Habe schon wieder viele Urlaubsfotos in der Timeline – ich war in Baden, harhar. Ja, Baden bei Wien, aber wegen der S-Bahn Sperre eh auch eine kleine Weltreise.
Also nicht am Wochenende, da habe ich nur geschrieben, sondern schon letzte Woche abends, zur Feier des Geburtstags der Badner Bücherei. Ich habe dort eine Freundin getroffen, die dort wohnt; wir waren voriges Jahr schon zu diesem Anlass dort und es ist sehr nett, man kann im Foyer noch was trinken und plaudern und draußen, beim Theater am Steg, sieht es so romantisch aus:
Voriges Jahr hat die Autorin Susanne Gregor gelesen, ich fand gut, was sie im Buch Halbe Leben zu einer 24 Stunden Pflegekraft aus Osteuropa und ihr Leben zu erzählen hatte.
Diesmal las der Autor Vladimir Vertlieb aus seinem neuen Roman Der Jude der Kaiserin – ich kannte ihn bisher nur dem Namen nach. Es geht in diesem Roman um Pedro de Rojas, einem spanischen Arzt jüdischer Herkunft, der im 17. Jahrhundert an den Wiener Hof berufen wird, um das Leben der Kaiserin Margarita Teresa zu retten, die Juden allerdings verachtet.
Wer sich jetzt denkt, wer war bitte diese Kaiserin. Okay, ich hab mir das gedacht. Sie wurde aber sogar von Velázquez gemalt, siehe hier, das Bild kennt man wahrscheinlich. Und sie war mit ihrem späteren Mann, Leopold dem Ersten, (zu nahe) verwandt, weshalb das mit dem Nachwuchs auch nicht wirklich ideal klappte. Ihre Kinder kamen ausschließlich tot oder ziemlich krank zur Welt, bevor sie selbst mit nur 21 Jahren verstarb. Ein ziemlich furchtbares Leben. Sie war ungefähr 70 Jahre vor Maria Theresia Kaiserin.
Ich bin jetzt nicht so der riesige Fan von historischen Romanen, fand es aber doch recht interessant, was Vertlib zu den Verhältnissen dieser Zeit berichtete. Später wurden ihm noch Fragen zu seiner Arbeitsweise und auch zum Antisemitismus gestellt, der im Roman eine große Rolle spielt, auch zu “Verschwörungstheorien” – damals über Juden – die ihn gleich zu irgendwelche Corona Verschwörungsmythen brachten. Und da ist bei mir dann der Ofen bald aus, harhar. Es wird halt gerne jegliche Kritik an den Geschehnissen damals in so ein komisches verschrobenes Idioten-Eck gestellt, das ist man eh gewöhnt. Aber ich hätte mir von einem reflektierten Menschen schon eine Spur mehr an Differenzierung gewünscht.
Das Ende aber war wieder gut, als mein Kind vor dem Theater vorfuhr, um mich quasi direkt von den Stufen weg abzuholen. Das war sehr lieb. Gute Stimmung und Spaß auf der Heimfahrt, noch ein kurzer Abstecher zum großen M. Ich hatte Eis, harhar. War schön.

