almis personal blog

Famesick, zwei

Übrigens: So beantwortet man depperte Fragen bei einer Pressekonferenz:

Wenn das Bild von Adam Driver, das Lena Dunham von ihm, ihrer großen Liebe in ihrer Serie Girls gezeichnet hat – und es ist ja nur ein Bild von außen, das man sich über jemanden machen kann – auch nur zu einem geringen Prozentsatz akkurat ist, wird Driver ganz sicher niemals ein Buch über sich selbst schreiben, harhar.

Obwohl ich nicht die PR Beauftragte von Lena Dunham bin, finde ich es sagenhaft, was hier wieder für ein Pseudo-Skandal konstruiert wird. Ich empfinde das, was Dunham in Famesick über Driver schreibt, überhaupt nicht als Abrechnung. Vielmehr macht sie deutlich, wie sehr sie selbst daran gescheitert ist, ihn zu verstehen. Der Mensch Adam Driver nämlich, zu dem Dunham große Zuneigung verspürte und dessen schauspielerisches Talent sie immer wieder herausstreicht, ist ihr bis zuletzt trotzdem auch fremd geblieben.

In Famesick beschreibt sie sein Casting und seine Art zu arbeiten – durchaus rau, dominant, ein bisschen an der Grenze zur Aggression, einmal schreit er sie an, als sie ihren Text vergessen hat und wirft dabei einen Sessel gegen die Wand. Aber gleichzeitig betont sie immer, dass künstlerisches Arbeiten eben auch manchmal eine Grenzüberschreitung sein muss, sie hatte Driver quasi selbst die Erlaubnis dafür gegeben: “It was the rare situation where, in the lack of boundaries, there was a safety.”1 Interessant ist, dass der Adam, den Driver spielt, so viel mit dem realen Adam gemein zu haben scheint.

Einmal gab es die Chance, dass Dunham und Driver ein Paar werden, doch sie hat die Notbremse gezogen, aus Gründen, die vor allem die Serie betreffen. Eine weitere Zusammenarbeit wäre ihr unmöglich erschienen. Als Girls schließlich nach sechs Staffeln, endete, beschreibt Dunham die letzte Begegnung mit ihm, wo sie ihm quasi ihre Selbstzweifel ihm gegenüber gesteht, dass sie nicht “gut genug” für ihn war. Und er dann: “It was just as it needed to be” – he said, sounding like a Jedi (maybe he picked up a few tricks.) I hope you know, I will always love you.”2 Sie denkt darüber nach, wie sie sich weiterhin treffen werden, sie ihm vielleicht eine neue, andere Rolle schreiben wird: “But I never heard from him again.”

Und auch so ist das Leben. In diesem Moment hatten sie wahrscheinlich die besten Absichten und sie haben es so gemeint, aber wenn etwas endet, gelingt es manchmal nicht, etwas neues entstehen zu lassen. Und so hat sich nicht nur Driver jemals wieder gemeldet, auch sie hat es nicht getan. Für mich klingt eine gewisse Traurigkeit durch, wenn sie von ihm erzählt, auch immer eine Ratlosigkeit und manchmal sind es eben genau die Menschen, die man nie ganz versteht, die einen unendlich faszinieren und von denen man nicht los kommt.


  1. Lena Dunham: Famesick, S. 62 ↩︎
  2. Lena Dunham: Famesick, S. 205 ↩︎