Falls jemand heute diesen Blog besucht um zu schauen, wie Almi jetzt den Sieg von Bulgarien erklären wird, muss ich euch sagen, die Mühe ist umsonst gewesen, ich habe nämlich absolut keine Ahnung. Harhar.
Ich habe Bangaranga vor der ESC Woche nicht ein einziges Mal zur Gänze angehört, ich finde es schon eher dadaistisch und relativ schnell auserzählt. Aber es kann ja auch noch wachsen, ich bin offen dafür. Das Voting gestern, vor allem der Jurysieg war für mich ziemlich surreal. Generell war das Juryvoting so divers wie gefühlt überhaupt noch nie. Es war auch das erste Mal seit 2017, dass ein Künstler sowohl das Jury- wie auch das Publikumsvoting gewonnen hat. Damals wars Salvator Sobral aus Portugal, der aber quasi das Gegenteil von dem gemacht hat, was Dara gestern auf die Bühne gestellt hat.
Gefallen hat mir tatsächlich Bulgariens Inszenierung, die ich edgy und interessant gefunden habe, und die absolute Unvorhersehbarkeit des gestrigen Abstimmungsprozesses (Spannung!). Ich meine, außer dass Italien schon wieder sehr gut abgeschnitten hat (Platz 5) – war das alles ziemlich unerwartet, zum Beispiel auch Rumänien auf Platz 3, Finnland nur auf Platz 6, Griechenland abgeschlagen.
Sehr lustig fand ich, wie Andi Knoll nachdem der Sieger festgestanden ist, alle quasi onomatopoetischen Siegertitel aufgezählt hat wie A-ba-ni-bi, La La La, Boom Bang-A-Bang, Ding-A-Dong, Diggi-Loo Diggy-Ley etcetera. Jüngere Zuseher haben sich gar nicht ausgekannt, für die klang es wie eine Sprachverwirrung.
Sehr gelungen fand ich im übrigen auch den Interval Act, das Mashup/Medley, in dem frühere ESC Künstler frühere ESC Songs interpretiert haben. Das war so viel auf einmal, dass muss ich mir noch öfter anschauen, wenn zum Beispiel Lordi das liebliche Save all your Kisses for me singen, Verka Serduchka Volare oder dann alle Waterloo. Mir persönlich hat auch der artsy Auftritt von Parov Stelar gefallen, besser als die Trommelei damals in Wien 2015, ähm sorry. Und der Schnelldurchlauf aller bisherigen Siegertitel, das ist halt der Himmel für Nerds.
Schön war, dass es nur wenig Buhrufe gab und der Zusammenhalt der Künstler untereinander, da war viel vom alten ESC Spirit zu spüren, wo der Däne und der Norweger zum Beispiel den Tanzschein-Tanz im Greenroom tanzen. Und dass es auch Fotos mit Noah Bettan gab und nicht alle so taten als hätte er die Krätze. Ziemlich arg finde ich immer noch, wenn jeder Kandidat seine Publikumspunkte einzeln vorgelesen bekommt und das sind dann halt auch mal null – wie gestern bei UK und Deutschland – und du bist dabei groß im Bild zu sehen. Unangenehm.
Ingesamt ist der ESC Abend immer der Abend, an dem meine persönliche Sorgen irgendwie weit weg sind, weil etwas ganz anderes im Mittelpunkt steht, was mich immer wieder aufs neue fröhlich macht. Das hat auch heuer wieder geklappt.
Fazit:
Kann sicher nicht jeder nachvollziehen und vielen geht es hinten vorbei, und das ist auch völlig okay, aber wenn man es liebt, ist es wunderbar.

