almis personal blog

ESC Schnelldurchlauf

Wir nähern uns dem wohl wichtigsten Großereignis des Jahres – dem European Songcontest, der am 22. Mai in Rotterdam stattfinden wird. Wer noch nicht, wie ich, alle Songs in- und auswendig kennt, kann sich in kompakter Form von etwas mehr als elf Minuten einen Schnelldurchlauf anschauen und seine Favoriten finden:

Bei den Buchmachern liegt nach wie vor Malta vorne, vor Frankreich und der Schweiz, gefolgt von Italien und Island. Österreich liegt auf dem komfortablen 27. Platz. Laut Buchmachern kommen wir aber knapp ins Finale. Allerdings sind die Wettquoten auch noch mit Vorsicht zu genießen, weil wir die tatsächliche Live-Performance nicht kennen. Also weder wie die gesanglichen Qualitäten dann wirklich sind, noch welches “Staging” die Kandidaten vorbereitet haben. Da gab es ja schon Überraschungen in alle Richtungen.

Vincent Bueno ist vorige Woche in Starmania aufgetreten. Er hat sich selbst am Klavier begleitet – was bei manchen österreichischen ESC Fans unheilvolle Erinnerungen an das brennende Klavier der Makemakes 2015 weckte (und an die darauf folgenden null Punkte beim Voting). Aber nach eigener Aussage wird er in Rotterdam nicht Klavier spielen. Was man auch von dem Song hält – ich mag ihn ja – gut bei Stimme ist er jedenfalls in einer Live-TV Situation, was nicht unwesentlich ist, wenn kein Live-on-tape Recording zum Einsatz kommt, wonach es derzeit nicht ausschaut. Bisher hat nur Australien angekündigt, nicht nach Rotterdam zu reisen/reisen zu dürfen.

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Mir gefällt das Homeschooling ja manchmal schon ganz gut, beispielsweise, wenn die Musik-Aufgabe lautet, man soll sich eine Doku über die Staatsoper anschauen und ich das mit dem Teenie schaue und es ist tatsächlich total interessant und spannend. Also zumindest für mich harhar.

Man erfährt sehr viel über die Berufe, die es so in der Staatsoper gibt, vom Portier bis zum Dramaturgen, von den Kostümbildnern bis zu den Beleuchtungsmenschen und den Presseleuten, der Inspizienz und ja SängerInnen gibt es natürlich auch noch. Ich weiß jetzt, wieviele Schließtage die Staatsoper hat – also wenn nicht gerade Lockdown ist – nämlich zwei, und was auf den Dächern der Oper zu finden ist (Bienenstöcke! Das wäre auch eine super Millionenshow Frage) und wie oft das Bühnenbild geändert wird (täglich, oft auch zweimal) auch sonst kann man ganz viel Atmosphäre schnuppern, beim Anschauen der Doku. Ich bin ja auch ein Fan der Hemdsärmeligkeit von Bogdan Roščić, aber zur Zeit der Doku war noch Dominique Meyer Chef. Und ich frag mich dann immer, steht der tatsächlich beim Bühnenaufgang und schüttelt den MusikerInnen die Hand oder macht er das nur, weil er gerade gefilmt wird. Diese Frage beantwortete die Doku dann leider nicht.

Beim Merci Cherie Podcast wurde diese Woche die Ergebnisse des Publikumsvotings bekanntgegeben. 141 Menschen haben ihre Wertungen geschickt und das ist schon ziemlich viel, wie auch Marco und Alkis angemerkt haben, sie haben so mit 30, 40 Wertungen gerechnet. Sehr lustig war, als Marco es spannend machen wollte und vor den Top3 sagte, vielleicht sei dieser oder jener Favorit nur auf dem 12. Platz gelandet, man weiß es nicht.” Und Alkis: “Ich weiß es, ich habe die Tabelle gesehen.” Und Marco: “Ja, aber die ZuhörerInnen wissen es nicht – das nennt man Spannungsbogen Alkis, du musst ein bisschen Dramaturgie lernen, du bist doch Theatermensch.” Aber gut, für mich brauchen sie die Spannung nicht aufbauen, weil ich habe vor dem Hören der gesamten Folge gleich zum Ende gescrollt und geschaut, wer Erste(r) geworden ist. Das ist ungefähr so, als wenn man die letzte Seite von einem Buch zuerst liest. Aber ich war einfach zu neugierig. Es ist jedenfalls eine Nummer, die auch ich in meinen Top 10 hatte, mehr verrate ich aber nicht.

ESC: Die Wertung

Der Merci Cherie Podcast macht auch diesmal eine Publikumswertung und daher habe ich heute meine Punkte abgegeben. Das war gar nicht so einfach. Weil es gibt heuer tatsächlich keinen Song, den ich über alles liebe, aber einige, die ich sehr gut finde.

Nach reiflicher Überlegung habe ich italien 12 Punkte gegeben, wie ich das auch in den letzten zwei Jahren gemacht habe, harhar. Allerdings hätte ich einen Revamp vom Song gemacht, und den Teil, der bei ab Minute 1.43 anfängt – die Bridge – verlängert, weil das ist der beste Teil des Songs IMO. Obwohl sie leider den Text entschärfen mussten. Jetzt heißt es dreimal: “Non sa di che cosa parla” – “Sie wissen nicht, was für Sachen sie reden”. Ursprünglich hatte es beim dritten Mal: “Non sa di che cazzo parla” geheißen. Cazzo heißt Schwanz, im Sinne von Penis. Das geht natürlich beim ESC nicht, hatte aber mehr Aggressionspotential. Harhar.

Zweiter ist heuer bei mir – so wie auch schon letztes Jahr – Malta. Destiny singt toll und bei Je Me Casse gefallen mir besonders die Passagen mit dem Saxofon. Auf den ersten Platz wollte ich es aber dann nicht setzen, weil es mich zu sehr an Toy von Netta erinnert, also nicht so innovativ ist wie Zitti e buoni. Mein Platz 3 ist Litauen mit Discoteque. Der Song gefällt mir immer besser, außerdem kann man super dazu tanzen.

Auf den weiteren Plätzen:

7 Punkte: Belgien – Hooverphonic The Wrong Place

6 Punkte: Schweiz – Gjon Tears Tout l’ universe

5 Punkte: Frankreich – Barbara Pravi Voila

4 Punkte: Island Dady Freyr Ten Years

3 Punkte: Irland – Lesely Roy Maps

2 Punkte: Schweden – Tusse Voices

1 Punkt: Tschechische Republik Benni Cristo Omaga

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Zu meinem Geburtstag hab ich von der SVA eine Einladung zur Mammografie bekommen. Sagen wir so, ein alles Gute zum Geburtstag hätt mir auch gereicht. Harhar.

Außerdem amüsiere ich mich gerade sehr, wenn ich meine eigenen Transkripte für chinesische Medizin durchlesen und zwar über meine Tippfehler. Mittlerweile mache ich keine Fehler mehr bei den chinesischen Fachbegriffen, dafür hat ein Mensch Batterien im Bauch statt Bakterien, es geht plötzlich um Nachtscheiß (statt Nachtschweiß), jemand hat Bachzwicken und isst Heidelberger, laut mir gibt es auch sowas wie traditionelle chilenische Medzin – ja, wer kennt es nicht? Keine Ahnung was das für ein sprachlicher Ausfall ist, wenn man lauter solcher Fehler produziert.

Und ich höre viele Podcasts, seit ich nicht mehr auf twitter bin. Merci Cherie sowieso, da ging es mit der ersten Folge von “Merci Jury” los, wo Marco und Alkis sich Gäste einladen, um die heurigen ESC Songs zu bewerten. Das fand ich schon 2019 ganz toll, weil ich hab natürlich auch alle Songs schon gehört und es nett, wenn man dann hört, was andere so dazu denken.

Dann hab ich noch “Frauenfragen” gehört, immer beim Kochen & Backen, einmal mit Andreas Goldberger, einmal mit Christian Rainer und es waren beide sehr spannende Folgen, auch wenn die beiden Männer höchst unterschiedlich sind. Außerdem noch gehört: Martin Blumenau im Gespräch mit Beatrix Roidinger über Sexpositvität. Ja ich weiß, ich habe Blumenau erst kürzlich kritisch betrachtet, aber das Thema ist trotzdem interessant und ich habe einige neue Erkenntnisse gewonnen.

Was war noch: Ahja, ich habe Osterpinzen gebacken und im Gegensatz zu vorigem Jahr sind sie auch gelungen. Es hat sicher nicht geschadet, dass ich diesmal Zucker verwendet habe. Und ich hab jetzt auch eine Küchenmaschine, die mir das Kneten abnimmt. Achtung Bild/Text Schere: Die Fotos sind noch Impressionen von meinem halbrunden Geburtstag.

ESC: Misc

Schwedischer Pop beim ESC ist ja so eine Sache. Eh ganz lieb und nett, aber oft sehr glattgebügelt und poliert, ist allerdings auch ein Erfolgsrezept, in den letzten zehn Jahren zwei Siege (Loreeen und Mans) und bis auf einmal jedesmal in den Top 10. Trotzdem hab ich mein Herz selten an schwedische Songs verloren. Und auch heuer könnte man Tusse vorwerfen, dass er nicht recht viel anders macht als die Kandidaten vor ihm. Trotzdem catcht mich sein Song Voices mehr als er das eigentlich sollte, harhar. Ich mag seine Stimme und seine Performance/Ausstrahlung.

Frankreichs Bilanz bei ESC ist recht durchwachsen. Früher sehr erfolgreich, in den letzten Jahren eher Ebbe. Heuer tritt Barbara Pravia mit Voila an und man möchte sagen: Edith Piaf hat angerufen, sie möchte ihren Song zurück. Das ist halt ganz typisch französisch mit allen Klischees, die man sich vorstellen kann. Deshalb wird das heuer vielleicht gar nicht schlecht ankommen. Aktuell Platz 3 bei den Buchmachern. Ich bin leider so gar nicht frankophil, aber es ist schon ganz ok.

Finnland erinnert sich an seinen einzigen ESC Sieg 2006 mit Lordi, der sich Hard Rock Hallelujah nannte und sie schicken Blind Channel mit einem Song namens Dark Side ins Rennen. Sie werden damit vermutlich ihre beste Platzierung seit damals erreichen, was aber zugegebenermaßen auch nicht sonderlich schwierig ist…. im Vergleich zu den Genrekollegen von Maneskin klingt Dark Side für mich aber wesentlich mainstreamiger, irgendwie wie Limp Bizkit. Das ist nicht meines. Während Zitti e buoni ein “Grower” ist, wird es sich bei Dark Side wohl gegenteilig verhalten. Zumindest bei mir. Wirkt auf mich nicht so, als hätte dieser Song viele Geheimnisse, die man erst nach mehrmaligem Hören erkundet.

ESC Island

Apropos schwierige französische Schreibweise: Daði Freyr und seine Band Gagnamagnið waren voriges Jahr die großen Favoriten auf einen Sieg in Rotterdam.

Selbst Russell Crowe hat getwittert, wie toll sie sind. Das ist natürlich bitter, wenn der ESC dann abgesagt wird. Obwohl ich mir bis heute nicht sicher bin, wie ich sie eigentlich finde. Also ja, das Gesamtpaket war natürlich irgendwie charmant-nerdy,mit Signature Po-Wackler und Pullover der Song über Dadis neugeborene Tochter mit Lyrics wie: “I don’t understand you, you are yet to learn how to speak” das ist schon lieb und mal ein anderer Lovesong. Aber der Song selbst so als Song, hat jetzt nicht unbedingt mein Herz berührt.

Heuer treten sie wieder an und haben damit wohl die schwerste Aufgabe aller Rückkehrer, sie sollen das Ganze toppen, was von vorn herein zum Scheitern verurteilt ist, weil diesen extremem Überraschungseffekt schaffst du eben kein zweites Mal. Freyr beibt thematisch in der Famlie und besingt diesmal die Beziehung zu seiner Frau in Ten Years, so lange sind sie zusammen. Der Look ist gleich geblieben. Das ist eine Easy Listening Nummer, hat ein bisschen das, was der Musikjournalist Rocco Clein mal als “energielosen Hotelbar-Blues” bezeichnet hat.

Bei den Buchmachern ist das schon unter den Top 10. Aber wie Marco Schreuder schrieb, die Gewinner Vibes sind weg. Und wie jemand in der ESC Facebook Gruppe analysierte: “Eine liebenswerte Enttäuschung”.

ESC Malta

Destiny aus Malta gehörte letztes Jahr zu meinen persönlichen Favoriten und war auch bei den Buchmachern ganz gut gehandelt. Sie sang All of my love – ein Lied, das vom Komponistenkollektiv Symphonix geschrieben wurde, unter anderem auch von Cesar Sampson, der für diese Vereinigung komponiert. Das war toll für ihre außergewöhnliche Stimme und der Song hatte das gewisse Etwas für mich.


Dieses Jahr singt sie Je me casse. Nicht irritieren lassen, das Lied ist schon englisch, nur der Titel ist französisch und Google sagt mir, das bedeutet “Ich verschwinde”. Das Video und die Botschaft schreit wirklich sehr laut Netta, finde ich. Das hab ich gestern in der ESC Gruppe auf Facebook geschrieben und dann wurde ich gleich von jemandem “zur Rede gestellt”, ob ich damit meinte, das sei eine kurvige Frau, die Spaß hat. Ich hab auf Social Media immer mehr das Gefühl, dass egal was man schreibt, es einem irgendwie als “politisch unkorrekt” ausgelegt wird. Bitte ich bin selber eine kurvige Frau, die Spaß hat, Oida!


Btw. glaub ich nicht, dass ich die Einzige bin, die da Netta Assoziationen hat hat. Das ist Female Empowernment an der Grenze zum Male Bashing. Toy gehört bis heute btw zu einem meiner Lieblingslieder des ESC, hab ich auch immer noch auf meiner Playliste.  Je me casse ist jetzt nicht unbedingt love at first sight wie bei Netta, aber auch dieser Song hat etwas, was ihn von vielen Mitbewerbern abhebt; er liegt bei den Buchmachern aktuell auf Platz 2 hinter der Schweiz. Das wird sicher ganz vorne landen und das würde ich Destiny auch gönnen.

Netter Kommentar zu ihr auf Youtube: “This song makes me feel like an independent woman and I am a man” Harhar.

ESC Schweiz

Der liebe Gjon’s Tears aus der Schweiz hat mir schon letztes Jahr sehr gut gefallen. Sein Song Respondez moi war leise, eher unscheinbar und trotzdem (oder deswegen?) sehr beeindruckend. Obwohl ich gar nicht frankophil bin und die Sprache auch nicht spreche, hat mich das “gecatcht”. Respondez moi stand im krassen Gegensatz zum 2019er Vorstadt Casanova Song (wie ich ihn gerne nenne) von Luca Hänni She got me, der mir aber auch sehr gefallen hat – und der ja letztendlich sogar Vierter wurde, das beste Ergebnis seit immerhin auch schon 1991. Letzter Schweizer Sieg 1988 durch Celine Dion. Die übrigens auch französisch gesungen hat.

So klang Respondez moi:

Gjon Tears hat sich mit seinem neuen Beitrag stilistisch kaum verändert. Was auch ins Auge gehen kann, weil dann noch direktere Vergleiche mit dem Vorgänger Song gezogen werden können. Nun ja, bei Gjon’s Tears hat es sich wohl ausgezahlt, ich habe bei der Videopremiere nicht nur einmal “Winner 2021” gelesen. Ob das tatsächlich so sein wird, das kann man derzeit natürlich nicht ernsthaft beurteilen. Der Song Tout l’Univers gefällt mir aber auch wieder ziemlich gut und bedeutet tatsächlich noch einmal eine Steigerung zum letzten Jahr.

Das einzige, das mich bei den französischen Songs anzipft ist, dass ich sie nicht gescheit schreiben kann. Harhar.

ESC Österreich

Heut in der Früh war es endlich soweit – Österreichs Beitrag zum Songcontest 2021 wurde vorgestellt. Er wird von Vincent Bueno gesungen, der schon 2020 vorgesehen war und heißt Amen. Und so hört sich das an:

Der Song gefällt mir ausgesprochen gut, viel viel besser als Alive letztes Jahr. Dabei ist er nicht spektakulär, er ist eher einfach und schlicht gehalten. Aber er spricht mich total an. Hoffe, das ist ein gutes Vorzeichen.

ESC Italien

Italien beim ESC ist immer ein Genuss. Laut Marco Schreuder (und mir) hätten sie viel öfter gewinnen müssen, als sie das tatsächlich haben – nämlich nur zweimal bis dato nämlich 1964 Gigliola Cinquetti mit Non ho l’eta und Toto Cutugno mit Insieme 1990. Gut, sie haben 1994 bis 1996 und dann sogar von 1998 bis 2010 auf die Teilnehme verzichtet.

Seit sie wieder zurück sind, wurden sie bereits zweimal Zweite und einmal Dritte. Außerdem zeichnen sie sich durch ein besonderes Facettenreichtum aus, was die musikalischen Genres betrifft. Von Jazz über Ballade, von Rap bis R&B, Pop sowieso, gefehlt hat eigentlich nur Rock und damit treten sie jetzt also 2021 an. Der Song heißt Zitti e buoni (ungefähr: “Still und brav”) und versteht sich als eine Art Protestsong der Jugend, die sich nicht ernstgenommen fühlt.

Ich bin noch unsicher, wie mir das gefällt. Es ist nicht ganz mein Genre. Also ich kann Rock prinzipiell schon einiges abgewinnen, aber dieser Song ist mir irgendwie doch eine Spur zu unmelodiös. Will er sicher auch gar nicht sein, denn es geht ja um Protest. Und wie kann Protest lieblich und gefällig sein? Aber Mahmood war 2019 auch schlecht gelaunt und ich hab Soldi geliebt. Ich glaub, Zitti e buoni werd ich anerkennen. Aber lieben werd ich das nicht. Leider.