almis personal blog

babel

gestern, vor meiner unangemeldeten, aber vorgesehenen postpartalen kontrolluntersuchung, entspann sich folgender bizarrer, bilingualer dialog zwischen mir und einer assistentin der gynäkolgin.

prego? (= bitte)

– ich würde gerne zur untersuchung bei frau doktor v. kommen.

adesso? (= jetzt)

– na nicht unbedingt jetzt, aber ich bräuchte einen termin.

devo domandare la dottoressa. (= ich muss die frau dr. fragen)

– ja bitte, sagen sie mir dann bescheid?

si. un attimo (= ja, einen moment bitte).

– ok.

die vollmondmamas

rund um den vollmond am 26. september sind eine menge babys auf der neonatologischen intensivstation eingezogen. interessanterweise fast nur buben.

im umkleideraum kennt man schon alle jacken. die bunten kühltaschen, für die milch. die aufgehängten krawatten der väter, die abends aus dem büro kommen.

wenn es gegen fünf uhr dämmert, wird es meist ruhig auf der station. in der ecke, wo man abpumpt, ist es entspannt. rundherum schlafende babys. da führt man dann schon mal lange, leise gespräche. die meisten geburten waren dramatisch. oft ging es um leben und tod. manchmal von der mama. manchmal vom baby. manchmal sogar von beiden. dennoch denken manche schon an eine zweite schwangerschaft. denn es kann beim zweiten mal ja komplett anders kommen. bewundernswert.

einige der mamas wurden schon entlassen. das ist jedesmal ein festtag. und eine hoffnung für die noch zurückbleibenden.

känguruhen

der große moment ist gekommen: nach sechs woche und einem tag durfte ich adrian in die arme nehmen, ihn halten und spüren. dafür gibt es keine beschreibenden worte. es war überwältigend.

ab nun dürfen wir "känguruhen". bei dieser therapie wird das nur mit einer windel bekleidete baby auf den nackten oberkörper der mutter bzw. des vaters gelegt und beide werden mit einer warmen decke zugedeckt. diese therapie soll mindestens eine stunde dauern, kann aber bis zu drei stunden täglich praktiziert werden.

die babys fühlen sich dabei sicher und geborgen, da sie die haut riechen, den herzschlag spüren und die bekannten stimmen ihrer eltern hören.

michelangelo

am bahnhof in brixen höre ich täglich folgende ansage "meines" zuges, dem eurocity 85, michelangelo:

il eurocity (gesprochen: e-uuro-city) 85 proviente da brennero e diretto a roma termini arriva al binaro 2. ferma a bolzano, trento, rovereto, verona porta nuova, bologna centrale, prato centrale, firenze santa maria novella, arezzo. schöne übersetzung: er kommt von brenner und wird auf gleis zwei halten und von dort weiterfahren. ja was denn sonst? grins.

dieser zug kommt eigentlich aus münchen – bzw. monaco (im ersten augenblick: hä? monaco?) – und fährt in die hauptstadt. beim hören der klingenden namen wird einem fast ein wenig romantisch zumute, wenn man dran denkt, an jedem dieser orte aussteigen und luft schnappen zu können. die romantik des augenblicks wird allerdings je zerstört, wenn man den zug betritt und zusammen mit den anderen passagieren zu einer kleinen völkerwanderung aufbricht, um einen freien platz zu suchen. wohlgemerkt zu suchen, nicht zu finden. aber wozu gibt es denn diese kleinen, gemütlichen "klappsessel" auf den gängen?

zum ersten mal…

…beim wickeln geholfen. das ist gar nicht so leicht, wenn man zu diesem zweck seitwärts durch die kleinen öffnungen des brutkastens greifen muss. nachher vollkommen schweißgebadet gewesen. und das nicht nur, weil es auf der intensivstation generell und immer eine affenhitze hat.

das war schön.

just listen

derzeit bevorzuge ich auf youtube bzw. bei den autofahrten auf den immer gleichen straßen eine melancholische, herbstliche songauswahl.

obwohl ich im moment relativ wenig am puls der zeit bin und nur peripher mitbekomme, was auf der welt so los ist, habe ich doch aufgeschnappt, dass james blunt ein neues album herausgebracht hat. ja, ich mag you’re beautiful auch nicht. aber ansonsten ist blunt imo leicht unterschätzt, wobei er davon sehr gut lebt. die single 1973, einmal im radio gehört, habe ich gestern in der bahnhofsbar in brixen sofort wiedererkannt. mit sack und pack beladen stehengeblieben und gelauscht. vor einem jahr, eine zeit der anderen hoffnung, habe ich blunts vorgängeralbum rauf und runter gehört. irgendwie hatte ich den eindruck, er hätte mir was zu sagen.

dann natürlich coldplay. immer wieder. ja, auch den klavieretündenmüll (copyright by jemandem aus der harald schmidt newsgroup. grins. ich liebe das lied, aber ich finde den ausdruck dennoch passend) namens clocks. am i part of the cure or am i part of the disease? gerne chasing cars von snow patrol. jedem grey’s anatomy seher ein selbstverständlicher begriff. let go von frou frou. aus dem wunderbaren garden state. only living boy in new york von simon und garfunkel. smalltown boy von bronski beat. mag ja eine eigenwillige mischung sein. aber es wirkt.