Heute hab ich Full Phil gesehen, ein Film von Quentin Dupieux, den ich bisher eher so “meh” fand, mit Woody Harrelson und Kristen Stewart. Übrigens ohne Untertitel. Da war ich gar nicht drauf gefasst, ist aber sehr einfach zu verstehen.
Die beiden spielen Vater und Tochter, die eine gemeinsame Parisreise unternehmen, um sich wieder näher zu kommen. Also das ist das Ansinnen von Phil, Madeleine hat da weniger großes Interesse daran. Woran sie hingegen Interesse hat, sind Monster-B-Movies und Essen. Und es ist schon erstaunlich, wie wirklich grauslich einerseits Stewart isst und zwar nonstop – Messer und Gabel absolutes Fremdwort – aber auch wie schrecklich alles aussieht, was in einem Land wie Frankreich serviert wird, das für Haute Cuisine bekannt ist. Jegliches Fleisch hängt hier an abartig riesigen Knochen und selbst die Mehlspeisen schauen ur unappetitlich aus, das ist schon eine Kunst.
Wenn man sich den Titel ansieht, denkt man an das englische Wort “fulfill” und was es bedeutet, womöglich im größeren Kontext dieses Filmes. Aber dann kommt man drauf, man muss da gar nicht irgendwelche Metaphern suchen, es ist tatsächlich wortwörtlich gemeint, harhar. Überhaupt gilt hier für alle Metaphern, dass sie wesentlich einfacher zu entschlüsseln sind als diese im Film Everytime, an denen ich immer noch grüble. Hier bleibt nichts im Verborgenen, um jetzt das Wort Holzhammer zu vermeiden.
Full Phil ist aber witzig, er ist sehr gut gespielt, sowohl Harrelson als auch Stewart – die einmal den auf letterboxd vieldiskutieren Satz sagen darf: “Sorry, I like boys” – scheinen eine Menge Spaß gehabt zu haben und besonders erstaunlich ist, dass fast alle Szenen im Hotelzimmer spielen, aber praktisch bei allem, was auf der Straße geschieht, Randale, Schlägereien, brennende Autos im Hintergrund zu sehen sind. Ich meine ja, der Film ist aus dem Jahr 2026, aber er ist nicht vor zwei Wochen gedreht worden. Im Kino heute erstauntes Gelächter, wie aktuell dieser Film ist. An einer Stelle sagt Harrelson: “It’s war outside.” Und dieser Moment war wahrscheinlich beim Drehen witziger als er heute ist.
Dieser Film ist nicht weltbewegend, er ist kein Meisterwerk und wahrscheinlich werde ich nicht sonderlich lange über ihn nachdenken. Aber er hat mir in diesen 78 Minuten wirklich erstaunlich viel Spaß gemacht.