almis personal blog

blue valentine

achtung minimale spoiler

es gibt filme, die kriegen mich sofort mit filmtitel oder plakat. auf blue valentine trifft sogar beides zu. der titel stammt von einem tom waits album (und song), das poster sieht so aus:

blue valentine ist die geschichte einer scheiternden ehe. cindy (michelle williams) fragt sich – trotz aktivem sexuallebens – seit jugendtagen, was liebe bedeutet und woran man sie erkennt; dean (ryan gosling) dagegen hat eine sehr klare vorstellung von seiner traumfrau und einer beziehung, und als die beiden erstmals zusammentreffen, sieht es so aus, als entstünde genau die magie, die verliebte umgibt und die eine gemeinsame zukunft verspricht. sechs jahre später, verheiratet und als eltern einer kleinen tochter, hat sie der alltag voll erfasst und die karten werden neu gemischt…

die ästhetik von blue valentine steht im krassen gegensatz beispielsweise zum look von last night, wo die konflikte und versuchungen eines ehepaares in einer sehr cleanen, fast schon sterilen umgebung beleuchtet werden. in blue valentine dagegen sehen häuser von familien so aus wie häuser von familien häufig aussehen, wenn kein besuch erwartet wird, außerdem gibt es unordentliche haare und schweiß und augenringe und blaue flecken und rotz. dennoch gelingt es dem film auch, romantische momente in einer oft ausweglos und deprimierend erscheinenden gegenwart zu generieren.

als zuschauer wird man unweigerlich darüber diskutieren, warum diese ehe schlecht funktioniert und wer daran die schuld hat. und wenn auch die sympathien eher cindy oder eher dean gehören mögen – eine antwort zu finden ist schwierig. beide spielen die psychisch wie physisch extrem herausfordernden rollen großartig; besonders williams’ aufgabe ist eine gratwanderung, da ihre motive auf den ersten blick schwerer kommunizierbar sind als die von gosling.

michelle williams  – die talentierteste darstellerin aus dawson’s creek – ist drauf und dran eine wirkliche hollywood größe zu werden. ich bin schon sehr gespannt auf ihre nächste rolle im gelobten my week with marilyn.

 

2 comments

  1. Der Film klingt wirklich sehr interessant, und Michelle Williams mag ich auch gerne – Ryan Gosling wirkte auf mich bisher wie der Typ gelackter Schönlig. Ich habe ein bisschen Angst, dass der Film etwas desilluionierend wirkt – wie ging es euch damit?

    1. ich hatte auch bedenken, vor allem wenn man nachher noch romantisch essen gehen will. 😉

      der film ist definitiv nicht lustig, er ist teilweise schon sehr hart erzählt, aber mir persönlich ist es schon gelungen, dazu eine gewisse distanzierte haltung einzunehmen. es hat mich zwar berührt, aber es ist nicht soweit gegangen, dass ich gedacht habe: hilfe, das kann mir auch passieren. dazu gab es zuwenig identifikation jetzt speziell mit williams charakter.

      was gosling betrifft, das hier ist keine schönlingsrolle, eher im gegenteil. 😉

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