almis personal blog

Danke, gut

Manchmal wacht man auf und muss sich irgendwie erst neu zusammensetzen. Am Vorabend war noch alles ok und man ist, wie immer, beim Podcast Hören eingeschlafen, aber am Morgen fühlt sich alles schwer an.

Gestern ging es mir so, dann habe ich gefrühstückt, geduscht und mein große-grüne-Blumen Shirt angezogen, um mich aufzumuntern. Anschließend habe ich mich auf den Weg in den Garten gemacht, in so einer bisschen niedergeschlagenen Stimmung. Da treffe ich im Stiegenhaus einen Nachbarn, plaudere kurz mit ihm und da sagt er mir: “Gut schaust du aus!” Und ich wollte schon antworten: Das müssen die grünen Blumen sein.

Bin aber dann doch irgendwie beschwingter zur Ubahn gegangen, habe mir nur kurz gedacht, ob die Aussage vielleicht nur eine Anspielung auf eine Gewichtszunahme war harhar. Wohl aber eher nicht. Ich habe vor einiger Zeit sieben Kilo abgenommen, genau die sieben, die ich vorher zugenommen hatte und dann kein Gramm mehr, das ist also anscheinend einfach “mein” Gewicht.

Gut, ich könnte aufhören zu naschen, dann würde ich vielleicht noch weiter abnehmen, aber warum soll ich, wenn ich eh gut ausschau, zumindest in grünen Blumen Harhar.

Die Herrlichkeit des Lebens

Am Donnerstag war ich schon wieder im Kino. Diesmal mit M. Wir haben uns den Kafka Film Die Herrlichkeit des Lebens angeschaut.

M. kennt sich bei Kafka wesentlich besser aus als ich, denn sie hat auf der Uni ein Proseminar über Kafkas Briefe besucht, während ich mich für “Wahr spricht, wer Schatten spricht. Lyrik und Poetologie bei Paul Celan” entschieden habe. Ich habe das Proseminar wegen des Professors genommen und auch wegen des Titels. Aber ich habe zumindest im Frühjahr die Kafka-Serie von David Schalko mit Begeisterung gesehen.

Vor dem Kino waren wir im Cafe Stein hippe Erdbeer-Lemon-Sodas trinken, das liegt ja gleich neben dem Votivkino. Die Herrlichkeit des Lebens handelt vom letzten Lebensjahr Kafkas und seiner Zeit mit Dora Diamant. Laut M. gabs es wenige Briefe von den beiden, was daran liegt, dass sie fast immer zusammen waren, bis Kafka dann im Sanatorium gestorben ist. Es ist ein schöner, ruhiger und natürlich auch trauriger Film, ohne aber übertrieben auf die Tränendrüse zu drücken. Von der Tonalität war recht ähnlich wie die Serie, es wurde nur nicht so viel gehustet wie in der 6. Folge (die “Dora” heißt). Die Darsteller sind passend besetzt, sogar Manuel Rubey als Max Brod fand ich erstaunlich ok. Harhar. Ich bin leider echt kein Rubey Fan und ich mochte der Darsteller von Max Brod in der Serie – David Kross – am allerliebsten von allen, weil er so warmherzig-verschmitzt gespielt hat.

Nach dem Kino sind wir die Währingerstraße hinauf gebummelt und haben im Gastgarten vom Cafe Weimar noch etwas getrunken und geredet bis zugesperrt wurde. Ich habe mich daran erinnert, als ich das letzte Mal dort im Cafe war, in wunderbarer Gesellschaft. Das war vor irgendeinem Lockdown, zwischen Lachen und Weinen. Der Pianist hat Sweet Child of Mine und Hotel California gespielt und wir haben ihm viel Trinkgeld gegeben; eine Stimmung wie kurz bevor die Titanic untergeht und das Orchester dieses Faktum vergessen lassen will. Einer der schönsten Abende.

Davon habe ich M. erzählt, das tat gut, wie der ganze Tag.

Am größten ist das Glück, wenn es ganz klein ist. Deshalb würde ich, wenn ich mein Leben aufschreiben müsste, nur Kleinigkeiten notieren

Franz Kafka in einem Tagebuch

Unser Reel

Heute habe ich auf Instagram ein Reel vom Lokal Hidden Kitchen gesehen, das möglicherweise wegen L. und mir entstanden ist. Harhar.

Immer dann, wenn wir dort frühstücken gehen, sind wir zu früh dran. Ich sowieso von Natur aus und L. hat sich an mich angepasst und dann stehen wir vor dem noch verschlossenen Lokal, das erst um 8.30 aufmacht. Hungrig, ungeduldig und im Winter auch fröstelig und schauen hinein, so wie die Dame in dem Reel:

(C) Hidden Kitchen Instagram Account

Und drinnen so:

(C) Hidden Kitchen Instagram Account

Dafür mache ich jetzt ein bisschen (unbezahlte) Werbung, für das sehr gemütliche Hidden Kitchen mit schmackhaften Hipster-Frühstücken. Ich empfehle besonders das Pink Egg Florentine, das ist getoastetes Schwarzbrot mit rote Rüben Sauce, darauf Ei und Lachs.

Good Bye School

Heute ist schon wieder ein Schulschluss. Das Kind hat einen Notendurchschnitt von 1,6 – das hat er übrigens auch nicht von mir harhar. Nach dem Zeugnis ging es für ihn direkt nach Spielberg, wo sich die Formel 1 Verantwortlichen offenbar gedacht haben, es reicht nicht nur ein Schulschluss-Verkehrskollaps, wir machen an dem Wochenende gleich auch noch das Rennen in Österreich.

Botschaft vorm Gymnasium zum Ferienbeginn

Schulschluss, auch immer so ein Tag für Reminiszenzen; ich denke an einen besonderen Menschen und die erst kürzlich erwähnten Wochenenden, wie aber eh immer. Helle, schöne Gedanken.

Ich habe noch ein bisschen gearbeitet und dann fahre ich übers Wochenende in den Garten, wo ich schreiben will und nebenbei natürlich Formel 1 schauen, ob ich das Kind vielleicht sehe und ich werde den Bachmannpreis weiterverfolgen. Humor ist auch gut für die hellen Gedanken, gestern hat Klaus Kastberger, der neue Jury-Chef gesagt: “Ich kann Texte, in denen Gegenstände sprechen, nicht ausstehen! Ich hasse den kleinen Prinzen, ich hasse Harry Potter.” Das ist natürlich keine literarische Kategorie, aber für solche Aussagen lieben wir die Jurydiskussionen ja.

Hier das beliebte Bullshit-Bingo für das heurige Jahr:

Ein paar Dinge konnten schon angekreuzt werden

Klaus Kastberger trug noch kein Fußballtrikot, aber heute dafür ein Poor Things Shirt, das ist nicht mal ergooglen konnte, ein Unikat? Wow jedenfalls.

Das Wochenende

Die Bedeutung des Wochenendes ist im eigenen Leben einem gewissen Wandel unterworfen.

Als Schulkind habe ich die Wochenenden geliebt, aus den naheliegenden Gründen – ich gehörte wirklich nicht zu denen, die nach der Matura geweint haben (ja, solche gab es auch).

Als ich dann selbst ein kleines Kind hatte, waren die Wochenende ein Elend. Ich habe mir gerade einen Blogeintrag von früher wieder durchgelesen, der sehr lustig war, ich muss mich selbst loben; da schildere ich, wie ich mit dem Kind bei jedem Wetter rausgegangen bin, auch bei strömendem Regen, einfach um ihn auszupowern und dann wollte er auf der Straße “alleine gehen”, trotz Mörderverkehr und Unwetter, und ich vermerkte: “Da musste sein Willen leider gebrochen werden.” Boah, wie böse. Harhar. Also die Kleinkind-Wochenenden waren echt nicht mein Ding. Aber danach wurde es toll, als ich mit ihm essen gehen und dabei länger als fünf Minuten sitzen bleiben und richtige Gespräche führen konnte. Und dann ins Kino oder in eine Ausstellung oder ins Museum oder in den Motorikpark.

Wieder etwas später in meinem Leben gab es wunderschönen Wochenenden mit jemand besonderem, über die ich geschrieben habe, dass da “dieser kleine Raum war, in dem wir alles sagen konnten, uns alles erzählen, der einfach nur uns gehört hat”. An diese Wochenenden werde ich mich sentimental erinnern bis- ach einfach für immer. Irgendwie sind meine Blogeinträge nicht mehr so witzig-böse, dafür immer rührseliger, kommt mir vor, das ist sicher das Alter, harhar.

Und jetzt gerade lasse ich mich oft treiben; das Kind hat natürlich schon lang seinen eigenen Rhythmus und in der Zeit, wo sich unsere Wachphasen überschneiden, treffen wir uns zu Mahlzeiten oder zu Formel 1 Rennen, und dann geht er Scooter fahren und ich gehe ins Kino oder in den Garten. Manchmal sitze ich auch am Wasser, wie gestern, und trinke Holundersaft aus solchen Hipstergläsern und beim Anblick dieses Glases mit Minze und Zitrone und Eiswürfeln, was mir immer gute Laune macht, ist mir die Inspiration zu diesem Blogeintrag gekommen.

Holundersaft an der unteren alten Donau

From Australia

Als ich vor ungefähr 17 Jahren mit diesem Blog begonnen habe, habe ich irgendwann in den ersten Wochen ein Foto von meinen neuen Schuhen gepostet, als Anspielung darauf, dass Scarlett Johansson in Lost in Translation sagte: “Every girl goes through a photography phase. You know, like horses… taking dumb pictures of your feet.

Girl bin ich keines mehr, aber heute poste ich wieder mal neue Schuhe, weil ähm, die kamen klimaneutral (oder so) aus Australien (sic!). Ich habe eine Werbung auf Facbook gesehen (äh), bestellt und bin nachher erst draufgekommen, wo das Unternehmen sitzt. Aber naja, dafür fliege ich nicht und fahre auch nicht mit dem Auto, sondern gehe überall hin zu Fuß und deshalb brauche ich eben Schuhe. So ergibt am Ende doch alles irgendwie Sinn, harhar.

Von heute

Und neben dem alten Gartenfoto ein neues Regal…

…und meine Licht-Girlande, voller schöner Impressionen, die ich nahe bei mir haben möchte. Bestehend aus Fotos, sowie Zitaten bzw. Sprüchen aus einer Phase, in der ich alles mich irgendwie bestärkende auf Polaroid-Style Abzüge drucken ließ als würde mein Leben davon abhängen

Weitere Obsessionen von mir dann ein anderes Mal. Harhar.

Von damals

Im Eingangsbereich von Bauernhöfen hab ich öfters Fotos von diesen Bäuernhöfen aus früherer Zeit gesehen. Sowas hab ich jetzt im Garten auch aufgestellt, ein altes Foto vom Garten, harhar.

Mit meinem gelieben Dreirad auf der Wiese, die da noch wie eine Gstätt’n ausgesehen hat

Auf dem Foto bin ich vielleicht so vier Jahre alt. Kurz davor hatten meine Eltern den Garten gekauft.

Es war eine komplizierte Geschichte. Der Garten hatte meinem Großvater (mütterlicherseits) gehört, der lange vor meiner Geburt gestorben war. Er hat den Garten seinen drei Kinder vererbt, die ihn wiederum ihrer Mutter, meiner Großmutter, überlassen haben. Und die Großmutter hat ihn dann sofort einem Bruder (aka das Lieblingskind) meiner Mutter geschenkt. Als dieser dann sehr früh gestorben ist, haben meine Eltern ihm dessen Witwe, die ihn nicht wollte, teuer abgekauft und alles neu gestaltet. Das war vor ungefähr 45 Jahren.

Jetzt gehört der Garten mir. Früher konnte ich wenig damit anfangen, jetzt bin ich sehr froh, dass ich ihn habe.

Point of View

Ich sitze im Garten und warte auf das Kind, das erstmals mit dem Scooter (und Navi) vom Norden Wiens in den Süden fahren wollte, trotz wechselhaftem Wetters. Ich habe mir jeglichen Kommentar dazu verkniffen, außer: Brich dir bitte nicht das Genick. Harhar.

Ich lese dabei ein grausiges Jugendbuch aus dem Deutsch-Portfolio des Kindes, damit wir nachher drüber reden können; ein Buch, das eh ziemlich bekannt ist, nämlich “Die Tribute von Panem” und es stößt mich zwar ab, fesselt mich aber gleichzeitig auch irgendwie, jedenfalls liest es sich sehr leicht. Viel leichter als andere im Portfolio, looking at you “Der kleine Hobbit”.

Es ist Wochenende und es ist ein gutes Wochenende, keines dieser unruhigen, wo ich hundert Sachen anfange und nix zu Ende bringe, sondern eines, wo ich ausgeglichen und motiviert bin, wo ich super schlafe und mir sogar ein Frühstücksei mache; weil der Freitag schon gut war, mit aufmerksamen Nachrichten an mich und es ist faszinierend, wie zufrieden einen das machen kann.

Zwischen uns das Leben

So gleich noch ein Film, der von Schmerz erzählt, wenn auch ganz anders. Ich hab es jetzt doch gewagt und den Film Zwischen uns das Leben (im Original: Nachsaison) angeschaut. Ich will nicht sagen, dass es ein Fehler war, er hat schon seine Momente und die Schauspieler sind super, aber er hat mich irgendwie unzufrieden zurückgelassen und zwar genau auf die Art und Weise, wie ich es eh erwartet hatte.

Es geht in diesem Film um ein Zusammentreffen des ehemaligen Liebespaares Mathieu (Guillaume Canet) und Alice (Alba Rohrwacher) – er Franzose, sie Italienerin, sie sprechen französisch miteinander – 15 Jahre nachdem er sich von ihr getrennt hat. Beide haben mittlerweile Familien und neue Partner. Und wie das so ist, wenn vier Menschen in eine Liebesgeschichte involviert sind, wird man daraus kein happy end machen können, das ist jetzt kein Spoiler, denn irgendjemand (oder auch mehrere) bleiben am Ende zwangsläufig über…

Kleinere Spoiler möglich

Der Film beginnt vielversprechend. Mathieu, der mittlerweile ein sehr berühmter Schauspieler ist, checkt in einem Spa ein. Er befindet sich gerade in einer Krise – er hatte vor, ein Risiko einzugehen und erstmals Theater zu spielen; dann verlässt ihn der Mut und er kündigt der Produktion kurz vor der Premiere, was ihn viel Geld und eine Menge Sympathien kostet. Im Spa ist er dennoch der unschwärmte Star, der dauernd Selfies mit Fans machen muss, obwohl er sich gerade furchtbar fühlt. Das ganze Setting erinnert an Lost in Translation und Bill Murray. Während Murray in Tokio mit einem Ergometer kämpft, ist es hier die Kaffeemaschine, die sich nicht abschalten lässt.

Dann wird Mathieu von Alice kontaktiert und sie treffen sich in einem Cafe, für mich die beste Szene des Films. Mathieu erzählt launig, es habe für ihn nur zwei Möglichkeiten gegeben, an diesem Punkt in seinem Leben assistierter Suizid in der Schweiz oder Thalasso-Therapie in Westfrankreich, da habe er sich eben für Thalasso entschieden. Anschließend bittet er den Kellner, den Jazz im Hintergrund abzustellen und stattdessen irgendwas anderes zu spielen, wurscht was. Das fand ich toll, weil ich Jazz auch überhaupt nicht mag – gleichzeitig hat er damit natürlich diese Richard Gere in Pretty Woman-Attitüde, der immer irgendwas von seiner Umgebung verlangt und auch alles bekommt. Alice fragt ihn, ob es ihm gut gehe, es liefe ja doch alles perfekt für ihn, er sagt sowas wie: Im Großen und Ganzen schon. Alice selbst geht es auch gut, sie ist gerade in ein neues Haus gezogen, ist stolz auf ihre Tochter, aber wie sie später zugibt, es ist das beste Leben, das sie nach der Trennung haben konnte. Aber es ist nicht das beste Leben überhaupt.

Danach gibt es zwar weitere gute Drehbuchideen, eine sehr liebenswerte Hochzeitsfeier von zwei älteren Damen etwa, aber das Problem ist, dass die Autoren nicht so recht wissen, was sie mit ihren Protagonisten machen sollen. Was auch verständlich ist. Beide hadern mit ihrer Gegenwart, wollen diese aber nicht aufgeben, es steht zu viel auf dem Spiel. So bleibt der Rest des Filmes ziemlich ratlos. Alice ist passiv-aggressiv gegenüber sich selbst, macht sich auf merkwürdige Art sehr klein, Mathieu ist irgendwie im Autopilot und reflektiert sich so gut wie gar nicht. Alles bleibt gewissermaßen in der Schwebe und vielleicht muss es das in der Konstellation, aber als Zuschauer hat man das Gefühl, man hat zuviel gegessen und danach Sodbrennen. Und wer hat schon gerne Sodbrennen.

Noch anzumerken ist, dass Canet hier 1. Mc Dreamy aus Grey’s Anatomy extrem ähnlich sieht. 2. sich in einer ähnlichen Konstellation wiederfindet wie im Film Last Night (aus 2010) und 3. wirklich extrem gealtert ist seit diesem Film, wo er ja noch wie ein Student gewirkt hat. Vielleicht liegt es aber auch nur an seiner Rolle.

4. im de France Kino ist die Klimaanlage viel zu kalt eingestellt! Harhar.