Gestern ging das Viennale Programm online.
Es ist immer eine Herausforderung, die Filmbeschreibungen zu lesen, denn sie sind teilweise so artsy und umständlich formuliert, dass man nach dem Lesen auch nicht unbedingt mehr darüber weiß, worum es in dem jeweiligen Film eigentlich geht. Als ich mich so durchgescrollt und Filme markiert habe – es gibt da eine super Funktion “Wishlist”, wo man die Filme dann gesammelt als Übersicht hat – habe ich mir gedacht, irgendwie heuer eh nicht so viel, das ich interessant finde. Am Ende schaue ich dann in die Wishlist: 30 Einträge harhar. Wobei ich bei manchen Filmen auch mehrere Zeiten gespeichert habe. Weil man muss sich dann ja einen Terminplan erstellen.
Wenn ich jetzt meine Favoriten nennen sollte, also worauf ich am meisten neugierig bin, dann sicher auf The Debut von Jesse Eisenberg. Obwohl ich ja von seinem letzten Film A Real Pain quasi als Einzige nicht soo sonderlich begeistert war. Aber ich sehe sein Potential und in The Debut geht es um eine ganz normale, nicht mehr ganz junge Frau, die sich als Schauspielerin versucht und die Schwierigkeiten dabei, besetzt mit Juliane Moore (und Paul Giamatti) und das klingt schon ziemlich gut. Unbedingt sehen will ich auch den neuen Film von Ira Sachs, er heißt The Man I Love. Sachs’ letzten beiden Filme Passages und Peter Hujars Day fand ich super, zweiterer ziemlich Indie (=langsam erzählt, unspektakulär). Ich mag seinen Blick auf die Welt, seine visuelle Vision und nicht zuletzt die Themen, die Sinnlichkeit, oft geht es um “queere” Themen, aber nicht auf diese angestrengte woke Weise. Hier geht es um eine Aids-Erkrankung in den 1980er Jahren, weshalb ich mich auch ein bisschen fürchte, aber ich vertraue darauf, dass das kein Miseryporn wird.
Von Behemoth! – man soll sich ja vor Rufzeichen im Titel eher hüten – habe ich in der letzten Zeit viel gelesen; den Titel muss man erstmal googeln, also was das überhaupt bedeuten soll, aber auch das finde ich interessant. Es handelt sich offenbar um eine Art Musical und Pedro Pascal spielt die Hauptrolle. Pascal der, ich zitiere Pia Reiser vom fm4 Filmpodcast, “Vom Internet geliebt wird. Bisher aber tatsächlich noch keinen wirklich ganz guten Film gemacht hat.” Harhar. Er fällt auch immer eher durch politische Äußerungen auf als durch seine berufliche Tätigkeit, was ich ja – wie allgemein bekannt – extrem schätze. Not. In Behemoth! ist auch Eva Victor zu sehen, deren Regiedebut Sorry, Baby ich ganz fürchterlich fand, auch und speziell sie in der Hauptrolle. Aber alleine deswegen interessiert mich dieser Film schon. Es kann nur besser werden.
Auch viel zuviel außerberufliches hört man in der letzten Zeit von Javier Bardem, den ich als Schauspieler sehr mag oder zumindest bis jetzt mochte. In Bunker spielt er mit seiner Ehefrau Penelope Cruz. Als Architekt soll er einen Bunker für einen Tech-Milliardär bauen und auch über Tech-Milliardäre haben wir in letzter Zeit oft erzählt bekommen und es ist fast immer ziemlich öd und/oder ziemlich deppert harhar. Mal sehen. Optional habe ich zum Beispiel noch Echo Chamber gelistet, klingt vielleicht ein bisschen prätentiös. Und auch Succedera questa notte von Nanni Moretti – der wird auf der Viennale Homepage so beschrieben: “Vernünftig handeln die Figuren in Morettis Filmen selten.” Das kann gut sein, oder auch extrem mühsam. Dann gäbe es noch Heimsuchung mit Lars Eidinger oder Fjord, mit der tollen Renate Reinsve, aber ich glaube, den bekomme ich zeitlich nicht unter.
Und ab und zu kommt ja dann noch irgendeine überraschende Entscheidung meinerseits, ein Impulskauf quasi, zustande. Lasst euch überraschen.
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