almis personal blog

Karwoche 3

Außerdem noch am Wochenende auf dem Programm: Ein Patchworkfamilienausflug. Siehe: oarge Wanderreise der anderen im kommenden Sommer. Ich bin unter Vorbehalt mitgegangen, nämlich, dass ich vielleicht umdrehen muss harhar. Destination: Ysperklamm. Aber nicht den Rundweg, sondern zum Gipfel rauf und wieder runter. Erster Stopp: Frühstück Mc Cafe.

Riesiger Cappuchino, fast so groß wie im Cafe Schopenhauer

Nach eineinhalb Stunden Fahrt waren wir dann im sonnigen, für mich immer auch etwas sperrigen Waldviertel. Der Fluß im Wald war wirklich super wildromantisch, echt schön. Die Wanderung selbst: Gar nicht meines. Nur Stiegen, Stiegen, Stiegen steigen, dazwischen ein paar Steine, auf die man klettern muss. Es geht irrsinnig in die Beine. Aber gut, die Wandertruppe muss das trainieren, ich verstehe es. Aber mir persönlich taugt es nicht. harhar.

Wasser und Stiegen, Stiegen und Wasser

Jemand sagte dann zu mir: So spürt man sich mal. Und ich: Ich spür mich eh viel zu sehr. Mein Ziel ist, mich viel weniger zu spüren. Harhar.

Kurz vor dem Gipfel, nach 80 Minuten recht zügig bergaufgehen, hab ich dann w.o. gegeben, weil mir total übel geworden ist. Die Fitnessuhr zeigte zu diesem Zeitpunkt Puls 180. War mir dann zu heikel, dass ich in die Schlucht kotze. Ich bin dann mit einer armen Person, die sich geopfert hat aufzupassen, dass ich nicht irgendwo im Wald liegen bleibe, wieder abgestiegen. Danke für die Unterstützung.

Steine nicht zu vergessen

Das Zurückgehen war dann aber sehr angenehm und mit jedem Schritt habe ich mich besser gefühlt. Mein Glück war, das Gasthaus war unten, nicht oben, sonst hätte ich kein Essen gehabt. Man sieht, mir war nicht sehr lang übel, harhar. Jedenfalls haben wir uns dort auf die Terasse gesetzt, die anderen sind aber dann aber fünf Minuten später auch schon da gewesen, also soo weit wäre es bis oben wirklich nicht mehr gewesen.

…und Wasser

Essen war rustikal-gut, danach haben wir uns wieder auf den Heimweg gemacht, wo ich den Rest des Abends nur noch am Sofa gelegen bin. Das, finde ich, ist immer der beste Moment einer Wanderung. Man ist erschöpft, es tut einem alles weh und man schläft danach wie ein Stein.

Ich empfehle die Wanderung ausdrücklich für Menschen mit einem Stiegen-Fetisch.

Die Pinze

Während Corona hab ich mit dem Backen angefangen.

Gut, das ist jetzt nicht der alleroriginellste Move, aber ich war gar nicht so schlecht dabei. Ich hab Striezel gemacht, Topfentorte, einmal sogar Punschkrapferl. Und auch eine Osterpinze.

Die Pinze mache ich immer noch zu Ostern, aber heute ist alles schiefgegangen. Ich hab einen Teil meiner Knetmaschinenzubehör (fast) geschrottet – Details dazu sind sogar mir zu peinlich hier zu schildern harhar. Aber stellt euch einfach das potscherste vor, was euch einfällt.

Außerdem ist die Küchenwaage kaputt, das heißt, ich habe die Zutatenmenge mehr oder weniger geschätzt, was man ja beim Backen auf keinen Fall tun sollte und was meinen Vater wahnsinnig gemacht hätte. Er hat viel gekocht und immer das Kochbuch dazu benutzt, auch bei Sachen, die er schon dutzende Male zubereitet hat. Und das Buch sah immer wie neu aus. Ich hingegen drucke mir das Rezept aus und nachher muss ich es wegwerfen, weil das Papier komplett nass und mit allem möglichen bekleckert ist. harhar.

Dann habe ich noch die Eier vergessen und erst nachträglich ergänzt, weshalb der Teig lange zu glibberig und danach sehr eigenartig klebrig war. Anschließend habe ich die falsche Hitze im Ofen eingestellt und erst nach 20 Minuten geändert, als es mir aufgefallen ist. Früher hat jemand immer zu mir gesagt, zehn Fehler am Tag und man ist perfekt. Ich denke sehr oft daran, weil mich das immer unheimlich entlastet. Jedenfalls waren meine zehn Fehler heute alle beim Pinzenmachen.

Hübsch, nicht?

Tja und was soll ich sagen: Soo gut, flaumig-leicht, nicht zu süß, einfach ideal.

Karwoche

Die Osterferien sind ein bisschen ein “Struggle” zwischen: Halbwegs ausschlafen wollen, arbeiten, Unternehmungen mit Kind und me time.

Gestern sah das so aus, dass ich am Vormittag an neuen Interviews gearbeitet habe; es wird wieder einen Film geben, ein historisches, aber gleichzeitig auch sehr aktuelles Thema (mehr darf ich noch nicht verraten) und es sind englische Interviews, das ist eine schöne Herausforderung für mich, inhaltlich und auch sprachlich. Dann gab es ein spätes Mittagessen, das Kind hat gekocht und anschließend bin ich ins Kino gefahren. Am Weg dorthin, habe ich am Ostermarkt vorbeigeschaut.

Ostermarkt auf der Freyung am 14. April

Ich bin für euch zum Ostermarkt auf der Freyung (und am Hof) gefahren, damit ihr das nicht müsst. Nein, er ist eh schön, vor allem die wirklich kunstvollen so unterschiedlich gestalteten Ostereier, aber es ist auch ein irres Geschiebe und Gedränge und wenn ich Saufstandeln will, dann ist mir Punsch lieber als die Champagnerbar am Hof. harhar.

Beschriebene Eier gefallen mir sehr gut – hier handelt es sich natürlich um Gebete
Kreative verzierte Eier in allen Variationen
Noch mehr sehr farbenfrohe Eier in der Frühlingssonne

Leider hab ich keine fancy Autos für das Kind fotografieren können, wie den derzeit in Wien befindlichen Bugatti, nur normale Angeberautos, harhar. Falls wer den Bugatti findet, bitte sagt Bescheid!

Danach war ich im Votivkino und habe mir Sing Sing angesehen. Eine eher ambivalente Erfahrung – zwar schon “okay-ish”, wie auch schon vorige Woche Altweibersommer, aber irgendwie hat mir bei beiden Filmen was gefehlt. Auf letterboxd hat jemand als Review zu Sing Sing nur geschrieben “Black Poets Society”und das passt sehr gut, es gab einen Moment, wo ich dachte, dass die handelnden Personen – Gefägnisinsassen und POC – gleich auf ihre Sesseln steigen. Ich werde dazu noch mehr schreiben.

Jedenfalls wars ein angenehmer Tag, der mich etwas beruhigt hat. Seit der Sendung von Mittwoch fühle ich mich ein bisschen aufgewühlt. Hätte ich mir denken können, ist aber auch ok.

Frühstück Palmenhaus

Gestern waren L. und ich zur Feier des Osterferienbeginns im Palmenhaus frühstücken (unbezahlte Werbung). Passenderweise war es auch endlich mal wieder sonnig und warm – wenn auch sehr windig.

Palmenhaus und Burggarten in der Vormittagssonne

Ich war davor erst einmal im Palmenhaus, das liegt schon viele Jahre zurück, ich habe mich da mit der Lektorin getroffen, die mein Buch Geboren in Bozen für mich korrekturgelesen hat. (unbezahlte Werbung, harhar)

Ein normaler Morgen in der Wiener Innenstadt, wo einfach “random” die Lippizaner an einem vorbeireiten

Es ist ratsam, einen Tisch zu reservieren, weil zur Öffnung um 10 Uhr schon relativ viele Touristen in Warteposition lauern. Die Frühstücksauswahl ist jetzt nicht extrem groß – aber es gibt das übliche, Wiener Frühstück, was mit Ei, was mit Lachs, was gesundes und anscheinend einen kleinen Ziegenkäseschwerpunkt. Und Torten! Jedenfalls hat es sehr gut geschmeckt und wurde stilvoll serviert. Außerdem hat man dabei, wenn man am Fenster sitzt wie wir, einen schönen Ausblick ins Grüne.

Haferflocken mit Joghurt und Obst, Rührei mit Beinschinken

Danach sind wir noch über den Heldenplatz in die Innenstadt gegangen und von dort zu Fuß bis Wien Mitte. Also ganz viele Schritte gemacht und uns wie immer sehr gut unterhalten.

Urlaubstag zwei (und drei)

Den Mittwoch habe ich mit Schreiben begonnen und mich dann mit M. zu einem späten und sehr langen – circa vierstündigen – asiatischen Mittagessen getroffen. Das war wie immer sehr nett.

Am Donnerstag habe ich morgens erstmal Traumdeutung gegoogelt weil ich so viele seltsamen Dinge geträumt habe. Wirklich schlauer war ich dann aber auch nicht. Danach bin ich bei Sonnenschein zu Fuß ins Donauzentrum gegangen und war dort auch gleich Essen.

Schwammerlrisotto mit Huhn und Zitronen-Minze Limonade – unbezahlte Warbung

Ich wollte einen meiner Vapiano Gutscheine einlösen und bin (schon wieder) am Terminal gescheitert. Langsam glaub ich, es liegt an mir. Da geht mir das Kind ab, das neben mir steht und lacht (harhar)- mir dann aber zeigt, wie es geht. So habe ich eine Mitarbeiterin gefragt, die mir dann gleich das ganze Vapiano Prozedere erklärt hat, als wäre ich fünf Jahre alt. Aber sehr gut wars!

Danach bin ich zum Votivpark gefahren und habe DIE Magnolia fotografiert, die derzeit eh jeder knipst, der dort in der Gegend unterwegs ist. Voriges Jahr wollte ich das schon machen, aber als ich dort war, war genau noch eine einzige Blüte vorhanden. Diesmal war ich aber rechtzeitig dran.

DIE Magnolie im Votivpark

Ich bin schreibend eine Stunde im Park in der Sonne gesessen, wo es zwar warm, aber auch ziemlich windig war. Dann habe ich einen kleinen Spaziergang in der Umgebung gemacht. So viele Erinnerungen, überall.

Anschließend habe ich mir The Last Showgirl – natürlich im Votivkino – angesehen. Bei dem Film war ich ja etwas skeptisch, weil ich mir dachte, da erzählt der Titel schon die ganze Geschichte, aber da war noch viel mehr und es war auch nicht der Miseryporn, den ich mir erwartet habe. Es hat mir richtig gut gefallen. Ich werde noch mehr dazu schreiben.

Heute gabs dann wieder (dringende) Arbeit, aber immerhin im Garten, wo es angenehm warm war. Und spätabends kommt heute dann das Kind zurück.

Urlaubstag

Wie angekündigt, hatte ich gestern einen richtigen Urlaubstag, den ich mit lang schlafen – 8.30(!), einem Croissantfrühstück und längerem Lesen begann. Alles weiter unbezahlte Werbung.

Dann bin ich zum Ikea Westbahnhof gefahren und war gleich Mittagessen. Man bestellt übrigens dort mittlerweile auch an einem Terminal, was ich nach kurzem planlos Herumstehen auch begriffen habe. Ich musste an die Spitalsmensa in Bozen denken, wo wir Mütter immer Gutscheine fürs Essen bekamen. Und das Essen in italienischen Krankenhäuser ist wirklich sehr gut! Ich ging also mit meiner Bettnachbarin, die auch ein Frühchen hatte hin, wir kannten uns überhaupt nicht aus, sie fragte einfach an “Schalter” eine Mitarbeiterin: “Wia geat’n sell?” Südtirolerisch für: Wie funktioniert das hier? Harhar. Das fand ich so cool, weil ich damals noch viel zu unsicher gewesen und sicher erstmal fünf Minuten überlegt hätte, was ich tun muss.

Super Kottbullar Menü mit Holundersaft (warum er leicht rosa ist, bleibt das Ikea Selbstbedienungsautomaten-Geheimnis) und einer Mandeltorte mhmmm.

Danach wollte ich auf die Dachterrasse, aber im Lift merkte ich, dass ich Höhenangst habe. Früher hab ich mir das nie eingestanden, weil mein Papa extreme Höhenangst hatte, der hat sich nicht mal auf die erste Stufe einer Leiter getraut, und dieser Spleen familienintern also schon von ihm besetzt war.

Ich beschloss, also erstmal zu Thalia zu gehen und meine Geburtstagsgutscheine auszugeben. Weil ich bei Büchern aber heikel bin, habe ich da lange gebraucht. Ich habe mir unzählige Klappentexte durchgelesen und die vielversprechendsten davon in die Leseecke mitgenommen und dort weiter “inspiziert”.

Was gibt es Schöneres als jede Menge wohlgeordnet und anschaulich drapierte Bücher?

Ich habe mich schließlich für Benedict Wells Die Geschichten in uns und Jan Weilers Munk entschieden. Wells berichtet in seinem Buch über seine eigene Schriftstellerbiografie und übers Schreiben an sich, da kann ich sicher noch was lernen. Jan Weiler erzählt von einem Anfang 50-jährigen, der nach einem Herzinfarkt sein Leben, vor allem seine Beziehungen reflektiert und sowas interessiert mich ja immer sehr.

Habe dann an der Selbstbedienungskasse bezahlt, weil ich schauen wollte, ob die Gutscheine auch funktionieren (das hat bei mir nämlich schon mal nicht geklappt) und das war dermaßen kompliziert und unintuitiv, dass ich das nicht mehr machen werde. Bin eh voll Team menschliche Kassenkräfte.

Danach bin ich nochmal zum Ikea gegangen und diesmal auf die Dachterrasse, ich mein hey Challenge. War wirklich ein bisschen eine Überwindung, obwohl man dort eh nicht auf irgendwelchen Glasböden gehen muss, das würde ich fix nicht schaffen.

Dafür hab ich schöne Fotos mit nicht so schöner Wetterlage gemacht – aber bei Sonnenschein kann das ja jeder harhar.

Blick auf die Marahilferstraße bei unheilschwangerem Himmel und reger Bautätigkeit

und:

Blick auf die Kirche vom Maria am Siege

Danach hab ich zuhause viel geschrieben – ich habe mir ja vorgenommen, meinen Roman zu überarbeiten – und später mit dem Kind gechattet, der am Strand von Barcelona Abendessen war und die Jungs mussten sich dann tummeln, um rechtzeitig in der Unterkunft zu sein. Übrigens die Hotels, wo heutzutage Klassen absteigen, wow!

War dann ur lang, bis Mitternacht auf, harhar. Ein sehr feiner Tag, wo ich mich ganz leicht gefühlt habe.

Die Ferien

Die Semesterferien waren auch nach der Ikono Ausstellung schön.

Einmal war ich mit M. beim superen Chinabuffet neben der der Messerverbotszone Reumannplatz. Wir haben uns sehr gut unterhalten. Ich habe von ihr das Buch Hallo, du Schöne bekommen und gleich zu lesen begonnen.

Auch mit dem Kind war ich beim Asiaten – in der SCN. Danach haben uns Companion angesehen; wir waren -inkusive uns beiden – zu viert im Saal. Das Kind hat sich dann noch schnell Nachos gekauft und als er zurückkam hab ich zu ihm gesagt: “Jetzt hast du die woke Werbung versäumt”. Harhar. Companion ist übrigens natürlich wieder ein Horrorfilm, aber ein interessanter. Nachher sind wir durchs komplett verlassene und etwas gruselige SCN zur Straßenbahn gegangen, es ist schon ein bisschen in the middle of nowhere.

Außerdem habe ich Der Spatz im Kamin im Stadtkino gesehen, während das Kind beim Figlmüller war und You are cordially invited auf prime. Dazu werde ich sicher noch das eine oder andere schreiben. Bei letzterem war definitiv der Abspann am besten und das meine ich gar nicht böse. Ich finde, Reese Witherspoon und Will Ferell sollten öfter zusammen singen.

Uuund: es sieht so aus, als würde ich ein paar hundert Euro, die mir ein Auftraggeber noch schuldet (lange Geschichte), nach eineinhalb Jahren doch bekommen. Geld, das ich schon völlig abgeschrieben habe. Das ist schon eine schöne Überraschung.

Dazwischen hab ich gearbeitet, aber wegen der Ferien gab’s keine dringenden Deadlines.

Diese Woche hatte ich fast das Gefühl, mein Leben im Griff zu haben harhar.

Heretic

Manchmal gelingt es mir, das Kind für einen Film zu begeistern, den ich sehen möchte. Leider sind die nonstop Kinos keine “fancy” Kinos wie es das Kind empfindet, aber gestern im de France war es dann doch anders. Weil das Kino gleich neben dem Ring liegt, und wir so vor dem Filmbeginn noch Autos beobachten konnten. Wir sahen Porsches und Lamborghinis und einen Ferrari. Ich zum Kind: “Das haben wir schon gemacht, als du vier warst, aber da gings mehr um die Autofarben.” harhar. Wie auch immer, er fand es dann im de France erstaunlich gemütlich und es gibt dort zwar keine Nachos, aber Popocorn.

Wir sahen Heretic, einen Horrorfilm ab 16 Jahren, mit Hugh Grant. Worum es geht, kann man eigentlich in einem Satz zusammenfassen: Zwei junge Mormoninnen besuchen im Zuge ihrer Missionstätigkeit einen Mann in seinem Haus, um mit ihm über Religion zu sprechen, und dann passieren “Dinge”.

ACHTUNG KLEINE SPOILER MÖGLICH!!

Ich bin kein großer Horrorfilm-Fan, aber ich bin ein großer Fan von Schauspieler gegen ihren Typ besetzen. Da kommen oft erstaunlich supere Sachen heraus, wie zum Beispiel Leonardo di Caprio als exzentrischer Bösewicht in Django Unchained, Gwyneth Paltrow als depressive Künstlerin in The Royal Tenenbaums oder Tom Cruise als Guru in Magnolia. Das ist das auch das interessante, wenn man sich den Film mit einem 17-jährigen ansieht, dem die Hugh Grant-Persona nicht geläufig ist. Als ich ihm gesagt habe, dass “wir” Grant als netten, lustigen Rom-Com Typen kennen, meinte er, dass er hier eh auch nett und lustig war. Zu Beginn.

Und genau das ist auch das Erfolgsrezept des Mr. Reed, den Grant hier spielt. Denn würden zwei junge Frauen um die 20 ein verlassenes Haus betreten, wenn der Mann, der sie empfängt nicht absolut vertrauenswürdig erscheinen würde? Sie fragen ihn, ob eine Frau anwesend ist – sie dürfen das Haus nämlich nur dann betreten, wenn das der Fall ist – und Mr. Reed antwortet, seine Frau sei gerade in der Küche und würde einen Kuchen backen. Und warum sollten sie die Worte dieses jovialen, zuvorkommenden, auch ausgesprochen höflichen Mannes anzweifeln? Abgesehen davon, ist Mr. Reed tatsächlich merklich daran interessiert, über Religion zu sprechen, ja zu philosophieren.

Und dann kommt auch schon meine Lieblingsszene im Film, in dem Reed die drei Weltreligionen mittels jeweils eines Songs von Radiohead, The Hollies und Lana del Rey erklärt. So gut! Heretic ist nämlich tatsächlich nicht nur Horror, sondern über weite Strecken auch viel Monolog, oder wie es auf Social Media heißt, Mansplaining von Hugh Grant. Aber nicht nur Grant ist gut – als er kürzlich in einem Interview darauf angesprochen wurde, dass viele meinen, das wäre seine beste schauspielerische Leistung bis dato, antwortete er: “Well, that’s music to my ears, obviously” – auch Sister Barnes (Sophie Thatcher) und Sister Paxton (Chloe East) sind wirklich alles andere als bloße Sidekicks, was besonders wichtig ist, da man so umso intensiver mit ihnen mitfühlen kann.

Jedenfalls ist Heretic ein Film, bei dem sowohl Fans von intelligenten Dialogen als auch Horror (und nicht von der gemütlichen Sorte, es war wesentlich schlimmer, als ich es erwartet habe!) auf ihre Kosten kommen. Ich habe danach mit dem Kind noch länger über Religion und Glauben an sich diskutiert. Auch das bewirkt offensichtlich dieser Film.

Sterne schauen

Gestern haben wir einen Patchworkfamilienausflug zum Großmugl gemacht. Wir sind den dortigen Sternenweg hinaufgegangen.

Nun steht auf der Infoseite, dass der Weg für Jung und Alt geeignet ist, was an sich stimmt, er ist nicht sehr steil. Allerdings ist er halt auch vollkommen unbeleuchtet und holprig und man soll selbst wenig Lichtquellen verwenden. Das heißt, man sollte halt schon relativ trittsicher sein und im Dunklen zumindest rudimentär sehen können. Von der Ortschaft geht man ungefähr 20 Minuten hinauf. Oben angekommen, steht man quasi neben dem “Mugl” – einem Massengrab aus der Hallstatt-Zeit.

Von dort aus hat man einen atemberaubenden Blick in den Sternenhimmel. Es ist ruhig und weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen oder hören – zumindest im Winter um 22 Uhr, in der wärmeren Jahreszeit wird vermutlich auch dort oben mehr los sein.

Ich denke im Angesicht der überwältigenden Natur und des Himmels immer an jemanden und das fühlt sich sehr friedlich an.