Ja Hirsch und Danzer Aufregung, dies, das. Ich hab eh schon hundertmal über Rollenprosa und Kontext geschrieben. Aber dennoch etwas zu dem, was Verena Bogner auf fm4 zur Causa geschrieben hat. Vor allem ihr letzter Satz:
“Nicht jeder menschliche Abgrund muss in Songform erfoscht und vor einem Massenpublkukum wiedergegeben werden.” Und wenn wir diesen Satz sehr kritisch betrachten, klngt das fast ein bisschen totalitär.
Denn wer soll denn bestimmen, was erforscht und einem Massenpublikum zugemutet werden kann und was nicht. Der Staat? Die Zensurbehörde? Das Wahrheitsministerium? Ich würde nämlich sagen: Erstmal darf alles Thema sein. Denn jedes “umstrittene” Thema hat Menschen, die sich davon getriggert fühlen, das ist leider so. Das fängt ja nicht bei Pädophilie an, es gibt genug Menschen, die wahrscheinlich auch nichts über Abtreibungen und Fehlgeburten, Gewaltverbrechen und Missbrauch oder auch einfach nur von solch alltäglichen Katastrophen wie Trennung und Scheidung hören wollen. Und das ist auch völlig okay so.
Es kann aber nicht die Aufgabe von Kunst sein, jeden Trigger zu vermeiden. Nein, man muss sich nicht alles anhören, man muss schon gar nicht alles gut finden. Man darf sich selbst schützen. Es muss aber in einer freien Gesellschaft möglich sein, auch kontroversielle Dinge anzusprechen, vor allem in einem künstlerischen Kontext. Kunst hat nämlich auch immer die Aufgabe, umbequem zu sein, Fragen zu stellen und den Finger in die Wunde zu legen. Das kann unangenehm und anstrengend sein, manchmal auch ärgerlich sein. Ich finde auch nicht alles ur super.
Kunst ist aber kein Safe Space und keine Komfortzone und das sollte von ihr auch nicht verlangt werden, denn sonst schafft man sie ab.