almis personal blog

blinys versus milchschnitte

ich bin mir nicht ganz sicher, ob die aktuelle werbung von wladimir und vitali klitschko wirklich einen popularitätsschub für die milchschnitte bedeutet.

eher wird doch der zuseher auf diese blinys neugierig die einer dem anderen (kann jemand die beiden tatsächlich unterscheiden?) immer gebacken hat als beide noch zur uni gingen – übrigens: sie haben sportwissenschaften bzw. sport und philosophie studiert. die blinys waren zwar angeblich "grauenhaft", was aber wohl eher auf die backkünste "mit dicke hefe und viel saure sahne" des jeweiligen klitschkos zurückzuführen ist.

wenn ich es richtig verstanden habe, sind blinys so etwas wie bei uns palatschinken. und können je nach belieben gefüllt werden.

u-bahn innovation

neuestes wiener u-bahn feature: die durchsage, auf welcher seite man, je nach station, die ubahn verlassen muss.

das hört sich dann beispielsweise so an – stephansplatz…ausstieg links.

jetzt muss man nur noch links und rechts unterscheiden können, dann erspart man sich das wie ein depp bei der falschen türe warten.

faszination internet-ticker

ich bin stolze besitzerin von einem haufen ticker. also diese dinge, wo man ein ereignis hinauf, hinunter oder nachzählen lassen kann.

internet ticker, beispielsweise zu beziehen unter tickerfactory, üben auf mich eine ähnliche anziehungskraft aus wie rubbellose, kleine glücksschweine oder schutzengel diddls, post-its oder pinnwand zeitungsausschnitte-kleinkram.

und man kann ja auch für so gut wie jeden anlaß einen kleinen, farbenfrohen ticker basteln, der einen dann bei der wartezeit auf ein selbst definiertes ereignis begleitet. ist man gerade schwanger, fand man unter baby-o-meter.de früher ganz tolle und informative begleitleisten. doch leider ist der dortige server nicht gerade der zuverlässigste (untertreibung) und die ticker funktionieren des öfteren (untertreibung) nicht so wie sie sollten. wenn man "baby o-meter" googelt, kann man dazu viele missmutige (untertreibung) usermeinungen dazu lesen. schade, denn die ticker dort sind wirklich schön.

ich habe sogar noch meinen ticker vom usa urlaub 2005. er bereitet mir jedesmal beim ansehen nostalgische gefühle, auch wenn es bereits "two years and a week since usa-holiday" sind. an der langlebigkeit dieses tickers könnte sich baby o-meter eigentlich ein beispiel nehmen.

zum schluß noch ein paar links zu anderen tickerwerkstätten, wo man je nach laune und stil fündig werden kann.

it’s september

heute ist schulbeginn im osten österreichs und daher natürlich auch in wien.

ich hoffe, dass die taferlklassler, die heute mit ihren großen schultüten und neugierigen augen erstmals ihr schulgebäude betreten, ihren enthusiasmus möglichst lange behalten können. und dass die bäume und häuser, die sie von ihrem schulfenster aus betrachten, ihnen nie so grau und unattraktiv erscheinen wie das bei mir seinerzeit immer der fall war.

aber die schule und ich, wir haben nie so wirklich zusammen gepasst. eine geschichte voller missverständnisse, quasi.

überraschende songs: the universal

heute featuring blurs spät-95er single the universal vom album the great escape.

damon albarn und seine krachmacherbande haben liedgut wie boys and girls oder country house herunter geblödelt oder später, 1997, den song 2 geschmettert. im gegensatz dazu ist the universal ruhig, extrem unaufgeregt, sehr unbrit-poppy. es scheint als wollten blur damals ihrem kind-of wegwerf pop etwas bleibendes entgegensetzen. damals war die schlacht zwischen blur, oasis (an deren nebenschauplätzen eventuell auch pulp und suede beteiligt waren) am höhepunkt und trotz der gegenseitigen verprügelungs-androhungen profitierte die englische musikindustrie vom großen hype um die damals aktuellen und zu der zeit besonders inspirierten jungen bands.

das video bedient sich vorallem der ästhetik eines stanley kubrick: damon albarn wird als zweiter alex the large aus clockwork orange stilisiert, die band spielt in einer an die korova milk bar angelehnten location. dazu bilder aus dem weltraum wie in space odysee. eindeutig: über die band blur und ihre herkömmliche erscheinung hinausweisend.

damon albarn hat sich später dann als sänger der gorillaz verdingt (clint eastwood, feel good inc.) und ist mittlerweile auch als solokünstler tätig.

vom lesen

am donnerstag in willkommen österreich: grisse/stermann zitieren ein interview mit luttenberger*klug, wo beide angeben, kaum zu lesen. dabei, so grissemann, muss es kein widerspruch sein, gülcan und goethe gut zu finden.

und hier seine 4 tipps, wie die beiden doch noch ihre leselust entdecken können:

1. epilog hat nichts mit der haarentfernung in der bikinizone zu tun

2. irgenwann muss man umblättern, sonst wird es fad

3. man muss nicht auf ein spezielles lesezeichen warten

4. nicht jedes buch hat roman geschrieben

stermann meinte, da man ja auf der suche nach einem namen für das pandababy sei, man könnte es ja luttenberger nennen. denn der panda habe auch noch nie ein buch gelesen. aber er, stermann, möchte nichts gegen luttenberger und klug sagen, er habe die beiden zum fressen gerne. wobei das in zeiten des kannibalismusverdachtes, unter dem ein deutscher in wien steht, etwas makaber formuliert wäre. wieder einmal hat sich quasi deutschland österreich einverleibt.

vor zehn jahren

heute vor zehn jahren ist prinzessin diana gestorben. ihr todestag mag für unsere generation so etwas sein wie kennedys ermordung oder die mondlandung für die generationen vor uns – jeder kann sich noch daran erinnern, was er an diesem tag gemacht hat und wo er gerade war, als er davon erfuhr.

ich war damals seit einer woche auf urlaub in zakynthos. am abend zuvor konnten wir von unserem balkon aus waldbrände beobachten, in der nacht stürmte es und in der früh des 31. gab es ein leichtes erdbeben. beim frühstück hörten wir eine österreichische maturareisegruppe – die sich gerade den unmut der ansonsten sehr freundlichen hotelleitung zugezogen hatten, da sie in der nacht scheinbar die hoteleigenen handtücher für eine fete am strand missbraucht hatten – aufgeregt miteinander reden. ich bestrich gerade meine dritte frühstückssemel mit marmelade. irgendwer war gestorben. aus einem königshaus. ich dachte an irgendeinen alten adeligen. bis der name diana fiel. er und ich schauten uns an. wir konnten das nicht glauben. es war völlig undenkbar sich vorzustellen, dass diana tot war, zu dieser zeit sicher die meist diskutierte und fotografierte öffentliche person.

damals gab es noch keine handys (was heute undenkbar ist), also gingen wir zur örtlichen telefonzelle. ich rief meine oma an. und sie bestätigte mir die meldung. diana, ihr freund und der chaffeur waren in paris tödlich verunglückt. was danach auf der welt los war, weiß man ja noch. was damals in griechenland los war: den ganzen tag war es beklemmend ruhig. obwohl wir keinen fernseher auf dem zimmer hatten, natürlich kein internet, damals, und selbstverständlich noch keine aktuellen zeitungen zur verfügung standen, wusste doch jeder bescheid. sehr viele englische touristen waren zu dieser zeit auf der insel. auch die besitzerin unseres hotels war engländerin (ihr "kalimera" wurde immer von einem unglaublich witzigen akzent begleitet). sie war fassungslos. beim abendessen in einer taverne lief das tv gerät, alle gäste starrten wie gebannt auf den bildschirm und dem wirt – ein über fünfzig jähriger "gestandener" mann – liefen die tränen über die wangen.

die frau war zweifelsfrei ein phänomen. mutter teresa starb nur fünf tage später und der medienrummel war nicht annähernd so immens. mutter teresa hatte in ihrem leben übermenschliches geleistet. aber: sie war alt, sie hatte ein erfülltes und bewundertes leben, sie hatte gelebt. diana war jung. sie gab und gibt rätsel auf, bis zur todesursache. sie war mit ihren 36 jahren scheinbar erst am anfang ihrer suche. daher wahrscheinlich auch die sonderstellung.

franz west

wien bewegt sich derzeit medial zwischen pandababy (es hat schon den kopf gehoben!) und kannibalismusverdacht a la dem kannibalen von rotenburg (vorsicht, artikel nur lesen, wenn man über einen guten magen verfügt). es sei zwar sehr grausig, was da im 15.bezirk in wien offenbar passiert ist, wird immer wieder betont, aber trotzdem werden auch im tv keine verfügbaren details zur tat ausgelassen.

da ist die eröffnung einer neuen säule auf der mariahilferstraße mal etwas ganz anderes. der ausführende künstler heißt franz west, man muss ihn nicht unbedingt kennen, selbst wenn man wiener ist, aber man konnte ihn im juli 2005 in vancouver entdecken, wenn man zufällig die dortige artgallery besucht hat.

überraschende songs: live to tell

heute aus der rubrik überraschende songs, die man dem interpreten nicht unbedingt zugetraut hätte: madonnalive to tell.

meilenweit entfernt von glamour und show, von kabala und schlankheitswahn, botox und welttourneen. schlicht und gerade deshalb bewegend.

ach ja, madonna war doch tatsächlich mal mit sean penn verheiratet. irgendwie hat sich das aus dem public knowledge entfernt. man weiß es zwar, irgendwo im hinterkopf, aber man kann es sich nicht mehr so richtig vorstellen, wie sie als paar funktionieren konnten. wobei, damals schienen sie perfekt zu harmonieren. zwei junge leute aus den achtzigern, er noch kein oscar-flüchtling und polit-aktivist, sie noch kein weltstar, sondern das mädchen, das im papa don’t preach video ein italians do it better t-shirt trägt.

der song stammt übrigens aus dem mir nicht bekannten film at close range mit u.a. dem coolen christopher walken. damals noch richtig jung!

man könnte durchaus überlegen live to tell zu covern. aber bitte nicht unterlegt mit einem doofen disco-stampf beat.