almis personal blog

crash

fies vom orf, in der urlaubszeit einen großen bericht über tunnelunfälle zu zeigen, inklusive bilder von tunnelunfällen, aufgenommen von der jeweiligen überwachungskamera. will man sowas sehen? also ich nicht. meine phantasie ist blühend genug. 

das kommt mir irgendwie bekannt vor, weil wir auch gerade bei adrian mole waren: er schenkt seiner angebeteten pandora (auch 13 jahre alt) ein buch für ihre urlaubsflugreise: "i have bought her a book to read during the flight. it is called crash!". eintrag am tag ihres abflugs: "pandora read the crash! book in the coach on the way to the airport. when her flight was called she had slight hysterics and her father had to carry her up the steps."

wie man leben soll

vor der lektüre des glavinic-romans wie man leben soll hatte ich zweifel, ob mich die man-form, in der der roman durchgängig geschrieben ist, nicht zu sehr nerven würde. das war eigentlich nicht der fall. nervig war allerdings trotzdem einiges. 

der roman begleitet protagonisten charlie kolostrum beim erwachsenwerden. charlie ist übergewichtig, unmusikalisch, faul und hat schlechte haut. was ihm widerfährt, ist nur in einigen kurzen momentan außergewöhnlich, sonst kennt man das alles schon (mehr oder weniger): erste liebe, schulfrust, abgebrochenes studium, jobben hier und dort, samstagabende mit freunden, weiche drogen, spielsucht und swingersex. als kind der 1970ziger jahre hat man einige aha-erlebnisse, weil man ähnlich sozialisiert wurde. man erkennt diese oder jene fernsehsendung wieder, man erinnert sich an songs, die man damals im radio gehört hat, meint dieses oder jenes lokal oder eck der stadt zu erraten.

der roman ist irgendwie wie ein wickie, slime und papier clubbing – aber nachdem wir alle ende der neunziger darüber diskutiert haben, welches paiper nun am besten schmeckt, ist das thema irgendwie, im wahrsten sinn des wortes, ausgelutscht. natürlich liest sich manches recht amüsant, etwa wenn charlie feststellt: "die familie besteht aus lauter onkeln und tanten. wäre da nicht die mutter, würde man sich fühlen wie ein mitglied der familie duck." aber auch nicht so amüsant, dass es über den eher flachen plot hinwegtäuschen könnte (wie beispielsweise das bin doch ich).

manches wirkt sogar richtig plump, wenn charlie beispielsweise aus ratgebern zitiert, die platte titel tragen wie geschichte der rockmusik, psychologisch betrachtet oder unser körper. wie man das eventuell witziger macht, kann in sue townsends the secret diary of adrian mole, aged 13 3/4 nachgelesen werden. beispiel, adrian notiert: "my spots are so horrific that i can’t bear to write about them. (…) i am reading the man in the iron mask".

wie man leben soll ist, wenn man so will, ein entwicklungsroman ohne entwicklung. leichte unterhaltung ohne überflüssigen erkenntnisgewinn.

vorfreude

der volkshochschulherbstkatalog war erfreulicher als der von h&m. 

wir haben nämlich einen kurs gefunden. ab oktober gehen wir montag nachmittags zum eltern-kind turnen für 1,5-3 jährige kids. der veranstaltungsort ist in walking distance und das wird sicher lustig. 

wobei der kurs "ramba zamba hüpfespaß" auch ganz nach adrians geschmack klingt. ist allerdings erst ab 7 jahren.

the worst songs ever…even more

hier noch ein paar weitere highlights der 50 worst songs-liste:

auch die leute von blender verstehen nicht genau, was meat loaf mit seinem song i would do anything for love genau meint: "this epic chunk of histrionics’ worst offense is that it doesn’t make any sense. you wouldn’t do what, exactly?" follow me von uncle kracker ist aufgrund seiner vorhersehbarkeit hassenswert: "knowing every rhyme before it happens — the first time you hear the song." das ist so wahr. auch color me badds song i wanna sex you up kommt nicht allzu gut weg: "not recommended for the bedroom, unless your bedroom also features
leopard-print picture frames, mirrored ceilings and a five-gallon tub
of astroglide from costco."

die schlimmsten passagen im crash test dummies superhit mmm mmm mmm mmm: "any time brad roberts sings a vowel". die schlimmste passage in deep blue somethings breakfast at tiffanys sind die zeilen: "and as i recall i think we both kinda liked it."

sehr schön finde ich auch, was über broken wings von mr. mister gesagt wird. laut blender handelt es sich dabei um ein "four-minute intro with no song attached"; und am ende: "the greatest anticlimax in pop – a synth bass solo". bei i’ll be there for you von den rembrandts wird vermerkt: "it’s impossible to hear a note and not think of rachel’s haircut, chandlers grin, ross’ whimper." madonnas american life "is desperately seeking…contemporary relevance."

natürlich enthält die liste auch songs, die ich persönlich mag. we did’nt start the fire von billy joel beispielsweise ("can you fit a cultural history of the twentieth century into four minutes? uh, no"). two princes von den spin doctors oder auch the sound of silence. aber auch hier macht die lektüre der jurybegründung spaß.

the worst songs ever

kürzlich zufällig eine liste der 50 worst songs ever auf blender.com entdeckt. 

interessanterweise sind viele der angeführten songs aus den 1980er jahren. kann aber auch zufall sein. als ich ihm davon erzähle, meint er, da wäre sicher auch we built this city von starship dabei. ich staune. der song ist nummer eins der liste. wie konnte das trotz der unsterblichen zeilen: "marconi plays the mamba, listen to the radio" passieren?

am besten gefällt mir die begründung für song nummer 4 – bobby mc ferrins don’t worry be happy. blender schreibt darüber: "oh great – a bumper sticker set to music". mc ferrin erreiche mit seinem song das gegenteil von dem, was er erreichen möchte – nämlich leute auzuheitern. im song heißt es: "the land lord said your rent ist late, he may have to litigate." blender meint dazu: "if your landlord is indeed threatening you with legal action, you should not under any circumstances follow mcferrin’s advice, which seems to involve chuckling at him and
saying "look at me, i’m ’appy’ in a comical jamaican voice."

beachtenswert ist auch, dass gleich zwei in der liste angeführte songs aus dem film cocktail stammen. neben don’t worry be happy auch noch kokomo von den beach boys. (most diabolical rhyme: "aruba, jamaica, ooh, i wanna take ya!")

sommerhits, eins

am ende eines jeden jahres fragt fm4 immer nach dem persönlichen "peinlichsten" lieblingslied. damit ist alles gemeint, was nicht auf fm4 läuft, typische "hitparadenmusik" eben, und folglich auch die gängigen sommerhits.

mein herz schlägt zugegebenermaßen gerade für primavera in anticipo von laura pausini und james blunt. pausini ist ein superstar in italien und das schon sehr lange zeit. bereits im gymnasium haben wir im italienischunterricht songs von ihr angehört. dabei ist sie nur zwei jahre älter als ich. und james blunt – den ein mir nahestehender mensch als den mann bezeichnet, der mit 10 jahren beschlossen hat, sich nicht mehr zu räuspern – kennt und liebt/hasst man ja weltweit.

wie pizza und campari gehören italo-hits irgendwie zwangsläufig zum sommer. und halb englische-halb italienische duette sind ja auch nicht der weisheit letzter schluß. da gabs schon zucchero und paul young (senza una donna), ramazotti und tina turner (cose della vita), sarah brightman und andrea bocelli (time to say goodbye) um nur einige zu nennen. das funktioniert immer wieder.

der zweite programmierte sommerhit dagegen, emiliana torrinis jungle drum, geht mir dafür komplett gegen den strich.

herbst gruesst sommer

der h&m katalog ist da. wie findet man das?

einerseits: man kommt aus der prallen sonne, öffnet das postkastel und da liegt ein herbstkatalog. ein HERBSTkatalog. pfui. 

andererseits: es gibt neue sachen bei h&m. und man will ja auch nicht völlig unvorbereitet ende september mal aufwachen und feststellen, dass man nichts langärmeliges mehr im haus hat.

being busy

meine damalige freundin b. bezeichnete mich während unserer teenagerzeit einmal als "langweilig" und warf mir an den kopf, dass ich nur daheim herumsitzen und bücher lesen wolle. ich hatte wieder einmal abgelehnt, mit ihr an einem freitag abend ins u4 zu gehen. 

unsere wege trennten sich daraufhin bald. das problem war, sie wollte mit einem hintern auf drei kirtagen tanzen und ich am liebsten auf gar keinem. als germanistin habe ich außerdem gar nicht das gefühl, besonders viel zu lesen. eher denke ich, dass die eine oder andere kleine oder große lücke im kanon klafft. in den literaturwissenschaftlichen seminaren an der uni gab es kollegen, die scheinbar alles verschlungen und – für mich noch erstaunlicher – auf zuruf detaillierte inhaltsangaben machen konnten. aber generell hatte b. schon recht damit, dass ich mich gerne zurückziehe. ich würde es schon einige zeit alleine mit büchern, zeitschriften, notizblocks und ein paar großen tafeln schokolade aushalten.

diesen sommer bin ich für meine verhältnisse aber richtig busy. urlauben, kurztrips, freunde besuchen, viel zeit im garten verbringen. dazwischen nachhause fahren und wäsche waschen. obwohl man ja meinen könnte, dass es mit kleinkind viel komplizierter ist, weil man auch für zwei tage unterwegs zimmer, küche und kabinett einpacken muss – dh. im klartext wechselwäsche, windeln, glaserln, tee, milch(flaschen), spielzeug. aber dafür gibt es ja die wirklich süßen sun fun in the summer-strandtaschen vom dm. bisher hatte ich die farben türkis und orange, heute musste ich auch noch die weinrote kaufen. nach der babyzeit, in der man relativ inmobil ist, hat man auch einen gewissen nachholbedarf. ich genieße es jedenfalls, diesen sommer ein bisschen aus dem koffer zu leben und etwas zeit für lektüre bleibt trotzdem noch, im freien unter einem schattigen baum.

coole genervtheit

im neuen falter habe ich folgenden pointierten kommentar zu den michael jackson trauerfeierlichkeiten im orf gefunden: 

"stell dir vor, du stirbst und roman rafreider kommentiert deine begräbnisfeier im fernsehen – zum fürchten. der fast schon zu fabelhaft aussehende "zib"-moderator, betont lässig wie immer, wurde bei der orf-übertragung der michael jackson-trauerfeier unter anderem von ö3 radiogesicht peter l. eppiger flankiert. das hat selbst ein fragwürdiger held wie michael jackson nicht verdient. vier stunden voll cooler genervtheit (rafreider) und anstrengendem tratsch (eppinger). jackson musste sich mit unserem falco selig vergleichen lassen, na ja beide spitzenmusiker (…)."

die angesprochene orf-übertragung wurde übrigens recht einhellig in diversen medien in der luft zerissen. relativ häufig bestand ein kritikpunkt darin, dass eppinger auch auf die jacksons "dunkle seiten" (sic!) eingegangen ist. das wäre bei einem toten pietätlos. hm. es gab schon todesfälle, da wurde ziemlich genau das gegenteil – also absolute kritiklosigkeit im angesichts eines todesfalles – vehement kritisiert. schwierige sache das.

inside the actors studio, zwei

als ich das erste mal inside the actors studio gesehen habe, war ich hin und weg von diesem format. dustin hoffman war zu gast und einfach großartig. ich hätte ihm noch lange zuhören können. ich habe es hier beschrieben.

leider war hoffmans auftritt anscheinend der höhepunkt dieser sendereihe. sämtliche interviews die ich danach gesehen habe, reichten bei weitem nicht an das niveau, den witz und das charisma der hoffman’schen fernsehstunde heran. was bedeutet, dass nicht jeder schauspieler auch automatisch eloquent sein muss. angelina jolie erzählte hauptsächlich von ihren (selbst)verletzungen. morgan freeman machte den eindruck, als müsse er in jedem satz eine pointe unterbringen. tom cruise fand alles und jeden einfach großartig. matt damon war…matt damon.

die folge mit edward norton brachte mich allerdings wieder zum lachen. norton nannte fight club als den film von allen seinen arbeiten, den er sich am liebsten ansieht. word! außerdem erzählte er, dass er von co-star helena bonham carter während der dreharbeiten einen guten tipp erhalten hätte, der ihm seither immer hilfreich gewesen sein. er, norton, wäre bei den dreharbeiten dauernd nervös hin und hergelaufen, ohne pause, so unter strom habe er gestanden. bonham carter habe sich das eine weile angesehen und ihm dann geraten: "if you are standing and you can be sitting, sit. if you are sitting and you can lie down – lie down!"

wenn das kein rat fürs leben ist.