Und schwupps, schon zwei Filme auf der Viennale hinter mir.
Gestern war ich bei der Premiere von Everytime. Ich kam gleichzeitig mit Birgit Minichmeier an, die eine der Hauptrollen spielt. Everytime ist Deutschlands Einreichung für den Oscar in der Kategorie Best International Feature Film.
Dieser Film war ja eine Impulsentscheidung, und ich hab es nicht bereut. Er ist wahnsinnig gut. Nach In die Sonne schauen der Berliner Regisseurin Mascha Schilinski, der mich letztes Jahr begeistert hat, weil er so außergewöhnlich auch surreal und visuell so umwerfend war, hier der nächste Film einer Semi-Berlinerin, Sandra Wollner, die in der Steiermark aufgewachsen ist; und auch dieser Film hat sehr starke, auch ungewöhnliche Bilder und macht in vielen Situationen genau das, was man nicht erwartet. Außerdem hat er mich sehr an den wunderbaren Film Aftersun erinnert. Später bin ich draufgekommen, dass in beiden Filmen der gleiche Kameramann am Werk war.
Nach der Vorstellung gab es ein Q &A, bei dem die Regisseurin die, finde ich, total auf der Hand liegende Frage beantworten sollte: Wie ist das Ende gemeint? Harhar. Ist mir schon lange nicht passiert, dass ich das Ende so wenig rational “verstanden” – aber sehr gefühlt – habe. Wollner daraufhin: “Das Ende ist genauso zu verstehen, wie man es gesehen hat.” Okay.
Ich weiß noch nicht, ob ich die Hauptkritik für Uncut hierzu schreiben werden, aber hier am Blog jedenfalls bald mehr.
Heute dann Gartenbau bei Tag:
Auch schön, für den Film gilt das leider nicht so ganz.
Ich habe Behemoth! angeschaut. Hauptrolle Pedro Pascal, über den Pia Reiser vom fm4 Filmpodcast ja meinte: “Er hat bisher noch keinen wirklich ganz guten Film gemacht.” Das ändert sich meines Erachtens auch nicht mit dem neuen Werk des Regisseurs Tony Gilroy. Und ich fürchte ich halte Pedro Pascal auch für keinen extrem begnadeten Charakterdarsteller, es tut mir wirklich leid. Er wirds verschmerzen, harhar.
Für den Film werde ich auf jedenfall eine Uncut Kritik verfassen. Hier nur einmal soviel: Ich mag komplizierte Filme, die nicht linear erzählt sind, Zeitsprünge haben, wo viel ausgelassen wird. Aber: Nimm eine Handlung, die sich dafür eignet. Tony Gilroy hat hier selbst das Drehbuch verfasst und die Geschichte ist so simpel, dass er sich anscheinend dachte, ich muss das jetzt möglichst umständlich schildern, um zu verschleiern, dass ich eigentlich recht wenig zu sagen habe. Oder anders: Wenn in Filmminute 70 (ich habe extra auf die Uhr geschaut) gleich fünf Menschen vorkommen, die man zuvor noch nie gesehen hat und danach auch nicht mehr sehen wird, nur um etwas zu zeigen, was man genausogut an anderer Stelle hätte einbauen können, dann stimmt was mit der Erzählökonomie nicht.
Ich war jedenfalls höchst irritiert von diesem Film.


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