Am Mittwochabend ist der Fall des Kabarettisten P. öffentlich geworden und seitdem gibt es kaum noch ein anderes Thema.
Florian Klenk, Chefredakteur des Falter, hat seine Ansichten dazu geteilt, wie man solche und ähnliche Fälle in Zukunft vermeiden kann. Er spricht sehr viel von Prävention und bringt das Beispiel eines Mannes namens Lukas, der im Zuge des Falles T. vor einigen Jahren Hilfe in Form von Therapie, Hilfe auch bei seinen Freunden gesucht, der aktiv daran gearbeitet hat, seine Trigger zu umgehen. Und wie dieser Lukas deshalb nicht zum Täter geworden ist. Das ist absolut anzuerkennen und Prävention ist sicher sehr wichtig, wer würde das auch bestreiten. Aber für Prävention braucht es halt auch Voraussetzungen, vor allem Selbstreflexion und Unrechtsbewusstsein.
P. hat monatelang sein Programm vorbereitet, das am Mittwoch Premiere gehabt hätte. Er hat sein Leben in den letzten Wochen so weitergelebt, als wäre gar nichts passiert. Er hat noch vor ein paar Tagen ein Interview im Falter anlässlich dieser Premiere gegeben, in dem er uns ein bisschen gönnerhaft die Welt erklärt und sogar über “gut” und “böse” reflektiert, ich habe das Interview damals gelesen. Ja, P. hat sich selbst angezeigt, allerdings nicht aus dem Gefühl heraus, etwas falsch gemacht zu haben, sondern weil er erpresst wurde. P. hat ein Video auf Facebook gestellt, nachdem sein Name der Öffentlichkeit genannt wurde, weil er jetzt angeklagt wird. Und in dem Video erklärt er unter anderem, was wir tun sollen, wenn wir solche Neigungen in uns spüren.
Nur weil man in der Öffentlichkeit steht, mehr oder weniger berühmt ist, und eine Plattform bekommt, das alles macht die eigene Person nicht zu einer moralischen Instanz, das wird einem dieser Tage wieder bewusst. Und auch wenn mir natürlich klar ist, dass P. ein spezieller Fall ist, finde ich doch, dass niemand die Deutungshoheit hat oder sie für sich reklamieren sollte. Macht euer Ding, eure Programme, drückt euch über die Kunst aus, gebt uns was zum Nachdenken, inspiriert uns, fordert uns heraus, seid provokant und eckt ruhig an. Sagt uns was ihr denkt, aber sagt uns nicht, was wir denken sollen, das wär super, danke.
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