almis personal blog

Matura, eins

Der erste Maturatag ist geschafft.

Das Kind bekam gute Wünsche von meinen Freundinnen, eine andere Mama hier im Haus, deren Tochter heute ebenfalls gestartet ist, hat in aller Frühe geschrieben, ich dann natürlich auch, mir wurden Facebook Postings von Promi “Betroffenen” weitergeleitet, danke, das hat mich alles sehr gefreut.

Das Kind war null nervös, ich ja schon irgendwie. Wobei bei ihm eh in allen Fächern die 30 Prozent Regel greift, wo auf wundersame Weise die Halbjahresnote miteingerechnet wird und wenn die mindestens ein Befriedigend ist, dann muss man nur noch 30 Prozent positiv haben oder was weiß denn ich, das ist wie meine SVS Versicherungszahlungen, wie die auf diese Summen kommen, weiß ich auch nie, harhar.

Jedenfalls die Leute, denen ich schrieb, dass nur ich aufgeregt bin, antworten mir: Na das war ja klar. Ich mein, ich bin echt keine Glucke, mir ist vieles wirklich komplett wurscht, Noten sowieso, aber manchmal habe ich trotzdem so Anwandlungen, frei nach Walt Whitman: “I contradict myself, I contain multitudes.” Musste wieder einmal an jemand denken, der immer sagte, Gelassenheit ist am wichtigsten und das ist tatsächlich so, habe mich eh schon wieder erfangen.

Das Kind hat das Textpaket Erörterung und Leserbrief gewählt. Und ich, die so pro Interpretation ist und, die ich vollmundig behauptet habe, ich würde immer das nehmen, weil ich liebe das, tja, ich muss ehrlich sagen, die zwei Gedichte, die da zur Auswahl standen, puh. Hut ab, wer sich da drüber getraut hat.

Der Leserbrief war übrigens zum Thema “Sensitivity Reading”, und ich zum Kind: Nie gehört, was soll das sein? Turns out, es ist so eine Art Lektorat, das Bücher auf Stellen scannt, die irgendwen “aufregen” können. Ich: Das ist ja komplett dystopisch, das könnte direkt aus Fahrenheit 451 sein. Harhar. Die Brandrede dagegen hätte ich ja schon gerne geschrieben.

Jedenfalls dürfte es ganz gut gelaufen sein.