almis personal blog

vertigo

vertigo – einer der hitchcocks klassiker, aus dem jahr 1958 – ist ein psychothriller mit sehr moderner optik, einem irritierenden plot-aufbau und einem ungleichen leinwandpaar, james stewart (damals 50) und kim novak (damals 25).

wenn man langsam den eindruck gewinnt, als wäre jimmi stewart für hitch sowas wie leonardo di caprio für scorsese heute, dann entspricht das durchaus den tatsachen. nur, dass nach vertigo damit schluss war, weil hitchcock stewarts alter die schuld daran gab, warum der film damals kein erfolg war. stewart sieht man sein alter überdeutlich an, man gibt ihm sogar noch einige jahre dazu. stewart ist da so alt wie george clonney jetzt, unfassbar. cary grant ist der clooney seiner zeit, der es sogar schafft, in north by northwest einen sohn zu spielen, der de facto nur sieben jahre jünger war als seine filmmutter. aber genug offtopic.

kim novak fand hitchcock übrigens ebenfalls fehlbesetzt. wen man langsam den eindruck gewinnt, als wäre alfred hitchcock nicht gerade der umgänglichste zeitgenosse gewesen, dann entspricht das durchaus den tatsachen.

minmale spoiler möglich

die ausgangssituation: detektiv john ferguson (stewart) hat nach einem beinahe tödlichen unfall höhenangst (>vertigo) und quittiert seinen dienst. daraufhin wird er von einem ehemaligen schulkollegen dazu angeheuert, dessen frau (kim novak) zu beschatten, da der diese für geisteskrank hält und fürchtet, sie könnte den freitod wählen. was für ferguson zuerst einen eher lästiger freundschaftsdienst bedeutet, beginnt schnell, ihn ganz in den bann zu ziehen…

der charakter fergusons wird in der rezeption oft als alter ego hitchcocks gelesen; als figur, in der sich der regisseur offenbart, seine wahren schwächen zeigt, sein frauenbild kritisch hinterfrägt und sich seinen obsessionen stellt. wenn man hitchcocks bio kennt und sich mit seinem verhältnis zu frauen beschäftigt, ist das durchaus vorstellbar. auf der anderen seite fragt man sich in vertigo: was sind die motive der frau, so zu agieren, wie sie das tut? was hat sie dazu gebracht, die zu werden, die sie ist? oder zu sein scheint? diese fragen stehen im film mehr im vordergrund, als action oder suspense.

san francisco als schauplatz der handlung erscheint etwas anders als gewohnt; die stadt erinnert sich an seine wurzeln, schlüsselszenen spielen an orten mit spanischer tradition und der coit tower (been there, and it was’nt that bad) wird als hässlich bezeichnet.

insgesamt ein mysteriöser film, der konsequent gegen die sehererwartungen arbeitet.

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