almis personal blog

Die letzten Tage

In den letzten Tagen überschlagen sich die Ereignisse und ich überlege unter anderem hin und her, wen ich beim Oscar Tippspiel von Uncut (unbezahlte Werbung) wählen soll. Also es geht wirklich um wichtige Dinge! harhar.

Letztes Jahr hatte ich 20 von 23 Kategorien richtig, das wird heuer fix nicht passieren. Das Rennen ist so offen. Wie immer bin ich in einem emotionalen Zwiespalt, zum Beispiel bei “Bester Film”. Soll ich den Film wählen, der ganz gute Chancen hat und mir sehr gut gefällt (The Brutalist) oder den Film, der vermutlich die besten Chancen hat und mir nicht so gut gefällt (Anora). Ähnliches gilt für beste Hauptdarstellerin, aus gewissen sentimentalen Gründen bin ich ja schon für Demi Moore, alleine, weil sich ihre Töchter bei den Preisverleihungen immer so freuen – es gibt da Videos auf Social Media.

Was war noch los? Also der Opernball. Ich hab nicht viel gesehen, aber die Eröffnung. Dann ruft mich meine Mama an und schwärmt mir von den Kostümen vor. Ich so: “Bitte das ist der schönste Walzer aller Zeiten und wieso haben die solche Kostüme?” Meine Mama: “Warum, das sah toll aus, wie Samurais” Ich: Ich fand sie ur schiach! Die sollen was duftiges, pastelliges tragen, nicht sowas, wo man keine Beine sieht.” Mama: “Seit wann bist du so konservativ?” Ich: “Das Material verwendet man sonst für diese Decken, die man im Winter über Motorräder legt” Harhar.

Außerdem: Gestern hat das Wiener Duo Abor und Tynna die deutsche Vorentscheidung Chefsache ESC unter der Leitung von Stefan Raab beim Publikumsvoting gewonnen. Wow, da haben wir quasi gleich ja zwei österreichische Acts beim ESC und diese beiden singen auch noch deutsch – obwohl man jetzt nicht wahnsinnig viel versteht. Ich hab mir die Sendung nicht angesehen, weil ich Barbara Schöneberger nicht aushalte, aber ich finde der Song hat was. Mal schauen, wie sich die Wettquoten jetzt entwickeln, Österreich ist ja aktuell auf dem 5. Platz (warum auch immer), obwohl wir ja nicht mal noch den Song kennen.

Und: Ich lese gerade Tante Jolesch von Friedrich Torberg. Immer wieder super. Die Tante Jolesch macht die besten Krautfleckerl von allen, ihre ganze Familie kommt von überall her, wenn es Krautfleckerl gibt und als sie nach ihrem Geheimtipp dafür gefragt wird, sagt sie: Es ist immer zuwenig (davon vorhanden). Ich kenne jemand, der meinte damals, das sei auch sein Geheimtipp – in Bezug auf meiner Zuneigung zu ihm. Nun. Ich persönlich glaube fest daran, dass die Krautfleckerl der Tante Jolesch einfach wirklich die allerbesten waren. Analogie intended.

Und jetzt widme ich mich wieder der Oscar-Tipperei oder auch: Bauch gegen Kopf.

Auf Wiedersehen, Toulouse

Toulouse ist gestorben. Toulouse war einer von den beiden “lustigen Hunden”. Er gehört der Schwester einer Bekannten, die immer Videos von ihren Australian Shephards auf Instagram stellt und in den letzten Jahren sehr viel Freude und positive Energie damit verbreitet hat.

Wenn das Kind früher krank war, sind wir im Bett gelegen und haben uns die Videos von den “lustigen Hunden” angeschaut. Millow hat zum Beispiel irgendein abgestandes Wasser geschlabbert und die Besitzerin zu ihm: “Hör auf dieses Grindwasser zu trinken” harhar. Er hat sich im Schlamm gewälzt und generell oft nicht gehört. Toulouse war die ausgleichende Kraft, immer bemüht, zwischen allen zu vermitteln, ein fröhlicher, sensibler, verbindender Hund. Das kranke Kind haben die Videos immer aufgemuntert und mich auch, besonders an nicht so guten Tagen.

Und jetzt ist Toulose gestorben, es ging ihm schon länger nicht gut. Die Besitzerin hat so ein schönes, trauriges Video davon gemacht, dass mir jedesmal, wenn ich es angeschaut habe, die Tränen heruntergeronnen sind, ich kann es nicht ändern. Ich hab es trotzdem fünf oder sechsmal gesehen. Dann haben wir miteinander geschrieben. Sie geht stark damit um, hat überhaupt immer einen sehr positiven Blick auf die Welt, in der aber auch Schmerz “erlaubt” ist, Schmerz gezeigt, zugegeben werden kann.

Danke für die viele positive Energie von Touluse und auch dafür, uns daran zu erinnern, dass neben Trauer auch immer auch noch Schönes existieren kann, in unserem Leben, gleichzeitig, und, dass immer etwas zurückbleibt, wenn jemand geht, das uns nie ganz verlässt.

Frühstück Cafe Diglas

Heute Nacht hab ich was geträumt, von dem ich schon im Traum wusste, dass es leider nicht “wahr” ist. Es war trotzdem ur schön. Und dann bin ich aufgewacht und wollte nur zurück in den Traum, und dem Mann im Traum noch was sagen, ach ja. Dementsprechend zerknittert sah ich in der Früh aus, hab mich dann extra mehr geschminkt als sonst.

Es stand nämlich Frühstücken auf dem Programm. Diesmal haben L. und ich uns für das Cafe Diglas (unbezahlte Werbung) auf der Wollzeile entschieden, an dem wir bei unserem letzten Frühstücksausflug schon vorbeigegangen waren. Es sieht schon von außen aus wie ein typisches altes Wiener Cafe:

Innen auch, es gibt sogar ein Klavier:

Die Frühstücksauswahl besteht aus Klassikern wie Wiener Frühstück (in verschiedenen Größen) und Müslis, bisschen extravaganter ist Avocado auf Schwarzbrot, Porrigde und Shashuka. Wir haben uns für Eierspeisbrot und Chiapudding, sowie Ham and Eggs entschieden. Und es war ausgesprochen gut und auch sehr gemütlich zum Sitzen.

Eierspeisbrot, Ham and Eggs mit Kornspitz, sowie Cappucchino

Es gibt dort auch “Oma’s Ingwer Infusion”. Das hat mich an den Film Pfau erinnert, den ich gestern bei der Premiere im Votivkino gesehen habe. Wo jemand in das Dienstleistungsvermittlungsbüro kommt und die Empfangsdame fragt: “Kann ich Ihnen was bringen, Kaffee? Einen Gurken-Ingwer Shot?” Genauso skurill ist der ganze Film, ich werde noch darüber schreiben.

Direkt gegenüber dem Cafe Diglas ist übrigens der Morawa, wo wir länger gestöbert haben. Schön ist das, nach dem Frühstück in eine Buchhandlung zu gehen und zu schauen, was es neues gibt und den Freitagvormittag gemütlich ausklingen zu lassen. Und vielleicht eine Spur weniger zerknittert.

Der Sinn

Warum die Mutter das mit den Flugdaten wissen will ist, weil sie plant, in dieser Zeit eine Schreibwoche einzulegen. Harhar.

Praktisch wird es wahrscheinlich eh schwierig, weil garantiert dringende Aufträge in diesen Tagen kommen werden, aber man kann es sich ja trotzdem mal vornehmen. Vor kurzem hat mir eine Freundin geschrieben, dass ein Blogeintrag hier so sei “als würde ich in einem Kapitel in einem Buch lesen…” – das fand ich sehr lieb und sehr motivierend, weiterzumachen, an meinem Buch, danke.

Ich finde es immer interessant, welche Dinge Menschen brauchen, um glücklich zu sein. Im Song The Dark of The Matinee von Franz Ferdinand, gibt es ein Paar, wo der Mann sich über den Grant auf alles definiert und sie hört sich das an und er schildert das, was sie ihm entgegensetzt dann folgendermaßen: “You smile, mention something that you like. And how you’d have a happy life, if you did the things you like.” Da fühle ich mich immer sehr angesprochen, wenn ich das höre.

Ich schau mir gern an, was andere mögen. Für ganz viele ist es das Reisen oder der Urlaub, sie sind glücklich, wenn sie regelmäßig irgendwohin fahren oder fliegen können. Andere haben das Pole Dancing für sich entdeckt, das Feuerschlucken oder das Fotografieren. Da gibt es Menschen, die Autos lieben, ihre Pferde oder Hunde, Wanderungen, Gaming-Welten, Konzert- und Kinosäle oder alte Häuser. Ich kenne einen wunderbaren Menschen, der von letzterem begeistert ist, so etwas finde ich faszinierend.

Und weil ich das und anderes festhalten will, ist es bei mir ein Notizbuch und ein Kugelschreiber, was mich immer schon irgendwie gerettet hat. Wenn ich darüber nachdenken kann, wie ich das Leben beschreiben soll, wie ich anderen schildern soll, was in mir vorgeht oder welche Gedanken ich habe, und zwar so, dass sie das im besten Fall auch fühlen können, dann macht mich das wirklich zufrieden und ist eine Herausforderung, die nie endet.

Valentin

Rosen auf der Pawlatsche.

Das Rad schieben, während man Hand in Hand geht. Zur Ubahn laufen, egal ob sie schon da ist oder nicht. Jedes Räuspern, jedes “Gut…” bevor eine Geschichte anfängt. Die Frage, welches Kaffeehäferl man möchte. Aus der Zeitung vorlesen, die Zeitungsseiten umknicken. Eine Fußsohle auf einem Fußrücken. Die Art, wie ein Schlüsselbund erklärt wird. Die Art, wie man das Licht ausschaltet. Immer alles sagen wollen. Immer alles sagen können.

Schnee auf der Pawlatsche.

Nichts von all dem und mehr je vergessen wollen.

Maria

Wenn ich etwas von Angelina Jolie lese, muss ich immer an Chris Rock denken. Chris Rock hat einmal für die Oscars eine Umfrage vor einem “schwarzen” Kino in Compton, einem Vorort von L.A. gemacht. Und da hat er die Leute, die aus dem Kino kamen, diverse Dinge gefragt. Unter anderem eine junge Frau: “What is your favorite white movie of the year?” Und sie antwortete: “By the Sea with Brad Pitt and Angelina Jolie.” Chris Rock daraufhin: “Wow! Not even they would say that” harhar, fand ich so witzig damals, weil er so verblüfft über die Antwort war. By the Sea war der letzte gemeinsamer Pitt/Jolie-Film vor der Trennung, es ging da auch um eine arge Beziehung und er war weder gut besucht noch gut besprochen.

Ich bin ja jetzt nicht immer restlos überzeugt von Angelina Jolie, aber bei Maria verhält es sich umgekehrt zu vielen anderen Trailern – dieser Trailer hat mich, trotz Jolie und oft auch einer gewissen Biopic Skepsis – neugierig auf den Film gemacht. Maria ist der letzte Film der “Frauen-Trilogie” vom chilenischen Regisseur Pablo Larraín. Zuvor hatte er mit Jackie und Spencer ebenfalls zwei weibliche quasi “Larger than life”-Persönlichkeiten porträtiert. Hier geht es (natürlich) um Maria Callas, genauer gesagt, um die letzten Lebenstage im September 1972 in Paris…

WIE IMMER SPOILER MÖGLICH!

Zunächst mal: Ich kenne Maria Callas als Person nur recht oberflächlich – im Gegensatz zum Beispiel zu Diana, die ja Leute meiner Generation quasi permanent miterlebt haben. Aber ich finde Jolies Darstellung an sich zumindest für mich sehr authentisch und hat mich einfach “mitgenommen”. Und es kann ja bei einer Persönlichkeit wie dieser eh immer nur eine gewisse Annährung sein. Larraín geht es auch, meines Erachtens, viel weniger um Imitation, als um das Aufzeigen von gewissen Strukturen, Stimmungen, auch um das Künstlersein an sich. Und ich finde seinen Ansatz sehr kreativ, auch sehr zurückgenommen und “Indie”. Denn auch wenn Callas die größte Sängerin war, Larraín geht es nicht darum, den plakativsten Film zu drehen, sondern vielleicht den kleinsten und intimsten.

Natürlich sehen wir die Callas auf der Bühne stehen und singen- in Erinnerungen. Aber die meiste Zeit erleben wir sie mit ihrem Diener Ferrucio (Pierfancesco Favino) und dem Hausmädchen Bruna (eben Alba Rohrwacher), die wie Freunde sind, oder wie Callas sagt: “Bruna is my mother and my sister and my daughter and my maid. Ferruccio is my father and my son and my brother and my butler. It is a terribly crowded apartment!” Solche überraschenden, interessanten Beobachtungen äußert Callas hier oft. Sie sagt Dinge wie: “There is no reason for opera” und “There is no life away from the stage”. Was auch schon die Situation erklärt, in der sie mit erst 53 Jahren eben gerade ist. Wir sehen ihren Alltag mit den Hunden und den Spaziergängen, auch den (verhassten) Arztbesuchen und den Versuchen, mit einem Dirigenten wieder an ihre frühere stimmliche Leistungsfähigkeit anzuknüpfen.

Außerdem gibt es einen Film im Film: Ein Journalist kommt mit einem Kameramann vorbei und stellt Callas viele Fragen; es scheint ihr Spaß zu machen, diese zu beantworten, obwohl sie sich reserviert gibt. Der Journalist (Kodi Smit-McPhee) heißt Mandrax – der Name eines ihre starken Medikamente. Da kommen dann schon enorme Zweifel auf, wie real dieser Charakter tatsächlich ist. Überhaupt vermischt sehr oft Phantasie und “Realität”. Die schönste diesbezügliche Szene war für mich die, wo die Callas vor einem alten Pariser Palais steht und plötzlich kommen lauter Japanerinnen mit kleinen Schirmchen und es regnet und sie singen gemeinsam etwas aus Madame Butterfly. Diese Szene ist für mich die reine filmische Poesie.

Einmal besucht Maria ihren ehemaligen Geliebten Aristoteles Onassis am Krankenbett und weicht einer Konfronation mit dessen Frau Jackie Kennedy aus – hier wäre ein kurzer Cameo von Natalie Portman sehr witzig gewesen. Aber um Witz geht es hier natürlich nicht. Ich habe jetzt aber große Lust, mir die anderen beiden Filme auch anzusehen.

Die Fotos des Regisseurs mit seinen Hauptdarstellerinnen finde ich sehr süß:

Sonntag lernen

Wenn eine neue Lebensphase beginnt, ändert sich vieles, oft ganz schlagartig und manchmal kommt es einem so vor, als würde man an einem Tag sehr viel gelernt und “verstanden” haben. Aber wenn ein neuer Morgen da ist, ist da auch manchmal das Gefühl, man steht wieder ganz am Anfang, kennt sich nicht aus und muss wieder von vorne beginnen.

So ist es auch mit dem Wochentag Sonntag. So viele hat man erlebt, aber immer noch ist man unschlüssig, was man mit diesem doch manchmal schwierigen Tag machen soll. Ausschlafen oder extra früh aufstehen. Daheim bleiben oder weit gehen. Alleine sein oder Menschen treffen. Relaxen oder arbeiten. Lesen oder schreiben. Zeitungen holen oder ignorieren. Die Welt draußen wahrnehmen oder sich komplett von ihr zurückziehen.

Mein Cappuccino und ich auf der Währingerstraße, am Weg zum Frühstücksfilm Maria im Votivkino

Den perfekten Sonntag gibt es schon, ich habe ihn erlebt und oft hatte er mit Nähe, langem Frühstücken und viel reden zu tun.

Nun experimentiere ich herum, vor allem im Winter, wo ich nicht im Garten sitze. Gestern war das Kind in der Therme, und ich daher in der Stadt, die auch eine andere ist am Sonntag, mit einem Coffee to go (unbezahlte Werbung!) und Kino zu Mittag. Das war fein. Danach habe ich Leute in den Schanigärten sitzen sehen, für die es noch viel zu kalt war, aber die Sonne hat gescheint. Ich habe auch die vielen Leben wahrgenommen, die dort ausgestellt waren. Zugehörig war ich da nicht, das Sonntagsgefühl konnte ich auch nicht ganz abschütteln, aber einiges war doch auch sehr ok, vor allem meine Gedanken und meine Perspektive auf Dinge.

Mein Wort zum Sonntag. Am Montag.

Die Ferien

Die Semesterferien waren auch nach der Ikono Ausstellung schön.

Einmal war ich mit M. beim superen Chinabuffet neben der der Messerverbotszone Reumannplatz. Wir haben uns sehr gut unterhalten. Ich habe von ihr das Buch Hallo, du Schöne bekommen und gleich zu lesen begonnen.

Auch mit dem Kind war ich beim Asiaten – in der SCN. Danach haben uns Companion angesehen; wir waren -inkusive uns beiden – zu viert im Saal. Das Kind hat sich dann noch schnell Nachos gekauft und als er zurückkam hab ich zu ihm gesagt: “Jetzt hast du die woke Werbung versäumt”. Harhar. Companion ist übrigens natürlich wieder ein Horrorfilm, aber ein interessanter. Nachher sind wir durchs komplett verlassene und etwas gruselige SCN zur Straßenbahn gegangen, es ist schon ein bisschen in the middle of nowhere.

Außerdem habe ich Der Spatz im Kamin im Stadtkino gesehen, während das Kind beim Figlmüller war und You are cordially invited auf prime. Dazu werde ich sicher noch das eine oder andere schreiben. Bei letzterem war definitiv der Abspann am besten und das meine ich gar nicht böse. Ich finde, Reese Witherspoon und Will Ferell sollten öfter zusammen singen.

Uuund: es sieht so aus, als würde ich ein paar hundert Euro, die mir ein Auftraggeber noch schuldet (lange Geschichte), nach eineinhalb Jahren doch bekommen. Geld, das ich schon völlig abgeschrieben habe. Das ist schon eine schöne Überraschung.

Dazwischen hab ich gearbeitet, aber wegen der Ferien gab’s keine dringenden Deadlines.

Diese Woche hatte ich fast das Gefühl, mein Leben im Griff zu haben harhar.

Babygirl

Vorige Woche habe ich zwei Filme gesehen. Einen – frei nach dem Protagonisten von Perks of a Wallflower “so good I felt different when it was over” – und einen anderen. Der andere war Babygirl von der niederländischen Regisseurin Halina Reijn. Eigentlich war ich sehr gespannt auf diesen Film und habe ihn gleich in der ersten Vorstellung am Donnerstag besucht, aber am Ende habe ich mich drüber nur gewundert bis geärgert.

Es geht um Romy (Nicole Kidman) Gründerin und CEO eines großen Unternehmens. Sie ist mit dem Theaterregisseur Jacob (Antonio Banderas) verheiratet, die beiden haben zwei Teenagertöchter, große Häuser, Geld wie Heu, soweit also das “Vorzeigeleben”. Eines Tages lernt Romy den sehr viel jüngeren Praktikanten Samuel (Harris Dickinson) kennen, der durchschaut, dass sie in Wahrheit dominiert werden will. Sie lässt sich auf ein Treffen mit ihm ein, obwohl sie weiß, dass das ihr ganzes berufliches und privates Leben in Gefahr bringen kann…

MILDE SPOILER MÖGLICH!!

Ich glaube, wir haben in den 1980ern, als es noch vergleichsweise viele Erotikthiller gab unterschätzt, wie schwierig es ist, einen solchen zu drehen, der sowohl unpeinlich, als auch in sich schlüssig ist. Babygirl ist leider beides nicht. Und er ist auch nicht erotisch, sondern eher antiseptisch.

Zuerst habe ich mir gedacht puh, Antonio Banderas, schon wieder so ein Mann, wo man sich als Zuseherin denkt: Was ist eigentlich falsch an ihm? Aber dann habe ich gesehen, was für einen nervigen Menschen er hier spielen muss. Harhar. Nur: Harris Dickinson als Samuel ist halt emotional kalt. Kidman als Romy ist ebenfalls kalt und sie sieht auch so aus – nachdem sie bei der Botoxbehandlung war, sagt ihre Tochter: “You look weird, like a dead fish”. Hier gibt es zumindest Pluspunkte für die Selbstironie, aber natürlich muss Kidman auch noch in der Robotikbranche arbeiten, um ihre Distanz zu jeglicher Gefühlsregung klar zu machen und Jacob muss zufällig gerade am Theater Hedda Gabler inszenieren. Also subtil ist da jetzt wirklich gar nichts.

Nun ja ok, Romy ist also auf der Suche nach einer SM Beziehung oder stolpert viel mehr in eine solche. Wahrscheinlich nennt man das heute anders, ich kenne mich in diesem Bereich zugegebenerweise nicht aus, aber für mich wirkt das, was Samuel und Romy hier machen wie etwas, worüber Leute, die tatsächlich SM praktizieren, wahrscheinlich schallend lachen würden. Es erscheint so unauthentisch, wie im Übrigen fast alles in diesem Film. Man muss ja wirklich nicht immer alles auserzählen, aber hier sind die Charaktere so eindimensional, dass man als Zuseher weder mit irgendjemand connecten kann, noch versteht, wieso sie sich verhalten wie sie das tun. Irgendwie fällt einem da nur Wohlstandsverwahrlosung ein, denn der Plot entwickelt sich von einer durchaus interessanten Grundidee in eine komplett unglaubwürdige Richtung, die in einem mehr als kuriosen Ende gipfelt. Oder wie ein User auf letterboxd schrieb: “I have watched actual porn with more compelling plotlines”. Harhar.

Manchmal hatte ich den Eindruck, dass der Film vor allem woke und Meme-able sein will – beispielsweise als Nicole Kidman #ausGründen Milch trinkt. Aber bis auf die Szene, in der Harris Dickinson zu Father Figure von George Michael tanzt (ich habe eine Schwäche für George Michaels Stimme), hat das bei mir leider alles gar nicht funktioniert.

Frühstück Japanese Pancakes

Heute waren L. und ich zur Feier des Semesterendes im Japanese Pancakes frühstücken. Wie immer unbezahlte Werbung. Im Übrigen sollte man die Reservierungsmöglichkeiten per Telefon und Email vergessen, und die Anmeldung per instagram durchführen, wie wir erfahren haben. Reservieren ist auf alle Fälle ratsam, denn das Lokal ist doch eher klein und als wir gegen 11 gingen, war es voll.

Außerdem wirbt das Lokal damit, in der Nähe vom Schwedenplatz zu sein, würde ich jetzt eher als eine Definitionsfrage emfpinden, was man unter “in der Nähe” versteht. Ich finde ja, es ist näher am Stephansplatz.

Wie auch immer, das Lokal ist gleich beim “neuen” Hidden Kitchen, in der sehr kurzen Drahtgasse und so wurden wir vorige Woche darauf aufmerksam. Zuerst gab es ein gesundes Frühstück mit viel Grünzeug:

Zucchini Benedict und Salmon Scramble

Und danach einen Namensgeber des Lokals. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mir unter Pancakes etwas anderes, nämlich Palatschinken, vorgestellt habe, ähm. Es ist aber ein “Eiweißdings”, gar nicht mal so süß, mit wenig Eigengeschmack, recht leicht, wenn man von der Nutellaschicht oben absieht harhar.

Nutella Banana Pancake

So haben wir das vergangene Semester Revue passieren lassen, die 7. Klasse ist ja schon nicht ganz ohne, wer wüsste das besser als ich, ich habe mir damals sehr schwer getan. Beide Male. harhar. Aber unsere Kinder haben es bisher gut geschafft.

Auf den Bahnhöfen dann viele Menschen mit Koffern, viel Aufbruchstimmung in die Ferien. Ich finde das schön, auch wenn ich nirgends hin fahre. Wie immer an Zeugnistagen bin ich irgendwie melancholisch. Und denke an an einen besonderen Menschen. Auch wie immer.