almis personal blog

Fall

Der Herbst wäre so eine tolle Jahreszeit. Wenn er nur nicht immer nach dem Sommer an die Reihe käme…

Wenn der Herbst kommt, dann hat man das Gefühl, man verliert etwas Kostbares, anstatt das zu genießen, was man stattdessen bekommt. Die frischen Morgen und Abende, das goldene Licht, diesen blitzblauen Himmel, die Dämmerung in Zeitraffer. Die langen Nächt, die heißen Tees und die Konzentration, die Ausdauer. Das schöne Gefühl, die Tür hinter sich zuzuziehen. Nachhause zu kommen. Und auch dieses bittersüße Abschiednehmen von der großen Leichtigkeit.

Für mich ist der September seit fünf Jahren ein noch ambivalenterer Monat, denn 2007 waren das jetzt gerade die letzten Tage eines ganz anderen Lebens. Und ich frage mich seitdem immer um diese Zeit, ob diese klaren Septembertage mir nicht einen Hinweis darauf gegeben haben, dass sich alles ändern würde, meine Art zu leben und meine Art zu denken. Die Intensität meiner Gefühle und Ängste.

Ja, ich liebe den September – weil er es mir nicht leicht macht. Weil er eine Herausforderung ist.

The way we were, zwei

Nachdem ich mir die betreffende Sex and the city Szene mit der Katie/Hubbell Diskussion nochmal angeschaut habe, bin ich draufgekommen, dass die SatC Damen meinen, dass es zwei verschiedene Arten von Frauen gibt:

“The world is made up of two types of women – the simple girls and die Katie-girls.”

So eine ähnliche Feststellung gibt es auch in Harry und Sally als Harry zu Sally sagt:

“There are two kinds of women high maintenence and low maintenence.”

Und als Sally ihn fragt, zu welchem Typ er sie zählt, meint er: “You’re high maintenence but you think your’re low maintenence.” Was sie abstreitet, darauf wieder Harry: “You don’t see that? Waiter, I’ll begin with a house salad, but I don’t want the regular dressing. I’ll have the Balsamic vinegar and oil, but on the side. And then the Salmon with the mustard sauce, but I want the mustard sauce, on the side. On the side is a very big thing for you.”

Natürlich sehr vereinfachend, das Ganze, aber auch ziemlich witzig.

The way we were

The way we were wollte ich schon lange ansehen – und zwar seitdem eine Sex and the city Folge ganz konkret darauf Bezug genommen hat.

Achtung einige Spoiler

Und das war so: In der Folge Ex and the City trennen sich Carrie und Big (wieder einmal) und Carrie vergleicht diese Trennung mit der Trennung von Katie (Streisand) und Hubbell (Redford) im oben erwähnten Film. Katie hat Locken, die sie für Hubbell glättet und auch ihren Charakter möchte sie eigentlich zügeln.

Denn Katie und Hubbell sind grundverschieden (opposites attracts) und sie schaffen es, trotz gegenseitiger Liebe, kaum, eine tragfähige Beziehung zu führen. Katie ist ambitioniert, politisch aktiv, wach, nie einfach. Hubbell dagegen ist relaxt, ein easy going-Typ, mit schriftstellerischem Talent, aber Hang zur Faulheit. Er sucht den Weg des geringsten Widerstands. Das erinnert die SatC-Damen an Carrie und Big. Und Carrie sagt schließlich dasselbe zu Big, der gerade eine andere geheiratet hat wie Katie zu Hubbell: “Your girl is lovely”.

Und der Film selbst, der in SatC als Kult bezeichnet wird? Abgesehen davon, dass er anfangs in den 1930er Jahren spielt, die aussehen als wären sie die späten 1960er, ist er nicht gerade vorteilhaft gealtert. Da ziehen sich Väter aus dem Leben ihrer neugeborenen Kinder zurück, weil sie sich von den Müttern trennen und verzichten auf jegliche Bedeutung in deren Zukunft, ja gelten nicht einmal formal als deren Ahnen. Sowas ist heute gottseidank nur noch schwer vorstellbar.

Der Plot klingt interessant, aber die Figuren wollen sich nicht so richtig entwickeln, die Dialoge sind eher schwach. Eigentlich lebt der Film von seinen beiden Hauptdarstellern und dem, was die Zuschauer in Streisand und Redford und eine mögliche Verbindung der beiden hinein interpretieren. Es sind starke Bilder, die die beiden zusammen abgeben, und die die Phantasie anregen. Mit unbekannten Darstellern würde der Film deutlich schlechter funktionieren.

Wirklich gut ist der titelgebende Streisand- Song, schön sentimental und melancholisch. Auch wenn er vorgibt, dass es zwischen Katie und Hubbell irgendwann einmal einfach war – was nicht der Fall ist. Auf alle Fälle aber ein Song, der perfekt zum Monat September passt.

Mein Favoriten

Der ORF bringt in seinem Sommerprogramm spätabends eine interessante Sendereihe: er stellt Wiener Bezirke anhand von Prominenten vor, die sich an ihre Kindheit und Jugend in eben diesem Bezirk erinnern. Ergänzt wird das durch Archivmaterial und alte Fotos, sowie Reality Checks – was gibts noch, was gibts nicht mehr, wie hat sich der Bezirk verändert.

Ottakring und Simmering waren schon dran, vergangene Woche war dann mein Bezirk, mein Favoriten an der Reihe. Und interessanterweise waren die Promis diesmal fast durchwegs Kabarettisten und Entertainer wie Andreas Vitasek, Werner Sobotka, Roland Düringer (der in meinem Grätzel aufgewachsen ist, allerdings ist er 13 Jahre älter) und Willi Resetarits (Ostbahn-Kurti).

Resetarits erzählte, dass sein Bruder (ORF-Moderator Peter) jetzt in Hietzing wohnt, wegen der Nähe zum Arbeitsplatz und dort relativ schnell bei “Bröseln” (=Konflikten) mit dem Rechtsanwalt gedroht wird.

Darauf Düringer: “In Favoriten gibts kan Rechtsanwalt, da gibts a Watsch’n

Ich fand das sehr witzig und treffend und twitterte das auch, worauf manche verständnislos waren und dachten, ich wäre keine Favoritnerin, sonst könnte ich das wohl nicht witzig finden. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Das sieht man offensichtlich auch an den Humoristen, die hier aufgewachsen sind, Humor ist wenn man trotzdem lacht.

Und ich lebe gerne hier.

Wasserspielplatz Donauinsel

Da der Sommer noch nicht aus ist, haben wieder diese Woche auch nochmal den Wasserspieplatz auf der Donauinsel getestet.

Man soll ja nicht mit dem Auto hinkommen, wird allseits gewarnt, wir waren mit dem Auto und wir können uns dieser Warnung jetzt vollinhaltlich anschließen. Am besten ist, man parkt in der Garage des Cineplexx Palace, nur ist das auch nicht gerade nah und man muss noch einen Fußweg von ca. zehn Minuten u.a. durch die Betonwüste dort einplanen. Mit der U1 kann man an der Station Donauinsel aussteigen und geht dann doch deutlicher kürzer. Der Weg zum Spielplatz führt übrigens an einer Menge großer Ziersteine vorbei, das heißt übersetzt, man kann die Anreisezeit nochmal ungefähr verdoppelt denn Steinchen rauf, Steinchen runter, eh schon wissen.

Der Wasserspielplatz selbst ist dem in Favoriten nicht unähnlich. Es gibt ein Boot, es gibt eine Hängebrücke, Hügel und viel Nass. Außerdem eine eingezäunte Matschzone/Sandkiste. Zusätzlich fertigen die Spielplatzbetreuer von der Donauinsel auf Wunsch auch Luftballon-Dinge an. Allerdings kein “Kriegsspielzeug”. Schwerter zb werden nicht hergestellt, da es ihrer Philosophie widerspricht und auch wegen der Verletzungsgefahr. Unsere Kids haben sich für Schwäne entschieden. Mit den pädagogisch korrekten Tierchen haben sie sich dann gegenseitig auf den Kopf gehauen. Ach ja und das Eis dort kommt von Schöller anstatt von Eskimo.

Fazit: Viel Unterschied gibt es nicht, der Spielplatz auf der Donauinsel fügt sich etwas homogener in seine Umgebung ein, da dort ja alles von Wasser umgehen ist. Dennoch ist der Favoritner Spielplatz irgendwie übersichtlicher, gepflegter und natürlich moderner, er ist eben auch erst ein Jahr alt. Und Eskimo Eis schmeckt mir persönlich ebenfalls besser, harhar.

Beim Rückweg kann man sich den Baufortschritt des gerade im Bau befindlichen in Zukunft größten Gebäudes Österreichs ansehen, den DC Tower 1. Gleich neben unserem Kinderarzt übrigens (obwohl wir ganz woanders wohnen).

Wir san mim Radel do

Nachdem Adrian seit kurzem Radfahren kann und die Temperaturen in Wien gerade wirklich dazu einladen, haben wir uns am Sonntag auf den Weg zur Donauinsel gemacht.

Ich bin kurz zuvor draufgekommen, dass mein Rad einer Generalüberholung bedarf (bin ca. 15 Jahre nicht mehr gefahren) – und so habe ich mir direkt bei der Floridsdorfer Brücke im Radverleih eines ausgeborgt. Ich habe mich für ein Citybike entschieden, das pro Stunde 6 Euro Leihgebühr kostet. Und im übrigen keinen Rücktritt hat, ahhh Hilfe, bin losgefahren und konnten nicht bremsen, bis mir eingefallen ist, dass die Bremse am Lenker ist. Kleine Schrecksekunde im Angesichts eines herannahenden Autos.

Dafür war die Vermieterin von Adrians Fahrkünsten beeindruckt. Sie hat mich gefragt, wie alt er ist und als sie hörte, dass er fünf wird, meinte sie, er wäre aber sehr zart. Es folgte die übliche Frühchen-Erklärung. Dann erzählte sie mir, dass hier oft Kinder mit 7, 8 Jahren Räder ausborgen, und das Fahren erst zu diesem Zeitpunkt lernen.

Adrian dagegen fährt wirklich super und sehr sicher, es gab keinen Sturz und auch keine brenzlige Situation. Er fährt am Rand, achtet auf die anderen Radler und Fußgänger und passt bei Überholmanövern auf. Er brauchte auch wenig Pausen und wir haben an dem Tag 12 Kilometer geschafft, wobei Adrian noch weiter gefahren wäre, die Konditionsprobleme hatte eher ich. Aber die Donauinsel ist echt toll zum Fahren, sehr eben, und eine beeindruckende Aussicht aufs Wasser, die Schiffe und die Donaucity.

Kommenden Sonntag gibts schon das nächste Training.

Losing my religion

Was ich sehr witzig finde: im Garten habe ich kürzlich an einem lauen Abend mal Losing my religion von REM im Radio gehört und habe nachgedacht.

1991 – als dieser Song veröffentlich wurde – war ein ganz besonderes Jahr für mich. Ich habe mich in meinem (Jetzt-) Mann verliebt und wir waren auf Schüleraustausch in Trento. Dort haben praktisch alle Italienerinnen diesen Song geliebt und rauf und runter gespielt. Es ist übrigens interessant, wie Italiener den Namen “REM” aussprechen.

Und was daran witzig ist: nun ja, zwei Tage später haben wir mit Freunden gegrillt und im Radio wieder Losing my religion. Freundin K. meinte, das Lied habe sie zwei Tage zuvor gehört, und sie wäre nostalgisch geworden. Habe an 1991 gedacht, es war ihr Maturajahr und dann die kultige Maturareise…zwei Menschen, an unterschiedlichen Orten, mit ähnlichen Gedanken.

Die Lyrics des Liedes sind ja ziemlich rätselhaft. Ich habe gegoogelt: Der Ausdruck “Losing my religion” bedeutet im Süden der USA soviel wie “Die Geduld verlieren”. Das erhellt die Sache jetzt auch nicht so wirklich. Es geht um Liebe, laut Stipe. Ja ok, wenn er es sagt… aber der Song vermittelt für mich ziemlich viel Lebensgefühl. Von damals.