Heute war ich in der Mittagspause wieder im Vapiano (unbezahlte Werbung) und habe mir eine Tagespasta bestellt. Marry me Chicken.
KI sagt, dass es deshalb so heißt, weil der anwesende Kameramann zur Food Redakteurin, die das Gericht 2016 kreiert hat, gesagt haben soll, dass er sie dafür heiraten würde. Wenn das nicht wahr ist, dann ist immerhin gut erfunden. Es handelt sich übrigens um eine Pasta, die von der toskanischen Küche inspiriert ist – mit Obers, getrockneten Tomaten und frischem Babyspinat und es ist wirklich sehr schmackhaft.
Danach war ich noch einen Sprung in der Buchhandlung, um den Roman zu suchen, von dem derzeit jeder spricht, Fremde von Belle Burden, im Original: Strangers. A Memoir of Marriage.
Burden ist eigentlich Anwältin, erzählt in Fremde aber über ihre Scheidung nach 20 Jahren Ehe im Jahr 2020. Und wie ihr Mann ihr eben wieder fremd wurde. Sowas interessiert mich immer sehr, ich hoffe aber, Covid kommt nur am Rande vor (wie in meinem Text btw.)
Das Buch wird anscheinend in den USA heiß diskutiert, auch unter dem Gesichtspunkt, dass Burden keine fiktionalisierte Version ihres Lebens beschreibt, sondern eben “A Memoir”, was ja immer den Anspruch von “Wahrheit” hat. Also ihr Mann ist ihr Mann und was sie ihm anscheinend vorwirft, wirft sie keinem verklausuliert umschriebenen Chrakter vor, wo man nicht weiß, was ist jetzt real und was erdacht, sondern einer existierenden Person. Und das ist natürlich immer ein bisschen schwierig. Weil wir alle die Dinge selbstverständlich aus unserem Blickwinkel sehen und weil wir dazu neigen, ungerecht zu werden, gegen Menschen, die uns verletzt haben, die uns betrogen und verlassen haben. Wobei ich jetzt natürlich noch nicht weiß, wie Burden das umgesetzt hat. Eine Gegen-Memoir von ihrem Mann wäre sicher interessant.
Das hat mich auch daran erinnert, welche Schwierigkeiten der norwegische Autor Karl Ove Knausgard bekommen hat, als er sehr unverblümt über seine Ehefrau und Familie geschrieben hat – darüber hat er dann auch wieder geschrieben. Und ich mag Knausgard sehr, denke mir dann immer ja Freiheit der Kunst und die meisten Autoren verarbeiten wohl etwas aus ihrem Leben in ihren Werken, aber warum bettet man es nicht in fiktionales ein? Hat das Explizite hier vielleicht nicht doch eine gewisse Funktion für den Autor? Und wenn ja welche genau? Spannende Fragen.
Ach ja, dieses süße Häferl hab ich auch gesehen, sieht aus wie mein Snoopy auf dem Browser, der immer an seiner Schreibmaschine sitzt.
Und am Wochenende lese ich dann Fremde.


