in meiner monatlichen kolumne für uncut beschäftige ich mich diesmal mit gaststars in serien

unvergessen: brad pitt in friends.
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in meiner monatlichen kolumne für uncut beschäftige ich mich diesmal mit gaststars in serien

unvergessen: brad pitt in friends.
gestern waren wir im musical cats, das derzeit in neu marx in wien gastiert und eine lange geschichte in dieser stadt hat. schließlich fand hier im september 1983 die deutschsprachige erstaufführung statt. das musical lief hier sieben jahre.
das war auch der startschuß der goldenen wiener-musicaljahre, peter weck brachte u.a. phantom der oper, les miserables und a chorus line in die stadt, am ende seiner disbezüglichen karriere stand die welturaufführung von elisabeth. danach wurde es um den musicalstandort wien wieder ruhiger. wecks nachfolger konnten an die großen erfolge nicht anschließen.

derzeit gastiert das musical wie erwähnt in einem theaterzelt im 3. bezirk und wir haben nach reiflicher überlegung eine nachmittagsvorstellung gewählt und adrian mitgenommen.

wie sich herausstellte, war das die richtige entscheidung. das musical dauert zwar insgesamt drei stunden (mit pause), allerdings ist es gut auch für kleinere kinder geeignet, denn die geschichte ist einfach und revueartig gestaltet, es gibt sehr viel lichtshow, es wird ordentlich getanzt (sowas liebe ich persönlich ja beim musical, nur kommt es selten vor) und natürlich gibt es jedenmenge ohrwürmer zu hören.auf der bühne ist immer was los, die kinder können der handlung folgen.

am besten hat adrian übrigens mr. mistoffeles gefallen, der magische kater, der auch gezaubert hat.
george clooney hat in dem film the descendants eine schwierige, sogar eine sehr schwierige aufgabe zu bewältigen – er muss das publikum davon überzeugen, dass seine im koma liegende frau gute gründe hatte, ihn zu betrügen und keiner im saal sollte nacher sagen, das sei unrealistisch, wer würde schon george clooney betrügen. kurzum: er muss in diesem fall alles mögliche sein – nur nicht george clooney. die übung gelingt.

clooney ist als matt king ein ganz normaler mann um die fünfzig. er sieht durchschnittlich aus (oh ja, das tut er hier), ist ein workoholic und kümmert sich zuwenig um seine familie. obwohl er im urlaubsparadies hawai lebt und zudem noch erbe eines unberührten stücks natur ist, verschiebt er sein leben auf später und später, es ist soviel zu tun, bis das leben ihn vor vollendete tatsachen stellt. nun muss matt – ein backup-parent, wie er sich selbst nennt – plötzlich für seine töchter da sein und sich eine menge unbequemer fragen stellen.
am besten ist clooney, wenn er nachdenkt, dieses zucken um die augen, die ratlosigkeit im blick, die gesten, die falten… ein clooney-genuß der anderen art. unterstützt wird er von einem fabelhaften ensemble, allen voran newcomerin shailene woodley, die seine ältere tochter spielt, aber jeder einzelne bringt hier eine überzeugende leistung.
alexander payne ist als regisseur und drehbuchautor von u.a. sideways und about schmidt bekannt. ein mann, der sich den themen des lebens annimmt, und dabei einen klaren, unsentimentalen blickwinkel einnimmt. er erzählt gerne von einsamkeit und den schwierigkeiten der liebe, vom herbeifantasieren und scheitern eines lebensentwurfs. dabei kippt die stimmung aber nie in illusionslosigkeit und nihilismus, vielmehr transportiert payne eine humanistische botschaft: wir sind alle fehlbar, verletzlich und verwundet, doch jeder tag bietet eine neue chance, unser tatsächliches potential auszuschöpfen.
paynes filme sind nicht so flapsig, beiläufig, wie sie oberflächlich betrachtet scheinen mögen (und wie die trailer fälschlicherweise vermitteln), sie sind aber auch völlig frei von pathos und larmoyanz. er setzt seine schauspieler so ein, das jede kleinste rolle gewicht hat, dass handlungen nachvollziehbar werden, ohne vorzuspiegeln, dass es für jedes problem eine lösung gibt. und auch, ohne selbst stellung zu beziehen.
the descendants ist ein wirklich starker und wichtiger film.
heute einer meiner lieblingssongs, dem gegenüber eine meiner lieblingscoverversionen, gesungen von einem meiner lieblingsschauspieler in einem meiner lieblingsfilme – noch fragen?:
auf der einen seite der roxy music-hit von 1982, einer der songs, der die frage beantwortet, was an liedern der achtziger eigentlich so toll ist. ich habe ihn damals als ähm sechsjährige gefühlt dreimal täglich aus dem radio meiner mutter kommen gehört. auf der anderen seite bill murrays version aus lost in translation.
ok, gesanglich liegt bryan ferry natürlich vorne, aber hier gehts weniger um sangeskunst, denn um die stimmung. die situation im film, in der murray diesen song singt – übrigens in einer karaokebar in tokio – ist unheimlich sinnlich und intim – die beziehung zwischen murray und johansson aufregend undefiniert, irgendwie zwischen engen platonischen freundschaftsgefühlen und dem bisschen mehr, was darüber hinausgeht und sehr gefährlich ist, wenn beide gebunden sind und ein halbes leben sie trennt. dieses tänzeln auf dem schmalen grad macht übrigens den ganzen film aus.
thumbs up (natürlich)!
vor nicht allzu langer zeit war der schriftsteller daniel glattauer mit seinem bruder niki glattauer in willkommen österreich zu gast. niki glattauer ist u.a. ebenfalls schriftsteller, allerdings im sachbuchbereich tätig. auf die frage, ob er die belletristischen besteller seines bruder alle gelesen hat, meinte niki: “ja, das erste – nordwand oder wie das geheißen hat, das zweite ist eh genauso”. harhar.
niki glattauer spielte auf erfolgsbücher gut gegen nordwind und alle sieben wellen an. beides quasi email-liebes-romane, wo sich die hauptfiguren durch die verwechslung einer emailadresse kennenlernen und dann tage-, wochen-, monatelang auf elektronischem weg miteinander kommunizieren. das liest sich sehr gut und leicht und dennoch auch mit niveau, insofern ist der erfolg nicht überraschend. daniel glattauers neuestes buch heißt ewig dein und nähert sich dem thema liebe von der anderen – quasi obsessiven, ungesunden seite.
erzählt wird von zwei menschen, judith und hannes, die hoffnungsvoll in eine beziehung starten, doch alles ist irgendwie zu perfekt, zu choreographiert und letztlich auch zu eng. obwohl judiths freunde und sogar judiths mutter sich vor begeisterung überschlagen, stellt judith die partnerschaft rasch in frage – zurecht, zu unrecht? sucht sie das haar in der suppe und ist zu wählerisch? oder stimmt hier tatsächlich etwas nicht…?
ewig dein hat nichts zu tun mit glattauers vorgängerwerken, hier ist nichts lieblich, romantisch und verspielt. im gegenteil: manches ist todernst und sehr hart geschildert. mutig von glattauer, denn eigentlich hätte er die ungefährliche schiene sicherlich sehr erfolgreich weiterfahren können und noch einige launige beziehungsgeschichten zu papier bringen können. schön, dass er die herausforderung gesucht hat, denn ewig dein ist spannend von der ersten bis zur letzten seite und in seinem ende nicht vorhersehbar.
zur kleinen auflockerung hat glattauer außerdem en passant eine sehr orginelle und witzige nebenfigur erschaffen, bianca – die angestellte von judith – spätpubertär und herrlich naiv-offen, bh trägt sie nur nach ausdrücklicher aufforderung – dabei aber mit ihrer patenten art eine große stütze für die protagonistin. ganz unverblümt teilt diese ihrer chefin mit, wenn diese mal wieder “ure” schlecht aussieht und sie die ereignisse “volle arg” findet.
man darf gespannt sein, welche art von roman glattauer als nächstes vorlegt
zunächst mal das wichtigste: stermann und grissemann werden heuer – nach 10 jahren quasi kreativer pause – erstmals wieder den songcontest kommentieren. hurra, ich freu mich so.
ich habe zwar verstanden, dass sie es irgendwann leid waren, wir erinnern uns zurück, im jahr 2002 wollten die beiden eigentlich mit dem song das schönste ding der welt österreich beim song contest vertreten – den sie auch gleichzeitig kommentieren wollten (also vor und nach ihrem auftritt, wie sie es auch bei der entscheidungsshow getan hatten). das war der song:
leider wurden sie zweiter, manuel ortega siegte mit say a word, das dann im bewerb den 18. platz belegte. also so gesehen wäre es egal gewesen… damit endete eine ära, doch nun ist wohl genug zeit vergangen und genug distanz zum bewerb geschaffen worden, dass sie wieder in den ring steigen wollen. und ja, hurra, das wurde nicht nur auf twitter freudig erregt zur kenntnis genommen.
ob es wohl auch am heurigen ösi-beitrag woki mit dem popo liegt, der in österreich einen veritablen skandal auslöste?
hier wars ein paar tage ruhig, da ich/wir a) einen bösen kindergartenvirus aufgeschnappt habe (extrem fieser husten und augenentzündung) und b) mich/uns die letzten tage im garten erholt habe.
so geniales wetter! gestern haben wir erstmals draußen geschlafen – so früh im jahr haben wir das noch nie geschafft.

ich freu mich auf den sommer.
weiter gehts mit kochen, im april bin ich nicht soviel dazu gekommen (entweder am wochenende gekränkelt oder auswärts gegessen), aber an neuen speisen gabs:
lauchnudeln
backhenderl
champignoncremesuppe
knoblauchcremesuppe mit croutons
die lauchnudeln sind die perfekte speise, wenn mans eilig hat, easy, schnell fertig, dabei aber sehr lecker.
das hendel schmeckte sehr gut, an der schönheit der panier könnte man noch arbeiten, irgendwie sah das insgesamt etwas zerupft und nicht knusprig genug aus.
die champigoncremesuppe war eine ziemliche patzerei. der ältere mann im haushalt war davon begeistert, dem jüngeren hat es gar nicht geschmeckt. ich fands auch gut, aber für das bisschen suppe eben relativ aufwendig.
die knoblauchcremesuppe war zwar kein verhau, schmeckte aber nicht wirklich so, wie ich mir das vorgestellt hatte – da muss ich noch ursachenforschung betreiben. die croutons sind aber gut gelungen, sogar so gut, dass meine mutter mich tatsächlich gefragt hat, wie ich die gemacht habe (geheimtipp: nach dem im knoblauch wälzen und anbraten noch 15 minuten ins backrohr).
für mai plane ich knödel, champigoncremesauche, eventuell faschierten braten. wobei, wenn ich mir den wetterbericht ansehe: zuerst wird mal gegrillt.
der deutsche autor ralf bönt ist in letzter zeit in aller munde, sein manifest das entehrte geschlecht in allen medien.ich überlege mir, diesen text für den kindle zu bestellen, allerdings weiß ich nicht, ob mein blutdruck das mitmacht. andererseits habe ich traditionell eh einen zu niedrigen blutdruck.
ralf bönt war kürzlich im club 2 zu gast und erläuterte, dass er früher mit seiner vaterrolle nicht glücklich war. er arbeitete viel und fühlte sich ausgeschlossen, wenn er doch einmal zuhause war. eines tages war er heimgekommen und sein sohn zeigte mit dem finger auf ihn und sagte: “weg”. das stürzte ihn für einige tage in große selbstzweifel. meiner ansicht nach war er offenbar wirklich zu wenig zu hause – allerdings nicht wegen der aussage des sohns an sich, sondern weil er offenbar nicht wusste, das solche statements für kleinkinder völlig normal sind. wie oft wurde ich schon weggeschickt, wenn mein kind und mein mann sich einen abend zu zweit machen wollten. ich glaube, wir sind uns alle einig, dass es übertrieben wäre, wenn ich nun von starren und undurchdringlichen männerbunden anfangen würde, wo ich als frau offen ausgeschlossen werde….
habe dann gestern eine leseprobe von das entehrte geschlecht bestellt und musste mich kurz darauf wieder wundern, als bönt behauptete, mütter würde töchter bevorzugen, lehrerinnen mädchen. ich glaube, dass das weltbild von herrn bönt ein bisschen sehr eindimensional ist. mal sehen, ob ich mir das auf volle länge antue…
ich bin eigentlich kein großer fan von krimis. aber so ein richtiger krimi ist der kameramörder von thomas glavinic auch nicht.
vielmehr ist es ein stimmungsbild einer region, in der zwei kindermorde passieren. bei der region handelt es sich um die westliche steiermark, und berichtet werden die geschehnisse von einem ich-erzähler, der gerade gemeinsam mit seiner lebensgefährtin am osterwochenende ein befreundetes paar in der gegend besucht. der mörder hat seine grausamen taten auf video aufgezeichnet, er hat zwei buben in den suizid getrieben. das video wird einem tv-sender zugespielt, der das filmmaterial veröffentlichen will…
der ich-erzähler schreibt in einer einfach, sehr nüchternen sprache über die ereignisse. darüber, wie die beiden paare eigentlich ein gemütliches wochenende verbringen wollen, dann aber doch immer wieder den fernseher einschalten, die zeitungen lesen, und kaum fünf minuten vergehen lassen, ohne das thema anzuschneiden. es ist als sittenbild der voyeuristischen gesellschaft ebenso zu lesen, wie auch als scharfe medienkritik. gerade wenn aktuell darüber diskutiert wird, wieviel medial über den breivik-fall in norwegen berichtet werden soll oder darf, um nicht emotionen in die eine oder andere richtung zu schüren, erscheint der kameramörder seiner zeit voraus.
der roman ist also auf vielfältige art und weise interessant zu lesen, vor allem ist er aber eines: unglaublich spannend. gerade im letzten drittel überschlägt man sich fast beim lesen, weil man es kaum noch aushält, weil man endlich erfahren will, wer der mörder ist und wie die geschichte aufgelöst wird – und man wird nicht enttäuscht, im gegenteil. auch noch zwei tage nach beendigung der lektüre, bin ich gefesselt.
ich lese thomas glavinic sehr gerne. manche seiner werke gefallen mir besser (das bin doch ich), andere weniger (wie man leben soll) – aber der mann kann definitiv schreiben und eine leser in den mikrokosmos seiner werke ziehen. der kamermörder ist bis dato mein lieblingswerk von ihm.
für den kindle derzeit für nicht ganz sieben euro zu erstehen.