Mein Fazit nach Girls – ja dann ist Schluss, ich weiß ich bin gerade etwas obsessed – und der Lektüre von Famesick: Ich hätte gern eine neue Lena Dunham Serie.
Aber keine wie Too Much, die Miniserie vom vorigen Jahr. Ich habe da länger gegrübelt, warum mich die so gar nicht erreicht hat. Ich glaube, es lag einerseits an der Hauptdarstellerin Megan Stalter, die ich überhaupt nicht mochte. Dunham selbst war so liebenswert, zwar auch total schräg, hatte aber so etwas nahbar-sympathisches. Too Much fehlte auch die gewisse Ambivalenz, die Girls hatte, auch eine Vielschichtigkeit. Natürlich ist Hannah Horvath Demokratin, aber es gibt zum Beispiel eine Szene, in der sie mit Jessa über Politik spricht, da sie gerade einen Republikaner datet, und Jessa sagt: „What’s wrong with a Republican? It’s just the same as a Democrat. They’re all dirtbags. It was Bill Clinton who repealed the Glass-Steagall Act” Ich glaube, Lena Dunham hat mit den Clintons noch ein Hühnchen zu rupfen, harhar.
Das Problem ist vielleicht auch, dass Dunham mit fast 40 Jahren keine Serien über Ende 20-Jährige machen “sollte”. Ich bin der Überzeugung, dass wenn man aus einer Altersgruppe draußen ist, darüber nicht mehr wirklich authentisch schreiben kann, besonders wenn die Zielgruppe genau diese Altersgruppe sein soll. Mir wäre lieber, sie macht eine Serie über 40 Jährige, die zum Beispiel, wie sie selbst, kein Kind bekommen können – ein großes Thema in Famesick – oder etwas über die Herausforderungen mit ihrer Krankheit. Etwas, was mehr sie jetzt ist und nicht sie vor zehn Jahren.
Zum Schluss noch mal ein Spoiler, für die, meines Erachtens, eigenartigste Szene der ganzen Serie, aus Staffel 5. Hannah entdeckt auf dem Handy ihres damaligen Freundes Fran Nacktfotos von dessen Ex-Freundinnen. Zur Rede gestellt, gibt Fran an, er hat die Fotos “nur”, um sich dabei ähm, selbst zu befriedigen. Also das ist ja doch irgendwie schon eine ziemliche Red Flag, harhar. Man hat die Szene noch gar nicht richtig verdaut, wird sie von der nächsten noch getoppt, in der Hannah sich nackt von Ray (nicht etwa von einer der Freundinnen) fotografieren lässt, weil er halt einfach die besten Fotos macht, um Fran quasi selbst eine “Vorlage” zu liefern. Da sitzt man schon vorm TV und denkt sich: Was bin ich sehend? Aber ich mag sowas ja. Harhar.
Entlassen möchte ich euch jetzt mit der Frage, die Ray gerne jedem stellt, den er neu kennenlernt: Möchtest du lieber in einem hässlichen Haus mit Blick auf ein schönes Haus leben oder in einem schönen Haus mit Blick auf ein hässliches?
Spannende Frage, oder?