almis personal blog

Verantwortung

So mal wieder ein leichteres Thema, die Projektwoche des Kindes.

Wir haben von der Schule Informationsblätter bekommen, eine Einpackliste, diverse Verhaltenshinweise, auch wofür die Eltern verantwortlich sind. Nämlich eh für alles. Wenn das Kind “Blödsinn” macht, sind die Eltern dran. Es ist ein bisschen wie bei der Gebrauchsanweisung eines Medikamentes. Nachdem man es gelesen hat, hat man keinen Bock mehr drauf harhar.

Nein, das war ein Witz. Aber ganz ehrlich, in bald 18 Jahren quasi 24/7 Verantwortung in letzter Instanz – auch wenn es nie ein Problem gab – denkt man sich als Elter auch mal, bitte lassts mich in Ruhe, harhar. Ich persönlich gehöre nicht zu den Eltern, die das Erwachsenwerden ihrer Kinder betrauern, weil diese nun dem elterlichen Einflussbereich abhanden kommen und ihre eigenen Entscheidungen treffen sollen und auch werden. Ich stell mir das durchaus auch entlastend für alle Beteiligten vor.

Das Kind wird zur Mitte der Reise volljährig. Ich so zu ihm: Ich sags dir gleich, ab Donnerstag bin ich raus. Harhar.

Erste Woche

Die erste Schulwoche ist geschafft. The hard part is truly over, harhar.

Ich so, in den Ferien: Ich schlafe ur gut!

Ich so, sobald die Schule wieder begonnen hat:

Das hellblaue ist “leichter Schlaf” ähm. Das pink sind Traumphasen. Und der Höchswert wäre 100.

War wohl irgendwie zuviel los mit Blick auf den Start der Maturaklasse und ganz viele semi-wehleidigen, Gefühle. Aber der Elternabend war sehr erfreulich. Bevor er begonnen hat, meinte der Klassenvorstand so, er müsse noch was zur Klassenreise im letzten Semester sagen und alle Eltern so: Gulp. Was kommt jetzt? Und er dann: Es war fantastisch. Alle waren ganz interessiert und pünktlich und verlässlich, wirklich toll. Die Eltern so: Ach sprechen Sie doch weiter! Harhar.

Am Wochenende dann etwas chillen im Garten.

Erwartung des Gegrilltem, Notizbuch immer griffbereit (links), Herbstlicht

Nach dem Essen und dem Eis haben wir Formel 1 geschaut. Das heißt, ich habe den spannenden Start angesehen und dann auf der Liege ein Nickerchen gemacht (Defizit aufholen), bis die anderen so laut wurden, dass ich wusste, es wird wieder interessant.

Das Kind war dann den Blutmond anschauen, auf einem kleinen Berg. Und ich habe noch viel geschrieben, an diesem Abend, und bei Julia Schicht gelesen: “Wir wissen nicht, was wir für jemand anderen in einem bestimmten Moment seines Lebens sind.” So ist es wohl.

Wieder besser geschlafen.

Stimmungsbild, zwei

Samstag, 7.30 Uhr in Atzgersdorf:

Suchbild mit gespiegelten Ohren

Leider etwas schief und nicht so scharf wie ich wollte, aber die tierischen Protagonisten sind leider nicht so kooperativ wie man es gerne hätte. Oder auch: ich war zu langsam, harhar.

Dienstag

Heute bis nach Mittag im Pyjama an zwei Projekten parallel gearbeitet. Dazwischen wollte ein Nachbar was, und ich musste ihm in diesem Aufzug öffnen harhar.

Danach endlich geduscht und etwas gegessen.

Anschließend in den Garten gefahren und mit dem Kind geschrieben, das jetzt für sieben Tage an einem Ort ohne Internet ist. Ja sowas gibt es tatsächlich. Daran gedacht, dass ich selbst fast auf den Tag genau vor 20 Jahren nach Vancouver geflogen bin und wie sehr das ein anderes Leben war.

Gelesen, dass Ozzy Osbourne gestorben ist. Wird jetzt manche überraschen, aber Ozzy war tatsächlich ein Teil meiner Jugend. Als Solokünstler, weniger bei Black Sabbath, das war mir zu hart. Aber aufgrund dessen, dass mein Freund in einer Indieband war, habe ich viel Rock gehört. Wer immer aller jetzt einen Nachruf schreibt, zitiert bitte Goodbye to Romance, da finden sich viele passende Zeilen und es ist so ein schöner, trauriger Song. Schnüff.

Am Abend unterm Baum gelegen und mein neues Buch fast ausgelesen.

Jetzt in meinem Haus, in meinem Raum zum Schreiben sitzen und eben schreiben. Aus dem Fenster schauen.

Danach werde ich schlafengehen und an jemand denken.


I guess that we’ll meet, we’ll meet in the end

(Ozzy Osbourne)

Vorkommnisse

In den letzten Tagen war viel los. Nicht alles kann ich hier genauer berichten, weil mich manches nur peripher betrifft (=angeht). Mein eigenes Seelenleben breite ich hier ja gerne aus, wie jeder weiß, harhar. Mir fällt dazu aber ein, und ich zitiere wirklich selten die Bibel: Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein.

Jedenfalls gab es auch noch weitere Fahrstunden und Führerscheinvorprüfungen – ja so etwas gibts heutzutage. Wenn man dort nämlich 95 Prozent erreicht, kann man die eigentliche Prüfung dann mal in den Sand setzen und darf nochmal gratis antreten.

Aber das Hauptthema der Woche: Wäsche waschen und Koffer bzw. Wanderrucksack packen bzw. zuschauen, in meinem Fall. Zelt im Garten aufbauen üben bzw. zuschauen, in meinem Fall. Die Gespräche drehen sich um Wasserfilter, Gamaschen, Zeltunterlagen, Kletterhandschuhe, Bunsenbrenner, Instantkakao und Hackschnitzel. Auch in Diskussion: das Buch How to shit in the woods (harhar, das heißt wirklich so). Als die vollgepackten Rucksäcke (jeweils circa 17 Kilo schwer) dann erstmals ausprobiert wurden, sagte jemand zu mir, ich würde total verständnislos dreinschauen, wie man sich sowas freiwillig antun könne. Und ich so: Ja ich habe leider kein Pokerface. Harhar.

Kleiner Hinweis an dieser Stelle: Falls mein Blog in der nächsten Zeit irgendwann down sein sollte oder ich nichts mehr poste, wäre das nur den Umständen geschuldet. Ich habe nämlich vorübergehend auch keinen IT Support, sollte hier irgendwas zusammenbrechen, was ich nicht selbst wieder reparieren kann harhar. Ich hoffe es natürlich nicht. Jedenfalls habe ich dann nicht aufgehört zu schreiben – wie könnte ich, es dient meiner seelischen Balance; sondern mache in dem Fall nur gerade eine unfreiwillige Pause.

Teamchefs

Stell dir vor, du bist 20 Jahre Red Bull Team Teamchef, hast sechs Konstrukteurs- und acht Fahrertitel gewonnen, dein Team hat 124 Rennsiege zu Buche stehen, du warst der Boss von Sebastian Vettel und Max Verstappen, die mit deinem Team mehrfach Weltmeister wurden etcetera und der Hollywood Reporter macht nach deiner doch ziemlich überraschenden Kündigung das daraus:

Also 1) Ehemann, 2) Star einer Dokuserie, 3) Beiläufige Erwährung deines eigentlichen Jobs. Ich frage mich, ist das ironisch gemeint, so auf die Art, deine Frau ist trotzdem der Weltstar oder ist das die Aufzählung in absteigender Form, nach den Komponenten, für die Horner eben bei einem US-amerikanischen Publikum bekannt ist?

Eine Freundin schrieb mir dann: “Ich mochte den eh nie. Und du?” Es kommt selten vor, aber ich hab da echt keine Meinung. Harhar.

Ich mag als Teamchef Toto Wolff gern, der jedesmal zwei Stunden extrem stoisch das jeweilige Rennen verfolgt, egal was passiert. Manchmal zuckt er aber auch aus und schmeißt sein Headset auf den Boden, vor Wut. Und ich mag sein Englisch mit diesem echt breiten Wienerisch drinnen. Hab mal zum Kind gesagt, dass Wolff genauso Englisch spricht wie ich, also vom Akzent her, und das Kind darauf: “Der spricht schlechter als du!”, harhar na dann.

Regenshopping

Dieses:

und das:

ergaben dieses:

Oder anders gesagt: Ich hatte spontan Zeit und das Wetter war mies. Also war ich shoppen.

@Sprechende Fassaden: Das hatte ich, wie gesagt, eh auf meiner Buch-Wunschliste.

@Zeruya Shalev: Ich habe alle Romane von ihr, außer diesem, Nicht ich– ihr Debüt, das jetzt erst auf Deutsch übersetzt wurde, bin sehr gespannt. Wird es, wie ihre anderen Bücher, ein sehr gut geschriebener, aber auch ein umbarmherzig-ehrlicher Befund des Lebens und menschlicher Liebesbeziehungen sein?

@Cosmopolition: Zum Spaß, und außerdem wegen der Kolumne von Mirna Funk, der einzigen Person, von der ich ein Instagram Abo habe, das einerseits eine Art Sextagebuch ist (ja wirklich harhar), andererseits die Perspektive einer Jüdin mit kleiner Tochter, jetzt gerade aus Tel Aviv widerspiegelt. Sie gibt übrigens auch Writing a Book Seminare, und da spiele ich immer wieder mit dem Gedanken, eines zu besuchen. Unbezahlte Werbung, harhar.

Letzte Schulwoche

Das ist heuer meine letzte regulär letzte Schulwoche als quasi sekundär Betroffene. Was für ein Satz. Und vielleicht wäre ich auch so grundlos semi-sentimental-weinerlich wie jedes Jahr, wenn ich gerade Zeit dafür hätte.

Mit dem Kind überlege ich zwischendurch immer wieder herum, ob sich heuer ein guter Erfolg im Zeugnis ausgehen wird oder nicht. Wir rechnen mit verschiedenen Notenkombinationen, denn nicht alle Professoren haben bekannt gegeben, welche Noten sie letztendlich vergeben und auf gewisse Überraschungen muss man sich ja auch immer einstellen. Fazit: Es wird knapp.

Ich so zum Kind: Definiere Luxusproblem!

Das Kind so: Ich verstehe jetzt, wieso du in der 7. Klasse sitzengeblieben bist.

Keine Ahnung, wie er von seinem Zeugnis auf diese Schlussfolgerung kommt aber danke, harhar.

Thom Yorke

Man kann zum Nahost-Konflikt ja geteilter Ansicht sein und ist das in der Regel auch.

Manchmal wünscht man sich da zuweilen aber etwas mehr Beschäftigung mit diesem sehr komplexen Thema, wenn man sich schon öffentlichkeitswirksam zu Wort meldet.

Eine Wohltat war da kürzlich das Statement des Radiohead Sängers Thom Yorke. Denn dieser Mensch ist einer der, zumindest gefühlt, ganz wenigen Künstler, die den Mund öffnen, und dabei wirklich fähig sind, differenziert zu formulieren und auch sagen, wie schwierig eine Stellungnahme an sich immer auch ist. Er kritisiert Netanyahus Politik und aber auch die Hamas gleichzeitig. Man hält es nicht für möglich, es geht wirklich beides, man muss sich gar nicht zwangsläufig auf eine Seite stellen.

Yorke sagt, er hätte jetzt ein Statement abgeben müssen, weil er für sein Schweigen kritisiert und alles mögliche hineininterpretiert wurde: “That silence [was] my attempt to show respect for all those who are suffering and those who have died, and to not trivialise it in a few words (…)”

Genau, “not to trivialise it” – ein ganz guter Ratschlag für so viele Dinge im Leben.