almis personal blog

vom kern der sache

kürzlich bin ich nach sehr langer zeit wieder mal am frühen abend durch die innenstadt gebummelt. es war in der dämmerung, die luft angenehm mild, die straßen nicht überlaufen.

da wir bald lieben besuch bekommen, wollte ich wieder mal spüren wie sich das anfühlt, durch die stadt zu spazieren. es ist schön, bei hell erleuchteten geschäften stehen zu bleiben, ausgestellte bücher anzusehen. nach neuer musik ausschau zu halten. sich die nase an glasscheiben plattzudrücken, um dieses eine kleid noch besser zu sehen. und einfach nur gehen. nachdenken. was macht wien aus, wo und wie kann man die stadt am besten einfangen? was ist das typische? ist es diese spiegelung des stephansdoms im haashaus? der geruch auf der rotenturmstraße nach fiaker? der ausblick von der ruprechtskirche auf den donaukanal? der sonnenschein im volksgarten? der wind auf der freyung?

früher hat das wiener orginal waluliso, den man immer irgendwo auf der kärntnerstraße getroffen hat, eine gewisse wien-stimmung transportiert. und wenn man rainhard fendrich glauben darf, muss man wien bei nacht gesehen haben und man sollte nicht auf "walzerklang oder auf herzen aus gold" hoffen, denn "man hat sich davon schon gottseidank, einigermaßen erholt." etwas weiter entfernt von der innenstadt liegt die hauptbibliothek am urban loritz platz, von der aus man einen eher unspektakulären, aber frischen und modernen weitblick auf den trubel des gürtels hat.

herauszufinden, was eine stadt bedeutet, ist ähnlich dem gefühl, sich selbst so zeigen zu können wie man ist. wenn man das möchte. und vor allem wem gegenüber man das will. in allen seinen facetten. und vor allem auch mit seinen selbstzweifeln. mit seinen unzulänglichkeiten. seine hoffnungen, fragen. seinen wünschen, träumen. den gedanken, die einen glücklich machen. und den gedanken, die einen traurig machen.

when somebody knows you well, there’s no comfort like that (london rain, mrs. heather nova).

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