almis personal blog

Nyad – naja.

Nachdem man Nyad auf Netflix gesehen hat, hat man das dringende Bedürfnis, ins eigene Badezimmer zu gehen und sich mal ordentlich abzutrocknen. Denn bei Nyad handelt sich um die (wahre) Geschichte der Langstreckenschwimmerin Diane Nyad, die es im Alter von 64 Jahren als erster Mensch überhaupt geschafft hat, von Kuba nach Florida zu schwimmen.

Vorneweg: Das ist ganz toll, eine unglaubliche Leistung, echt beeindruckend und inspirierend, und das in “diesem Alter”, einfach nur Respekt. Ist das aber auch ein Stoff, der sich für einen (Spiel)film eignet? Meiner Ansicht nach: nicht so sehr.

Man sieht Diane Nyad (dargestellt von Annette Benning) ins Wasser gehen und schwimmen, dann wieder raus, ins Boot, wieder rein ins Wasser, raus, rein, usw. Dazwischen ein paar mehr doer weniger tiefsinnige Gespräche, vor allem mit ihrer besten Freundin und Coach Bonnie (Jodie Foster), Quallenbisse, Halluzinationen, allergische Reaktionen, jede Menge nasse Schwimmkleidung, Selbstquälerei, unvorteilhafte Perspektiven naja. Wenn man jetzt keine expliziten Wasser-Fetisch hat, ist es nicht unbedingt das, was man zwei Stunden verfolgen will.

Und ja, Benning und vor allem Foster sind echt gut, dazu der seit Notting Hill zerraufte Rhys Ifans als Navigator – sie holen aus den Rollen raus, was rauszuholen war, aber das ändert halt trotzdem an dem Story Arc nix, das gab es schon x-mal (nicht mit Schwimmern, aber mit anderen heroischen Leistungen) und der Film fügt diesem Genre nichts hinzu, was man nicht eh schon kennen würde.

Diesen Stoff möchte ich persönlich lieber in einer Doku aufgearbeitet sehen. Zumal man im Abspann Benning und Foster mit ihren realen Vorbildern zusammen posieren sieht und dadurch sofort weiß: Wenn der Stoff so derart “abgesegnet” wurde, dann ist womöglich alles an Ecken und Kanten und Kontroverse, dass es gegeben haben mag und das etwas interessanter gewesen wäre abgeschliffen worden, zu einem Starportrait.

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