohl ich ja selbst ein extremfrühchen habe, war es für mich fast unvorstellbar, dass sie sogar noch zwei wochen früher gekommen ist als adrian. wenn man bedenkt, dass es vor der 22. woche gar keine therapiemöglichkeit gibt…

und von wegen alles tun um das baby durchzukriegen: es gab tage, da konnte ich es kaum ertragen ihn so zu sehen, es waren ja immer unruhe um ihn, das hantieren an seinem körper, immer wieder blut abnehmen, wo es doch fast kein blut gibt (7 transfusionen waren letztendlich bei ihm nötig) und dazu der katheder, die magensonde, der tubus, seine spindeldürren ärmchen umwickelt mit dicken verbänden, da fragt man sich schon manchmal, ob man das richtige tut. man muss sich defintiv daran gewöhnen, sein kind leiden zu sehen. irgendwann schaut man dann auch gar nicht mehr weg, wenn eine nadel kommt. aber man hofft natürlich, dass dieses leiden sich letztendlich lohnt. deshalb braucht man mediziner, denen man hundertprozentig vertrauen kann. 

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