almis personal blog

Gründonnerstag

Heute habe ich mich beeilt, meine letzte Arbeit vor Ostern fertig zu machen und abzuschicken, und dann hatte ich ein bisschen Stress, ins Burgkino zu kommen, wo ein Mensch gerade erst “Robert Pattinson” in großen Lettern auf der Anschlagfläche befestigt hat. Der ist aber spät dran, dachte ich schmunzelnd, nur noch 30 Minuten, bis der Film um vier beginnt.

Der magische Moment, in dem die Filmtitel gesteckt werden

Turns out: Falsch. Ich war einfach zweieinhalb Stunden zu früh. Harhar. Das ist mir auch noch nie passiert, erklärt aber, wieso ich am Vormittag eine Mail von Kino bekam, man solle für die Abendvorstellung pünktlich kommen, wegen des Andrangs. Da dachte ich noch, Gott sei Dank habe ich die Nachmittagsvorstellung. Okay, dachte ich, was mache ich jetzt. Kurz war ich versucht, wieder heimzufahren und mich einfach aufs Sofa zu legen. Aber jetzt war ich halt schon da.

Also entschloss ich mich, in die Innenstadt zu gehen, und mich damit Massen von Ostertouristen anzuschließen. Eine Entscheidung, die ich ansonsten wohl nicht getroffen hätte. Ich nutze die Gelegenheit, bei H&M endlich neue Socken zu kaufen und dann bei Frick zwei Bücher. Habe M. geschrieben: Ich habe gerade aus Frust zwei Bücher gekauft. Und sie: Es gibt schlimmeren Frust. Sie hat natürlich vollkommen Recht.

Danach erwarb ich noch ein Schokocroissant und las 45 Minuten im Burgkino eines der Bücher, weil immer noch Zeit war. Erstaunlich gemütlich war das.

Bild/Text Schwere, aber die Auslage hat mir auch noch sehr gut gefallen

Gesehen habe ich The Drama (wieder fast nur junge Leute) und wer das auch sehen mag: Schaut es bald, bevor es euch jemand spoilert. Und: Die englische Version ist super gut verständlich. Ich bin ja meistens zu faul, mir reine Originalfassungen anzusehen und gehe deshalb gerne ins Votivkino, wo es immer Untertitel gibt.

Und dann nach 15.000 Schritten wieder daheim und aufs Sofa und Germany‘s Next Topmodel schauen. Herrlich.

Servicepost

Ein kleiner Servicepost für alle, die gerade keinen fancy Urlaub machen – ich bekomme täglich super Fotos von diesen Urlauben, macht weiter, ich hab das sehr gerne. Aber ich bin eben in Wien und mache es mir hier “lowkey” nett, hier ein paar Vorschläge.

Zuerst arbeiten (kann man aber auch weglassen), dann ein spätes Mittagessen bei Vapiano (alles folgende unbezahlte Werbung)

Ich liebe das Pilzrisotto sehr

Danach ein kurzer Streifzug in die Buchhandlung. Es gibt gerade eine Menge aufregender neuer Bücher bzw. Buchtitel, die einiges versprechen, zwei handeln sogar von mir beziehungsweise meinem Job harhar.

Danach zum Ostermarkt auf der Freyung. Wenn ich über diesen schlendere, denk ich mir immer, das ist mir fast noch lieber als Weihnachten, zumindest fürs Auge sind die toll gestaltenden Eier eine wirkliche Freude:

Ich hätte nur immer Angst, dass sie bei mir noch nicht mal den Weg nachhause überleben…

Und seit diesem Jahr ein Hinweisschild: You break it. You buy it. Die Vorgeschichte dazu kann man sich wahrscheinlich denken.

Danach – na was kann da kommen – richtig: Kino. Diesmal ein Film, den ich schon auf der Viennale gesehen haben, heute als Reprise, nämlich Sentimental Value. Und weil ich ihn schon kannte, konnte ich mich diesmal auf die Spitzfindigkeiten konzentrieren und bin noch mehr beeindruckt von diesem Drehbuch, das uns alles erzählt, was wir wissen müssen, aber auf so subtile Art und Weise, dass es eine Freude ist. Ich liebe einfach alles an diesem Film.

Fazit: Großes Glücksgefühl. Harhar.

In der Bücherei

Ich hatte vor, in den “Ferien” irgendwann mal ein bisschen auswärts zu schreiben und bin daher heute erstmal essen gegangen, harhar, unbezahlte Werbung. Ich mein, man muss sich auch stärken.

Kottbullar Menü mit Mandeltorte

Ich habe ja mal vor zwei Jahren probiert, in der Nationalbibliothek zu schreiben, aber das hat nicht so ideal funktioniert, warum weiß ich nicht, als Studentin war ich öfters dort. Heute habe ich die Hauptbücherei am Urban Loritz Platz ausprobiert und war der Meinung, dass es dort kaum funktionieren wird, obwohl es recht viele Schreibplätze gibt – die heute auch fast alles belegt waren. Aber siehe da, es war ur super.

Man kann ganz vorne bei der Glasfront sitzen, mit Blick aufs komplett nebelige und diesige Wien und die U6, die direkt unterhalb durchfährt.

Es ist total ruhig, die Leute lesen oder arbeiten am Laptop, es wird nur geflüstert, es herrscht eine total entspannte und trotzdem irgendwie produktive und anregende Stimmung. Und ich mochte das total.

Leider macht die Bücherei ja immer erst um 11 Uhr auf, also “Morgenseiten” werden da keine produzieren können, aber ich könnte meinem Nachmittagstief bei meiner Lohnarbeit vielleicht hierher entfliehen.

Ein paar Bücher hab ich mir dann natürlich auch noch mitgenommen, unter anderem Bekenntnisse eines jungen Schriftstellers von Umberto Eco. Weil mir der Anfang schon so gut gefällt, wo er schreibt, wieso er sich mit (damals) bald 80 als jungen Schriftsteller sieht. Weil er seinen ersten Roman Der Name der Rose erst 28 Jahre zuvor publiziert hatte. “Daher betrachte ich mich als noch ziemlich jungen und vielversprechenden Romancier”, harhar.

In diesem Sinne.

Heiliger Abend

Nachdem “man” sich nicht auf ein Essen einigen konnte, gab es heuer erstmals Raclette und Fondue. Dadurch dauert das ganze Prozedere dann recht lange, mit diversen Fleischsorten, Pilzen, Nudeln, Kartoffel, Speck und natürlich Käse. War aber wirklich gut.

Nach der Bescherung haben wir Hitster Bingo gespielt und ich muss jetzt echt mal massiv (unbezahlte) Werbung dafür machen, nicht nur, weil ich es gekauft habe, harhar. Aber es ist wirklich extrem lustig. Es geht um Musik und es gibt verschiedene Fragekategorien in unterschiedlichen Farben.

Das Spiel wird mit einer App verbunden und es werden Musikstücke angespielt (30 Sekunden). Je nach Frage geht es um den Name des Interpreteten, den Titel, das genaue (!) Erscheinungsjahr des Songs, ob hier eine Gruppe oder ein Solokünstler performt, das Jahrzehnt, in dem der Song erschienen ist oder zum Beispiel auch “nur” vor oder nach dem Jahr 2000 – das klingt manchmal leichter als es ist. Ich glaube, bei einem Song bin ich 40 Jahre daneben gelegen harhar. Wer als erstes seine Bingokarte voll hat, hat gewonnen.

Hier unten trägt man die jeweilige Antwort ein, das kann man dann direkt wieder löschen, für die nächste Runde

Ich hatte zum Beispiel bei What’s up von 4 Non Blondes das Erscheinungsjahr (1993) genau richtig.

Ich so: Das Jahr weiß ich, weil da hatte ich meine Nachprüfung, die ich nicht geschafft habe.

Das Kind so: Wie stolz du bist.

Harhar. Und so ging es drei Stunden. Ich kanns echt nur sehr empfehlen und die Musik macht auch richtig gute Laune. Plus es gefiel den Menschen unter 25 genauso gut wie denen über 45.

Ach ja und am Ende brachte das Kind alle anderen mit seinem Auto nachhause – er hatte als Einziger keinen Alkohol getrunken.

Vor-Weihnachten

Aufgrund des Lesevergnügens am Wochenende habe ich mir heute gleich einen “neuen” Paul Auster Roman 4 3 2 1 aus der Bücherei ausgeborgt, schlappe 1200 Seiten für die Weihnachtsferien dann, harhar.

Sein opus magnum, die great american Novel, eine Geschichte mit vier verschiedenen Perspektiven

Weihnachten und das Jahresende überrollen mich heuer einerseits ein bisschen, weil so viel zu erledigen ist gerade, andererseits war ich irgendwann davor auch mal ganz gut organisiert und habe schon länger alle Geschenke beisammen, auch das andere Weihnachtszeug herausgekramt und freue mich auf eine ruhigere Zeit.

Nachdem ich erfahren habe, dass ich in den Ferien ein paar Tage “alleine” sein werde, hab ich natürlich Kino geplant – es gibt unter anderem ein Schnitzler Special im Metro, eine Kelly Reichard Retrospektive im Stadtkino, die letzten Filmneustarts des Jahres, und dann wie gesagt lesen und natürlich schreiben. Mein Roman ist heuer zwar nicht komplett fertig geworden, aber immerhin die Rohversion mit 81.000 Wörtern und es geht ans Überarbeiten. Und ganz ehrlich gesagt, tut es mir gerade auch gut, mich an ihm festzuhalten und mit dem Text Zeit zu verbringen und mit den Figuren, vor allem mit dieser einen Figur, die dann immer bei mir sein kann. Als schreibender Mensch ist man schon auch ein bisschen gaga, aber auf eine gute Art, sag ich mal, harhar.

Auf Insta habe ich in einem Astro-Reel (apropos gaga) über Fische in meiner Planeten-Konstellation gelesen, meine Begabung: You turn feelings into art. Pain, joy, love, loss. You take what you feel and create something beautiful that helps other people feel less alone.

Ja, das wäre schön.

Mittags im Hotel Stefanie

Heute habe ich mich mit M. getroffen.

Ein Treffen, das irgendwie auch im Zeichen Max Frisch’ stand, denn als ich den Tisch reservierte, wurde die Reservierung auf “Stiller” gemacht. Und wie wir wissen, lautet die erste Zeile im gleichnamigen Roman von Frisch: Ich bin nicht Stiller! Ich bin auch nicht Stiller harhar, ich bin aber auch nicht James Larkin White, aber das würde jetzt zu weit führen. Übrigens läuft morgen der Film zu diesem Roman in den Kinos an.

Ok, ich war mit M. jedenfalls im Hotel Stefanie, dem ältesten Hotel der Stadt, auf der Taborstraße.

Wir haben nämlich ein Mittagsbuffet gesucht, das nicht asiatisch ist und das ist gar nicht so einfach. Natürlich, Hotels haben das oft, aber wir wollten jetzt auch nicht Unsummen ausgeben. Im Hotel Stefanie (unbezahlte Werbung übrigens) kostet es 19,90 Euro und das ist in Anbetracht was geboten wird ein fairer Preis.

Ich hatte Suppe, zweimal diversen Lachs und Roastbeef, dann die Hauptspeisen Gemüselasagne und Zander, und danach noch Nougatknödel und es war wirklich sehr, sehr gut und viel. Abendessen braucht man keines mehr.

Nougatknöderl und Schokoschnitte, mhmm

Wir haben uns wie immer blendend unterhalten und um 14 Uhr waren wir dann alleine, weil alle anderen Gäste anscheinend weniger reden oder Muße mitbrachten:

Wir haben dann noch einen Spaziergang zum Praterstern bei fast schon so etwas wie Frühlingswetter, jedenfalls bei Sonnenschein und blauem Himmel gemacht, herrlich wars!

Spätsommer, fünf

Heute den Tag gleich mit ORF Gaslighting begonnen. Es war nur gefühlt zu kalt in diesem Sommer, in Wirklichkeit wars eh ur heiß. Asymptomatische Hitze sozusagen.

Anyway, heute also letzter Ferientag und bisher habe ich es halbwegs geschafft, diese immer irgendwie unerklärliche Melancholie nicht Überhand nehmen zu lassen. Obwohl auch heute das Wetter nicht wirklich hilfreich war, aber bestimmt habe ich mir das Grau in Grau und den Wind nur eingebildet. Wie jedes Jahr habe ich das Gefühl, ganz vergessen zu haben, wie das geht im Herbst, mit wieder früh aufstehen und Stundenplan und Alltag und allem. Und dieses Mal ist es sogar der letzte Ferientag quasi überhaupt. Danach werde ich lange nichts mehr mit Schule zu tun haben oder vielleicht überhaupt nie wieder.

Irgendwie war doch gerade der allererste Schultag, mit (nicht nur gefühlt!) ganz viel Regen und ganz viel Gefühlen, der Beginn von so vielen Dingen, auch solchen, die mit Schule nur am Rand zu tun hatten, ich könnte ein Buch darüber schreiben…

Ich denke heute an alle, die morgen wieder Schule haben, abgesehen vom Kind auch an Freundinnen mit Kindern, an Freundinnen, die Lehrerinnen sind und an jemand ganz besonders. Und das wird bleiben.

Zurück

Das Kind ist wieder da!

Für mich kommt es ja immer noch einem unbegreiflichen Mirakel gleich, wenn Flugzeuge sicher starten, tausende Kilometer ohne gröbere Turbulenzen zurücklegen und wieder unbeschadet landen. Und dann wurde auch noch die, statistisch gesehen, unsicherere Taxifahrt gut überstanden und der Taxifahrer sah ganz überrascht, aber eh auch irgendwie zufrieden zu, wie ein großer Jugendlicher seine kleine(re) Mama umarmt.

Ein echt kanadischer Elch <3

Ich habe ein ur süßes Mitbringsel bekommen, womit auch das Reiseziel geklärt wäre.

Die Horror (?) Geschichten vom Wandern höre ich dann von allen Teilnehmern beim Grillen in ein paar Tagen, zumindest hoffe ich das. Ich habe bereits jede Menge Wäsche gewaschen und verschiedene Sachen gekocht, zur Auswahl. Das Kind hat kaum Jetlag, weil er ist wenig wach, harhar. Deshalb hab ich auch gleich meine Steuererklärung gemacht (eh schon wieder zu spät, aber noch ohne blauen Brief diesmal), mit neuen Skripten für einen Auftraggeber begonnen und so Dinge erledigt, für die man sonst eh keine Zeit/Lust hat.

Morgen dann Schnitzelessen gehen mit Oma und Hund – because there are no Schnitzels in Canada, just Steaks.

Stimmungsbild

Nach der ganzen Literatur etwas zünftigeres. Gestern habe ich nämlich ein leichtes Sommermittagessen genossen

Bin normalerweise kein großer Schweinsbratenfan, aber der ist wunderbar im “Genusstreff” (unbezahlte Werbung)

Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, ich hatte eine Jeansjacke an, es war nicht wirklich extrem warm. Danach gab es Topfencreme mit Früchten, das war der Jahreszeit trotzdem angemessener und es war so gut, dass ich es nicht gegen ein Mousse au Chocolat getauscht hätte und ich würde fast alles gegen Mousse au Chocolat tauschen.

Am Abend schickte mir das Kind, wie immer, lauter Formel 1 und Autoreels und ich kommentierte alles, während meine Mama einen Stock darunter mit ihm eine richtige Unterhaltung führte. Sie dann zu mir: Er freut sich schon sehr auf daheim. Ich so: Hast du ihm das in den Mund gelegt? Und sie: Ich hab geschrieben, daheim ist es doch am schönsten und er hat “Ja” geschrieben. Ich so: Also hatte ich recht, harhar.

Mein friedlicher Morgenblick

Heute war dann der erste wirklich warme Morgen seit ja fast Wochen und so ein schönes Licht, es ist dieses schon-August Licht. Das Wasser im Pool ist interessanterweise auch nach dem vielen Regen und kühlen Nächten ziemlich angenehm. Meine Arbeitsdeadline ist geschafft, die neuen Nachbarn grillen und machen fröhliche Geräusche. Bald ist das Kind wieder da. Und da sind, wie immer, diese Gedanken an jemand.

Ich fühle mich gerade ganz zufrieden.