An einem ersten Schultag denke ich immer nur an den ersten Schultag meines Kindes, nie an meinen eigenen. Obwohl mir erst unlängst das Foto von mir aus dem Jahr 1982 in die Hände fiel, ich im Dirndl im Schulgarten und das Wetter war sehr schön. Bei meinem Kind war das Wetter ungewöhnlich furchtbar, aber der Tag war dennoch etwas besonderes, in vielerlei Hinsicht.
Heute war ein idealer erster Schultag, sonnig und warm, mit dieser gewissen kühlen Luft des Septembers, die ich so beruhigend finde und so liebe. Ich war unterwegs und habe viele Kinder mit Schultüten gesehen und erstmals seit vielen Jahren war ich kein Teil mehr davon. Auch die Freundinnen, die Schulanfänger haben, werden immer weniger. Jetzt gibt es wenn, dann eher erste Schultage im Gymnasium oder auf einer weiterführenden Schule.
Der erste Schultag ist ganz besonders und dann kommen ganz viele Tage, die überhaupt nicht besonders sind. Graue Tage, ungeliebter Wecker, Eselsohren in Büchern, immer wieder Hausübungen, immer wieder irgendwas üben, am Abend zur richtigen Zeit ins Bett gehen müssen. Und doch, im Rückblick, werden diese Tage, diese Zeit wieder besonders. Ich habe es geliebt, eine Stunde am Abend vorzulesen. Und ich werde nie vergessen, wie das Kind, vielleicht acht Jahre alt, und ich bei wirklich ärgstem Unwetter zur Schule gegangen sind, es hat wieder geschüttet und gestürmt, er am Roller und ich dachte die ganze Zeit, was für ein Scheiß, ich bin patschnass, mir ist kalt, es ist stockdunkel und er: Hörst du die Vögel? Ur schön. Harhar. Nicht das einzige Mal, in dem er mich dazu brachte, völlig die Perspektive zu wechseln.
An die ersten Schultage werde ich auch weiterhin denken, ich werde an jemand denken und jedes Jahr hoffen, dass es ihm gut geht. Und so wird es bleiben.